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DVD-Besprechung - Rose's Song - Glaube und Hoffnung!

Story:
Budapest im Herbst 1944. In einer großen Villa in den Hügeln der Stadt lebt die Familie des jungen Tomi (David Zum) zusammen mit anderen jüdischen Familien. Die Lage ist verzweifelt, droht doch nicht nur Gefahr von den Deutschen, sondern auch von ihren ungarischen Landsleuten, aber der Besitzer der Villa, der weltberühmte Opernsänger Imre Rose, gibt den Eingeschlossenen Hoffnung, indem er von seinem Turmzimmer aus Arien über den Speiseaufzug zu ihnen hinabklingen lässt.


Meinung zum Film:
Imre Rose ist ein berühmter jüdischer Opernsänger, der seit einiger Zeit zurückgezogen in seiner riesigen Villa lebt und die Familie von Géza Halász (Franco Castellano) beherbergt, der dort mit seiner Frau, seinem Sohn Tomi und dessen beiden Schwestern eingezogen ist. Géza wurde aufgrund seiner Abstammung aus seinem Beruf entlassen und ist seitdem als Verwalter von Roses Villa tätig. Rose selbst hat sich in ein einsames Turmzimmer zurückgezogen und lässt niemanden an sich heran ... außer Géza, der ihm Essen bringt und sich mit ihm unterhält. Als die Zeit der gelben Sterne beginnt und die Judenverfolgung zunimmt, kommen immer mehr Menschen zu Roses Villa, denen er einst Hilfe in Notzeiten zugesichert hatte, um dort Unterschlupf zu suchen. Ein bisschen Hoffnung würde es ihnen bringen, den einstigen Opernstar singen zu hören, doch dieser hat beschlossen, nicht mal mehr zu reden. Doch eines Abends hört man im Haus eine ungewöhnliche Arie ... und von diesem Zeitpunkt an erklingen regelmäßig über den Speiseaufzug des Hauses Lieder aus dem Turmzimmer nach unten zu den anderen und lassen sie zumindest für ein paar Minuten das Leben im Krieg vergessen.

"Rose's Song" ist leider hochgradig unspannend, uninteressant und - was das Gravierendste ist - schafft es nicht, den Zuschauer zu berühren. Dazu ist die Story zu zusammenhanglos und sind die Charaktere zu schlecht ausgearbeitet. Keine der zahlreichen Figuren - bei denen man nicht immer ganz durchblickt, wer zu wem gehört und wer das überhaupt ist - schafft es, beim Zuschauer wirkliche Sympathien zu erwecken (vielleicht mit Ausnahme des gemütlich ruppigen Großvaters). Zudem ist ein extrem großes Problem des Films, dass die Beziehung all der in der Villa lebenden Menschen zu Opernsänger Imre Rose überhaupt nicht klar wird. Woher kennen sie ihn? Was haben sie mit ihm zu tun? Warum bot der zurückgezogen lebende Sänger ihnen einst Hilfe an? Und vor allem: Warum bringt sein Gesang ihnen Hoffnung? Irgendetwas müssen sie damit ja verbinden, das dieses Gefühl bei ihnen entstehen lässt, doch auch das wird leider nicht wirklich ersichtlich. Sicher, vermutlich kommt dies daher, dass Rose selbst Jude ist, während des Kriegs standhaft in Budapest aushält und sein Gesang sie an bessere frühere Zeiten erinnert, als er noch ein gefeierter Tenor war. Doch wird dies im Film nicht vermittelt.

Die grundsätzliche Idee der Geschichte, die auf einer wahren Begebenheit beruhen soll, hätte durchaus das Potenzial für einen gelungenen Spielfilm geboten, doch wird davon hier nichts ausgeschöpft. Sämtliche Elemente der Story kommen einem bekannt vor, man kennt sie aus zahlreichen Filmen in überzeugenderen Varianten: die Erlebnisse zwischen Juden und "nicht Besternten" in der Straßenbahn, die Liebschaft zwischen der Judentochter und dem Sohn eines nicht jüdischen Ungarn etc. etc. Alles wirkt wild und wirr aus typischen Klischee-Elementen zusammengewürfelt. Da hilft es wenig, dem Vater zu allem Überfluss auch noch eine Liebschaft mit seiner früheren Arbeitskollegin (Maia Morgenstern, "Die Passion Christi") an den Hals zu dichten und sie ebenfalls in der Villa einziehen zu lassen. Bei einer guten Ausarbeitung hätte dies zwar zu emotionalen Szenen zwischen ihm und seiner Frau führen können, doch hier ist diese Affäre für die Handlung mehr oder weniger völlig belanglos und bewirkt lediglich, dass der Zuschauer den Vater für noch seltsamer hält, als er sowieso schon wirkt.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild von "Rose's Song" wirkt bis auf einige analoge Defekte recht klar und sauber. Der Film ist bewusst mit einem starken Sepiafilter versehen worden, wie es bei Filmen, die zu dieser Zeit spielen, gern mal gemacht wird. Rauschen tritt nur in geringem Umfang auf, auch die Kompression macht kaum Probleme. Auffällig ist aber die durchweg extrem schwache Schärfe, die nahezu sämtliche Details verschluckt und das Bild sehr weich und wie von zu geringer Auflösung hochinterpoliert wirken lässt. Zudem treten hin und wieder Helligkeitsschwankungen auf. Der Ton liegt auf Deutsch und Ungarisch in Dolby Digital 5.1 vor (von der deutschen Fassung gibt es zudem eine Stereospur) und beide Versionen bieten klar verständliche Dialoge. Genrebedingt bleibt das Geschehen allerdings die meiste Zeit über relativ frontlastig.

Als Bonusmaterial gibt es den Trailer zum Film, ein paar entfernte Szenen (insgesamt drei Minuten), ein Musikvideo und ein knapp 25-minütiges Making Of, das allerdings auf Ungarisch ohne deutsche Untertitel präsentiert wird und daher für deutsche Zuschauer nur bedingt informativ ist..

Fazit:
"Rose's Song" ist leider ein Film, den man wirklich nicht gesehen haben muss, da er weder interessant ist noch den Zuschauer berühren kann. Da sollte man lieber zu überzeugender umgesetzten Werken mit ähnlicher Thematik greifen, z.B. Roberto Benignis "Das Leben ist schön". Technisch bewegt sich die DVD im mittelmäßigen Bereich. Das Bonusmaterial könnte interessant sein ... wenn man es denn wenigstens deutsch untertitelt hätte.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,85:1
1,85:1
98:11 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Ungarisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Trailer
  • Making Of
  • Musikvideo
  • Entfernte Szenen
Rose's Song - Glaube und Hoffnung! - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Rose's Song
A rózsa énekei

Bild unseres Mitarbeiters Jano Rohleder
Belangloser NS-Zeit-Film, der den Zuschauer nicht berührt


Autor der Besprechung:
Jano Rohleder

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Ungarn / Italien, 2003
Regie:
Andor Szilágyi
Drehbuch:
Andor Szilágyi
Darsteller:
Franco Castellano, David Zum, Ildikó Bánsági, Djoko Rosic, Maia Morgenstern

Label Deutschland :
Savoy Film
Verkaufsstart Deutschland :
02.06.2010