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DVD-Besprechung - Science Fiction Classic Box - Vol. 3

Story:

Panik über Tokio:

Als große Landmassen einer Insel Japans im Meer versinken, werden Untersuchungen angestellt, was dort passiert sein könnte. Ein wissenschaftliches Team taucht mit einem speziellen U-Boot zu der Stelle im Meer und sie machen eine erschreckende Entdeckung. Der weiche Erdkern hat sich verlagert und weicht die Erdkruste auf. Japan steht vor dem kompletten Untergang und es geht nur noch darum, die Menschen zu retten.  

Jäger der verschollenen Galaxie:

Zwei weibliche Flüchtlinge landen in einem Amazonen-Outfit auf einem Dschungelplaneten. Erfreulich ist, dass es dort auch ein altes Schloss gibt, in welchem die Damen Zuflucht finden. Doch der Hausherr hat ein etwas unangenehmes Hobby, denn er geht liebend gern auf die Jagd. Seine bevorzugte Beute sind allerdings nicht Tiere, sondern Menschen und schon bald sind die Flüchtlinge wieder auf der Flucht.  

Der Mandroid:

Dr. Zimmer ist ein genialer Forscher und Erfinder. Er entdeckt ein neues Element, welches in Prozessoren verbaut wird und dann per Gedanken gesteuert werden kann. Eingebaut in einen Androiden kann die Erfindung aber nicht nur Gutes tun, sondern auch missbraucht werden. Genau das hat Zimmers Partner Dr. Ivan Drago im Sinn und es entbrennt ein Kampf um die wichtige Erfindung.

Kampf um Oblivion:

In dem Westernstädtchen Oblivion geht die Angst um, denn der Weltraumbandit Redeye herrscht mit seinen skrupellosen Gefolgsleuten über die beschauliche Ansiedlung. Eines Tages aber überspannt er den Bogen und erschießt den Marshall. Die Menschen haben die Nase voll und auch der weibliche Cyborg-Deputy will Redeye den Garaus machen. Entscheidend scheint des toten Marshalls Sohn Zack zu sein, doch dieser ist Pazifist.



Meinung zum Film:
Die dritte Auflage der „Science Fiction Classic Box“ ist eine kleine Mogelpackung, denn zwei der vier Filme sind nicht direkt dem Science-Fiction-Genre zuzuordnen. Fairer und richtiger wäre vielleicht die Bezeichnung Trash-Pack, denn drei Produktionen sind derart trashig, dass sie Freunden des Genres sicherlich Spaß machen werden. Der Mainstream-Zuschauer wird sich angesichts der ausufernden schrägen Ideen und Peinlichkeiten mit Grausen abwenden. Wer allerdings einen Hang zum Abstrusen besitzt, der sollte dringend mal einen Blick riskieren.  

„Panik über Tokio“ könnte glatt auch als Vorlage für den Blockbuster „2012“ durchgehen, denn die Grundidee für den Untergang Japans bzw. Teilen der Erde ist identisch. Dramaturgisch gehen die Filme aber andere Wege und so will z.B. der japanische Premierminister zunächst niemanden retten und seine Nation ehrenvoll in den Tod gehen lassen. Die diversen Katastrophenszenen entsprechen den Trick- und Miniaturaufnahmen, die man hinlänglich aus japanischen Produktionen wie z.B. „Godzilla“-Filme kennt. Aus heutiger Sicht wirkt dieser Katastrophenfilm ein wenig altbacken, aber solide inszeniert. In „Jäger der verlorenen Galaxie“ hat das Drehbuch Vollgas gegeben und einen Trashfilm der ärgsten Sorte möglich gemacht. Halbnackte Mädels werden von einem Schlossherren mit Sockenschuss gejagt, um später in seiner heimischen Trophäensammlung zu landen. Diese Variante des Manhunter-Genres ist richtig schräg und lässt nichts aus. Auch nicht logische Fehler.  

Auch „Der Mandroid“ bietet Trash in Reinkultur. Die Filmkulissen sind im minimalistischen Stil vorhanden und stellenweise ergreift den Zuschauer der Eindruck, als hätten die Dreharbeiten in tschechischen Industrie- und Abbruchgebieten stattgefunden. Inhaltlich ist der Film ein Mix aus Weird-Scientist, Androiden-Film und die Mär vom Unsichtbaren. Leider ist die Machart dieses B-Movies so billig, dass der Unterhaltungswert ein wenig leidet. Bei „Kampf um Oblivion“ haben die Filmschaffenden einen abstrusen Mix aus Western und Science Fiction geschaffen. Mit seinen vielen guten, aber auch dämlichen Ideen hat der Film durchaus das Potential für einen Kultfilm. Zumindest wenn das Publikum auf sinnfreie Unterhaltung steht. Die Storyline entspricht dem eines klassischen Western, bei dem der scheinbar unterlegene Gute einem schier übermächtigen bösen Gegner gegenüber steht.

Digitale Aufarbeitung:
Die Bild- und Tonqualitäten der vier Filme sind etwas unterschiedlich ausgefallen. Die Optik liegt im ausreichenden Bereich, wobei „Der Mandroid“ das schwächste Bild anbietet. Der Ton ist bei allen Produktionen in Ordnung und vor allem die Dialoge sind stets gut verständlich.

Als Extras gibt es die Trailer zu den Werken.

Fazit:
Die „Science Fiction Classic Box Vol.3“ bietet ein hohes Trash-Potenzial mit einer schier endlosen Fülle an merkwürdigen, aber auch unterhaltsamen Ideen. Während B-Movie-Fans hier sorglos zugreifen können, dürfen Mainstream-Kunden getrost weitergehen. Die technische Umsetzung ist nicht berauschend, aber ausreichend.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16

Panik über Tokio:
96:31 Minuten

Jäger der verschollenen Galaxie:
71:12 Minuten

Der Mandroid:
77:13

Kampf um Oblivion:
89:16 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Originaltrailer
Science Fiction Classic Box - Vol. 3 - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Panik über Tokio/Jäger der verschollenen Galaxie/Der Mandroid/Kampf um Oblivion
Nippon Chinbotsu/Slave Girls from beyond Infinity/Invisible: The Chronicles of Benjamin Knight/Oblivion 2: Backlash

Bild unseres Mitarbeiters Jörg Hesse
Trashsammlung für Fans


Autor der Besprechung:
Jörg Hesse

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Japan/USA, 1973/1987/1994/1996
Regie:
Shiro Moritani, Andrew Meyer, Ken Dixon, Jack Ersgard, Sam Irvin
Drehbuch:
Shinobu Hashimoto, Richard Connell, Earl Kenton, Charles Band
Darsteller:
Keiju Kobayashi, Rhonda Leigh Hopkins, Hiroshi Fujioka, Don Scribner, Elizabeth Kaitan, Cindy Beal, Michael Della Femina, Curt Lowens, Jennifer Nash, Andrew Divoff, Richard Jospeh Paul, Jackie Swanson

Label Deutschland :
Voulez Vous Film
Verkaufsstart Deutschland :
21.05.2010