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DVD-Besprechung - Verdammnis

Story:
Mikael Blomkvist (Michael Nyqvist) ist nach seiner 3-monatigen Haft wieder zurück in der „Millennium“-Redaktion und arbeitet am nächsten heißen Fall. Diesmal geht es um einen Prostituierten-Ring, der oft minderjährige Mädchen aus Russland einschleust und an den meistbietenden verkauft. In Zusammenhang mit dem Fall gerät Lisbeth Salander (Noomi Rapace) als Hauptverdächtige auf die Liste der Polizei, die sie für eine Dreifach-Mörderin hält. Ohne es anfangs zu wissen haben die diesmal voneinander getrennt ermittelnden Mikael und Lisbeth ein gemeinsames Ziel – den mysteriösen Zala, den vermeintlichen Drahtzieher der Schleuserbande.

Meinung zum Film:
Mit „Verdammnis“ erscheint nun auch der zweite Teil der Verfilmung der „Millennium“-Romane des verstorbenen Autors Stieg Larssons für die deutschen Heimkinos. Auch wenn es nicht zwingend erforderlich ist, sollte man sich zunächst unbedingt den ersten Film der Reihe, „Verblendung“ angesehen haben, da einige Ereignisse in dem Film auf Geschehnissen aus dem ersten Teil aufbauen. Neu ist, dass Mikael Blomkvist und Lisbeth Salander nun wieder getrennte Wege gehen. Das Vertrauensverhältnis zwischen der unberechenbaren jungen Frau und dem erfahrenen Reporter, das sich von gegenseitiger Wertschätzung immer mehr in Richtung Liebesbeziehung zu bewegen schien, ist nun nur noch auf Distanz zu erleben. Als Lisbeth von der Polizei wegen Mordverdacht gesucht wird, unternimmt Mikael alles um ihre Unschuld, von der er ohne Wenn und Aber überzeugt ist, zu beweisen. Lisbeth hat noch immer einen Trojaner auf Mikaels Rechner installiert und so kann sie aus ihrem Versteck heraus weiterhin auf seinen Laptop zugreifen. Und Mikael stellt ihr nur zu gerne seine bisherigen Erkenntnisse in dem Fall auf diese Weise zur Verfügung, damit sie auf ihre unkonventionelle Art ihre Schlüsse ziehen kann.

Was bei „Verdammnis“ noch deutlicher wird als im Vorgänger ist die kranke Art, in der Steig Larsson die Beziehung zwischen Männer und Frauen sieht. Nachdem Lisbeth im ersten Film brutal vergewaltigt wurde, wird nun ein namenloses Opfer auf abartige Weise von einem sabbernden Ekel bestiegen. Und da es diesmal um das Thema Prostitution geht, zieht sich dieser Ansatz durch den gesamten Film. Dadurch wirkt er auch insgesamt düsterer als der erste Teil, bei dem das Böse weitgehend auf den Kosmos einer reichen Familie beschränkt war und davon abgesehen nur durch die Erfahrungen Lisbeths harten Tobak lieferte. Dass sie es nun gerade ist, die für die lichteren Momente sorgt, ist von daher schon etwas erstaunlich. Ihr Äußeres wirkt durch die langen Haare nun wesentlich weniger aggressiv und teilweise wirkt ihr Auftreten schon ein wenig zu angepasst. Der Wechsel von der anarchischen Einzelgängerin zur stillen Bewohnerin einer Edelwohnung erscheint doch ein wenig zu schnell. Doch auf Grund der Erlebnisse am Ende des Films, dürfte es im dritten Teil wieder eine deutliche Abkehr vom ruhigen Image geben, hin zu einer noch hasserfüllteren Frau.

Denn die Tatsachen, die am Ende des Filmes rauskommen, stellen das Universum von Liesbeth Salander noch einmal kräftig auf den Kopf. Szenen, die man als Zuschauer bereits aus „Verblendung“ kennt, werden noch einmal aus einem anderen Licht gezeigt, bzw. um zusätzliche Momente erweitert. Somit ist die Dramatik im Finale noch einmal um einiges höher als im ersten Film. Doch auch der gesamte Weg bis zur Enttarnung von Zala kommt bereits ohne Längen daher. Die Story wird temporeich erzählt, ohne dabei gehetzt zu wirken. Es gibt zwar die eine oder andere Sache, die nicht immer so ganz rund wirkt, doch durch das hohe Tempo sind die kleineren Unschönheiten schnell in Vergessenheit geraten. Kleinere Actioneinlagen sorgen zudem immer wieder für kurze Spannungsspitzen. Das offensichtlichste Manko im Film ist sicherlich die Rolle der Polizei. Den wie die sich sofort sicher sein kann, dass Lisbeth eine Waffe mit ihren Fingerabdrücken am Tatort zurück lassen würde, während sie gleichzeitig als hochintelligent und nur schwer zu fassen eingestuft wird, ist kaum nachvollziehbar. Aber da die Ermittlungsbehörden ohnehin nur Alibicharakter haben, fällt dies nicht weiter ins Gewicht. Ein weiterer kleiner Schwachpunkt ist die Auflösung des anfänglichen Falles, der am Ende ein klein wenig untergeht in den Ereignissen, die Lisbeth betreffen. Doch das sind nur kleinere Unschönheiten bei einem ansonsten durchweg fesselnden Film, den sich Krimifreunde auf gar keinen Fall entgehen lassen sollten.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild wird von einer sehr deutlichen Körnung geprägt, das in manchen Szenen stark auffällt. Die Schärfe des Bildes ist nur durchschnittlich und wird vor allem durch die grobe Körnung aber immer wieder gestört. Die Konturenschärfe geht dabei noch in Orndung. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist durchweg klar zu verstehen und bietet gelegentlich auch einen effektiven Einsatz der Surroundlautsprecher. Die meiste Zeit über ist er aber dem Inhalt entsprechend lediglich aus der Front zu hören.

Das einzige nennenswerte Extra der DVD ist ein knapp 10-minütiges Interview mit Lisbeth Salander-Darstellerin Noomi Rapace. Zusätzlich gibt es noch den Trailer zum Film und den Teaser zu „Vergebung“.

Fazit:
„Verdammnis“ setzt da an, wo „Verblendung“ auförte. Und dies nicht nur bei der Story, sondern auch bei der Qualität der Spannung. Denn auch der zweite Film der „Millennium“-Trilogie bietet wieder von der ersten Minute an spannende Unterhaltung, die man sich als Krimifreund keinesfalls entgehen lassen sollte.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,35:1
2,35:1
124:25 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Schwedisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Interview mit Noomi Rapace
  • Trailer
  • Teaser zu "Vergebung"
Verdammnis - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Verdammnis
Flickan som lekte elden

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Eine fesselnde Romanverfilmung mit hohem Tempo und ohne jede Länge


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Schweden / Dänemark / Deutschland, 2009
Regie:
Daniel Alfredson
Drehbuch:
Jonas Frykberg (basierend auf dem Roman von Stieg Larsson)
Darsteller:
Noomi Rapace, Michael Nyqvist, Micke Spreitz, Per Oscarsson, Ralph Carlsson, Lena Endre, Sofia Ledarp, Peter Andersson, Georgi Staykov

Label Deutschland :
Warner Home Video Germany
Verkaufsstart Deutschland :
04.06.2010