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DVD-Besprechung - Die Ritter des Reiches 1 - Die Barbaren kommen
Story:
Polen, Mitte des 17. Jahrhunderts. Der zweite schwedisch-polnische Krieg bricht gerade aus. In den Wirren der Schlacht findet sich ein junger polnischer Offizier wieder, der aufgrund seiner Gutgläubigkeit an die falschen Leute geraten war, die mit dem Feind im Bunde stehen. Man ächtet ihn als Verräter und die Familie seiner Verlobten wendet sich von ihm ab. So zieht er unter falschem Namen in den Kampf gegen die Angreifer, um seine Reputation im eigenen Land wiederherzustellen und das Vertrauen seiner Geliebten zurückzugewinnen.
Meinung zum Film:
Andrzej Kmicic (Daniel Olbrychski) ist ein junger, adliger Offizier, der sich auf dem Schlachtfeld fast schon besser auskennt als im bürgerlichen Leben. Die schöne Olenka (Malgorzata Braunek) wurde ihm zur Braut versprochen und für sie möchte er sich ändern, doch kommt es zum Zerwürfnis mit ihrer Familie, als er mal wieder in seine raue und ungestüme Lebensweise zurückfällt. Zu allem Überfluss hat er sich auch noch den Radziwills verpflichtet, die mit den feindlichen Schweden im Bunde stehen. Dadurch verliert er in seinem Land das Ansehen und wird als Verräter geächtet. Um das Vertrauen der Geliebten und seines Volks zurückzugewinnen, nimmt er unmenschliche Anstrengungen auf sich und kämpft unter falschem Namen im Krieg gegen die schwedischen Angreifer, als diese 1655 in Polen einfallen. Er schafft es, das Gut der Familie Olgas vor der Zerstörung zu bewahren und einen der Radziwills gefangen zu nehmen, wird aber im Kampf schwer verwundet ...
"Die Barbaren kommen" ist der erste Teil einer Trilogie, zu der der polnische Film "Potop" in Deutschland umgeschnitten wurde. "Potop" lief hier ursprünglich als fünfteilige TV-Serie unter dem Titel "Sinftlut" und erschien später als Dreiteiler auf VHS. An der VHS-Veröffentlichung scheinen sich auch die nun und im weiteren Verlauf des Jahres erscheinenden DVDs zu orientieren, die die gleichen Titel tragen werden wie die Videokassetten: "Die Barbaren kommen", "Die Belagerung" und "Der Sieger" . Das über fünfstündige Gesamtwerk "Potop" ist einer der wichtigsten polnischen Filme des 20. Jahrhunderts und wurde für den Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert. Es handelt sich dabei um die Adaption des gleichnamigen Romans "Potop" bzw. "Die Sintflut" von Literaturnobelpreisträger Henryk Sienkiewicz ("Quo Vadis?"). Mit über 25 Millionen Besuchern in seinem Heimatland ist er noch heute der erfolgreichste polnische Film aller Zeiten und setzte bei seiner Entstehung neue Maßstäbe für polnische Produktionen.
Filmisch ist "Die Barbaren kommen" in jeder Hinsicht gelungen. Gedreht wurde mit nur einer einzigen Kamera, doch kamen über 400 Darsteller (plus Tausende Statisten) zum Einsatz, 23.000 Kostüme wurden geschneidert und Tausende Requisiten hergestellt. Die Kameraführung weiß zu gefallen und die Bilder geben oftmals die Stimmungen und Emotionen der einzelnen Figuren hervorragend wieder, was vom Score ebenfalls perfekt unterstützt wird. Die Schlachtszenen sind imposant und zählen sicherlich zu den besten der Filmgeschichte. Auch die darstellerischen Leistungen muss man loben. Besonders hervorzuheben ist hier natürlich Daniel Olbrychski als Adrzej Kmicic. Er schafft es, den zum Teil sehr irrational handelnden Soldaten, der schnell zwischen einfühlsamer Liebe und rasenden Hassgefühlen hin und her schwankt, enorm glaubhaft darzustellen. Die Geschichte selbst - die, obwohl sie sich an die polnische Geschichte anlehnt, rein fiktionale Figuren enthält - ist ebenfalls beeindruckend und zeigt eine erstaunlich menschliche Seite des Kriegs und seiner Schrecken, wodurch der Film auch für Zuschauer interessant wird, die mit polnischer Geschichte eher weniger anzufangen wissen.
Digitale Aufarbeitung:
Leider wurde der Film für die DVD-Veröffentlichung nicht restauriert, was sofort an den zahlreichen analogen Defekten und Verschmutzungen zu bemerken ist. Auch die Schärfe könnte über weite Strecken etwas besser sein. Die Farben wirken blass, aber noch einigermaßen natürlich, dafür ist der Kontrast etwas zu steil und verschluckt immer mal wieder Details. Rauschen ist ebenfalls vorhanden, fällt aber nicht übermäßig negativ auf. Der Ton liegt auf Deutsch und Polnisch in Mono vor. Die Dialoge sind jederzeit gut verständlich, allerdings klingt alters- und technikbedingt alles ziemlich dumpf und angestaubt.
Die DVD verfügt über ein Wendecover ohne FSK-Logo, Bonusmaterial ist nicht vorhanden.
Fazit:
"Die Barbaren kommen" ist der erste Teil einer Trilogie, die das Gesamtwerk "Potop" ergibt, einen der wichtigsten polnischen Filme des 20. Jahrhunderts. Die Inszenierung ist in jeder Hinsicht hervorragend und auch die Geschichte, die selbst dem nicht so sehr an Historie interessierten Zuschauer einige universelle Wahrheiten über Krieg vermittelt, weiß zu überzeugen. Technisch bewegt sich die DVD auf mittelmäßigem Niveau, da das Ausgangsmaterial aus dem Jahr 1974 nicht restauriert wurde. Bonusmaterial gibt es leider nicht.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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86:47 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Polnisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine Untertitel vorhanden. |
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Bonusmaterial:
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Die Ritter des Reiches: Die Barbaren kommen
Potop
Überzeugender erster Teil des erfolgreichsten polnischen Films aller Zeiten
Autor der Besprechung:
Jano Rohleder
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Polen, 1974 Regie: Jerzy Hoffman Drehbuch: Jerzy Hoffman, Adam Kersten Darsteller: Daniel Olbrychski, Malgorzata Braunek, Tadeusz Lomnicki, Kazimierz Wichniarz, Wladyslaw Hancza
Label :
WGF Verkaufsstart : 27.05.2010
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