Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  Bathory - Die Blutgräfin
Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
Inspector Barnaby - Volume 14Kesslers Knigge - Die komplette SerieRoller Girl

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.751 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

Blu-ray-Besprechung - Bathory - Die Blutgräfin

Story:
Erzsébet Báthory (Anna Friel) wird im Mittelalter als kleines Mädchen mit dem um 10 Jahre älteren Ferenc Nadasdy (Vincent Regan) verheiratet. Nachdem dieser sich auf den Schlachtfeldern mit den Osmanen bekriegt, muss seine Frau zu Hause auf dem Schloss bleiben und sich um alles kümmern. Báthory herrscht über ihre Knechte und Mägde mit eiserner Hand und schreckt auch vor Mord nicht zurück.

Meinung zum Film:
„Bathory“ ist eine tschechisch-slowakische Co-Produktion und mit einem Budget von 10 Millionen Euro der angeblich bisher teuerste Film aus diesen Landen. Inszeniert wurde das Ganze vom hierzulande unbekannten Juraj Jakubisko. Außer mit Franco Nero („Django“) in einer Nebenrolle als König Matthias II. kann dieser 2008 entstandene Film zwar nicht mit prominenten Namen aufwarten, bietet aber auch so einiges an Schauwerten. Neben den Fans aufwendiger Kostüme kommen auch Freunde größerer Schlachten und Genießer schöner Landschaftsaufnahmen auf ihre Kosten. Gespart wurde hingegen bei den handvoll CGI-Effekten vor allem zu Beginn des Filmes während eines Kampfes, deren Computer-Ursprung man auf den allerersten Blick entlarven kann.  

Die Figur der Báthory hat es wirklich gegeben und sie lebte von 1560-1614 in Ungarn. Der Überlieferung nach hat sie zwischen 30 und 650 Frauen ermordet, was aber nicht bewiesen ist. Der vorliegende Film wirft seine eigene Sicht auf die Ereignisse, die man aber getrost als garantiert nicht zutreffend bezeichnen kann. Es sei denn, man glaubt als Zuschauer tatsächlich an die Existenz von Hexen, die die schwarze Magie beherrschen und dadurch einen schädlichen Einfluss auf Bathory hatten. Auch kaum vorstellbar, dass Bathorys Mann im Kampf stets mitten im Kriegsschauplatz saß und seelenruhig Briefe an seine Frau geschickt hat, während um ihn herum Kanonenkugeln einschlugen. Auch der Beginn des Films, in dem ein alter Mönch den Zuschauer in das Geschehen einführt und dabei eher den Eindruck eines Märchenonkels macht, ist nicht dazu geeignet, für ernsthafte Stimmung zu sorgen.  

Es reicht leider nicht aus, blutige Szenen mit denen nackter Frauen abzuwechseln, um für einen unterhaltsamen Film zu sorgen. Der Sex wird, wenn überhaupt, immer nur angedeutet und kommt immer harmlos und fast schon verklemmt herüber. Und wenn Bathory mit ihrem Geliebten in einer Kirche Sex in einem Beichtstuhl hat und dieses schrankartige Möbelstück daraufhin durch das ganze Gotteshaus rutscht, fragt man sich beim Zuschauen schon, ob der Regisseur nur einen seltsamen Sinn für Humor hat, oder ob man sich nicht doch in einem lupenreinen Trash-Film befindet. Zwar wird der Film, hat man den märchenhaften Charakter des Gezeigten erst mal akzeptiert, nie wirklich langweilig, aber alles plätschert nur so vor sich hin und richtig interessant wird es erst, als sich gegen Ende die Schlinge für die Titel-„Heldin“ immer weiter zudreht. Dann ist es aber leider schon zu spät, um den fast 2,5 Stunden langen Film überwiegend positiv im Gedächtnis zu behalten. Wer sich für die Figur der Bathory interessiert, sollte sich lieber an die Literatur halten oder es mal mit dem fast zeitgleich entstandenen „Die Gräfin“ von Julie Delpy versuchen, die sich in ihrem französischen Film derselben historischen Figur annimmt.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild der Blu-ray ist insgesamt gut. Referenzcharakter kann man bei dem Gebotenen jedoch nicht erwarten, denn gerade die Schärfe und die Details bewegen sich zwar im durchaus guten, aber nicht im „Augenweide“-Bereich. Aha-Effekte muss man woanders suchen. In Ordnung ist die Farbgebung, die kontrastreich und kräftig daherkommt. Der deutsche Ton in DTS-HD-Master-Audio 5.1 sorgt für recht ausgewogenen und dynamischen Raumklang, vor allem bei 1,2 Schlachtszenen sorgt der Bass dafür, dass man sich mitten im Geschehen wähnt.

Als Extras gibt es 3 Trailer zum Film, sowie 2 Musikvideos. Kernstück ist das rund halbstündige Making of, für das man jedoch tschechische, bzw. slowakische Sprachkenntnisse mitbringen muss, denn deutsche Untertitel sucht man hier vergebens. Insgesamt ist das Gebotene etwas mau.

Fazit:
„Bathory“ kann auch nicht dabei helfen, um herauszufinden, ob es sich bei der historischen Figur tatsächlich um eine brutale Mörderin handelte oder nicht. Statt dessen bietet der Film die eine oder andere Szene, bei der man nicht weiß, ob sie humorvoll gemeint ist oder der Regisseur dabei einfach nur ins Klo gegriffen hat. Einigermaßen interessant wird der Film erst gegen Ende, als es schon zu spät ist, um noch einen überwiegend positiven Eindruck zu hinterlassen, dabei helfen auch die hochwertige Ausstattung und die Landschaftsimpressionen nicht mehr. Die Qualität der Blu-ray ist durchschnittlich gut, die Extras sind ein wenig knapp.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,35:1
2,35:1
140:37 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Englisch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • 3 Trailer
  • 2 Musikvideos
  • Making of
Bathory - Die Blutgräfin - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Bathory - Die Blutgräfin
Bathory

Bild unseres Mitarbeiters Andreas Schultz
Ein leider erst gegen Ende interessanter Blick auf eine umstrittene, historische Figur


Autor der Besprechung:
Andreas Schultz

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Tschchien / Slowakei, 2008
Regie:
Juraj Jakubisko
Drehbuch:
Juraj Jakubisko
Darsteller:
Anna Friel, Karel Roden, Vincent Regan, Hans Matheson, Deana Horváthová, Franco Nero

Label Deutschland :
MiG Film
Verkaufsstart Deutschland :
06.05.2010

Vertrieb Schweiz :
EuroVideo
Verkaufsstart Schweiz :
10.06.2010