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DVD-Besprechung - Der Werwolf von Washington
Story:
Jack Whittier (Dean Stockwell) arbeitet auf seinen eigenen Wunsch hin in Ungarn, wo er von einem Werwolf gebissen wird. Er kann ihn zwar mit einem silbernen Wolfsstab töten, doch der Fluch lastet nun auf Jack. Zunächst glaubt er nicht an den Aberglauben, doch schon bald kann er sich nicht mehr an die Vollmondnächte erinnern. Das passt ihm eigentlich gar nicht, denn mittlerweile schreibt er die Reden für den Präsidenten der USA (Biff McGuire). Verzweifelt versucht Jack dem Präsidenten zu erklären, dass er für den gewalttätigen Tod einiger politischer Konkurrenten verantwortlich ist, doch das Staatsoberhaupt will mit ihm lieber bowlen.
Meinung zum Film:
„Der Werwolf von Washington“ orientiert sich zwar an den alten Schwarz-Weiß-Filmen mit diesem Thema, ist dann letztendlich etwas ganz anderes. Diese Produktion ist ein satirischer Blick auf die amerikanische Politik und deren Mechanismen. Wenn man ehrlich ist, dann gilt die Kritik im Prinzip für fast jedes Regierungskonstrukt und sie gilt bis heute. In diesem Fall werden aber nun die amerikanischen Verhältnisse hintergründig aufs Korn genommen. Von Beginn an werden Figuren stellenweise recht stark überzeichnet. Das beginnt mit der vollkommen klischeebehafteten Darstellung der Zigeuner, wie sie selten im Kino gezeigt wurde. Satire darf das aber, zumindest wenn man sie als eine solche erkennt.
Die Geschichte selbst ist in den Abläufen und Eskalationsstufen klassisch aufgebaut. Das beginnt mit dem Schicksal behafteten Biss des Protagonisten, geht über seine Ignoranz der Situation bis hin zu den Verwandlungen. Diese wurden in Stop-Motion-Technik und wirken aus heutiger Sicht eher altbacken. Die Darstellung des Werwolfs ist betont überzogen und bewusst lächerlich. Mal humpelt er in halb gebückter Haltung durch die Landschaft, mal beschnuppert er wie auf allen vieren Gegenstände und von einem zwergwüchsigen Wissenschaftler der im Heizungskeller des weißen Hauses lässt er sich verzückt das Fell kraulen.
Der Präsident ist selten dämlich und bekommt vor laufenden Kameras keinen eigenen Satz auf die Reihe. Daher ist er auf Jack angewiesen, denn er schreibt ihm erstklassige Reden mit denen der oberste Amerikaner echte Erfolge feiert. Die Freigabe ab 16 Jahren ist ein wenig fragwürdig, denn der Film ist zwar stellenweise für Kinder ein bisschen gruselig, aber in keiner Weise blutig oder verstörend. Vielmehr hat die Produktion Mühe, nicht in Slapstick zu verfallen, denn so manche Dialoge wirken fast so, wie die aus „Die nackte Kanone“. Nebenbei muss angemerkt werden, dass das Cover ein Mogelstück ist, denn weder die dargestellte Werwolffratze noch der jeanstragende Typ mit den langen Haaren kommen im Film vor. Der Werwolf trägt Vollfell im Gesicht und einen Anzug (!).
Digitale Aufarbeitung:
Bei der ersten Sichtung des Bildes wird dem Zuschauer vielleicht ein überraschtes „Huch!“ entfleuchen, denn selten wurde eine DVD auf den Markt gebracht, bei der so viele Bildfehler mitgenommen wurden. Im Laufe des Films werden sie zwar etwas weniger, aber es ist ein Indiz dafür, dass auf Qualität kein Wert gelegt wurde. Die Farben wirken alles andere als frisch und ein deutliches Bildrauschen ergänzt den schlechten Eindruck. Der Ton ist sehr leise ausgefallen, aber nach einer Erhöhung der Lautstärke sind dann die Dialoge endlich verständlich. Teilweise sind sie etwas dumpf, aber sie werden zu keinem Sprachbrei.
Extras sind nicht vorhanden.
Fazit:
„Der Werwolf von Washington“ ist eine politisch ambitionierte Werwolfparodie, die aus heutiger Sicht eher eine Produktion für eingefleischte Fans ist. Die schlechte Bildqualität ist ein echter Wermutstropfen und kein Aushängeschild für das Medium der DVD.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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84:35 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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Der Werwolf von Washington
The Werewolf of Washington
Lycaner in der US-Bundeshauptstadt
Autor der Besprechung:
Jörg Hesse
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1973 Regie: Milton Moses Ginsberg Drehbuch: Milton Moses Ginsberg Darsteller: Dean Stockwell, Biff McGuire, Clifton James, Katalin Kallay, Henry Ferrentino
Label :
WGF Verkaufsstart : 27.05.2010
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