Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  The Protocol - Jeder Tod hat seinen Preis
Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
Das TodesspielEine ganz heiße NummerDas Haus der Geheimnisse

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.897 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

Blu-ray-Besprechung - The Protocol - Jeder Tod hat seinen Preis

Story:
Es ist ein schwerer Schicksalsschlag für Raoul (Clovis Cornillac), als er erfährt, dass sein Sohn Franck bei einem Autounfall ums Leben kam. Von der Aktivistin Diane (Marie-Josée Croze) erfährt er, dass Franck an einer medizinischen Versuchsstudie teilnahm. Nun vermutet Raoul, dass evtl. die Nebenwirkungen des Medikamentes für den Unfall sorgten oder aber der Pharma-Konzern sogar direkt in den Tod verwickelt ist. Zusammen mit Diane versucht er hinter das Geheimnis von Francks Tod zu kommen.

Meinung zum Film:
„The Protocol“ ist ein Pharma-Thriller, der bereits 2008 in Frankreich, seinem Produktionsland gestartet ist. Mit rund 2-jähriger Verspätung erreicht er nun auch die deutschsprachigen Wohnräume und wird von Koch Media als DVD-/BD-Premiere veröffentlicht. Die Grundidee des Filmes ist durchaus interessant und wird durch den Prolog gleich in die richtigen Bahnen gebracht. Ärzte in weißen Kitteln sind auf dem schwarzen Kontinent unterwegs und spritzen Kindern ein Präparat, das in einem Behälter mit der Aufschrift „Experimentelles Serum“ transportiert wurde. Später im Film wird diese Szene wieder aufgegriffen, als die Aktivistin Diane die Leiterin eines Pharamkonzerns bei einem großen Pressetermin angreift. Sie wirft dem Unternehmen vor, heimlich Experimente an Menschen in krisengeschüttelten und leidgeplagten Gebieten durchzuführen, wobei zahlreiche Menschen ums Leben kommen. Der Startschuss für einen guten Pharma-Thriller ist damit gegeben. Und sieht man einmal von der fehlenden Konsequenz zum Ende des Filmes ab, erfüllt dieser diese Erwartungen sogar weitgehend.  

Eingeleitet wird die Story durch Raoul, der hinter dem Tod seines Sohnes jenen Pharmakonzern vermutet, der in der dritten Welt heimlich Experimente durchführt. Geschürt werden seine anfänglichen Vermutungen immer wieder durch Diane, die dem Konzern vorwirft, ihren Mann durch ein noch im Entwicklungsstadium befindliches Medikament getötet zu haben. Während Raoul zunächst noch weitgehend gewaltfrei auf die Ereignisse reagiert, zündete Diane seinerzeit gleich die Fabrik an, in der das Medikament hergestellt wurde. Die Beziehung zwischen den beiden Leidgeprüften entwickelt sich zunächst eher langsam. Während Diane immer weiter gehen möchte und immer höhere Angriffsziele für ihren Protest sucht, bremst Raoul immer wieder ab und möchte lieber nicht zu weit gehen. Doch mit der Zeit geschehen Dinge, die auch ihn immer weniger daran glauben lassen, dass es sich bei dem Tod seines Sohnes um einen Unfall handelte. Vor allem, weil das Durchbrechen der Leitplanke, wie es stattgefunden hat, in dieser Form bei einem Unfall nicht möglich gewesen wäre.  

Zu Beginn ist der Film eher ruhig aufgebaut, setzt auf Dialoge und beschäftigt sich vor allem mit der Gemütsverfassung von Raoul. Dargestellt wird dieser von Clovis Cornillac („Eden Log“), der den kantigen, um Fassung bemühten Mann bestens verkörpert. Marie-Josée Croze („Schmetterling und Taucherglocke“) wirkt in ihrem Part als Aktivistin ein klein wenig zu überdreht. Vor allem zum Ende hin erscheint sie selbst für ihre Rolle immer mehr überdreht, was zum Teil aber auch am Drehbuch liegt. So zum Beispiel als sie in der Waschanlage das Fenster auf Raouls Seite öffnet, damit dieser ihr dankt oder aber klatschnass wird. Begleitet wird das Ganze dann noch von ihrem lauten Lachen. Das soll vielleicht ein wenig sympathisch wirken, ist am Ende aber einfach nur albern. Mit der Zeit wird dann von den Dialogen immer mehr auf Action umgeschaltet und ehe man sich versieht, gibt es schon die Auflösung des Todes. Dabei wird dann der Verschwörungsplot ein wenig verdreht und wird dadurch wahrscheinlich den einen oder anderen ein wenig enttäuschen. Auch die fehlende Konsequenz in der Anklage der Rücksichtslosigkeit der Pharmakonzerne wird mit dem Ende vermisst. Aber auch wenn „The Protocol“ nicht zum ganz großen Schlag ausholen kann, was zum Teil sicherlich auch am Budget lag, wird er zu keiner Sekunde langweilig und kann die gesamte Laufzeit über gut unterhalten.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild der Blu-ray ist gut umgesetzt und bietet eine gute Detailfülle mit durchschnittlich guter Schärfe. Glanzlichter können hinsichtlich des Seherlebnisses damit zwar nicht gesetzt werden, was von einer kleineren Produktion aber nicht unbedingt erwarten werden kann. Der deutsche Ton in DTS HD-Master Audio 5.1 ist gut zu verstehen und greift auch regelmäßig auf die Surroundlautsprecher zurück. Hier gilt das gleiche wie beim Bild – ganz sicher kein Referenzcharakter, aber solide Hausmannskost allemal.

Als Extra gibt es neben dem Trailer noch ein rund 26-minütiges Making Of, in dem eine Mischung aus Bildern vom Dreh und Statements einzelner Künstler einen Einblick in die Produktion des Filmes gegeben und in dem auch ein wenig auf die Intentionen eingegangen wird.

Fazit:
„The Protocol – Jeder Tod hat seinen Preis“ ist ein ordentlicher Pharma-Thriller, der zum Ende nicht mehr die gleiche Konsequenz an den Tag legt wie noch zu Beginn. Die Spannung wird zum Schluss immer wieder für durchschnittliche Actioneinlagen fallengelassen und die Auflösung kann auch nicht unbedingt begeistern. Aber für ordentliche und spannende Unterhaltung reicht es allemal.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,35:1
2,35:1
92:51 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Französisch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Trailer
The Protocol - Jeder Tod hat seinen Preis - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
The Protocol - Jeder Tod hat seinen Preis
Le nouveau protocole

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Ein ordentlicher Pharma-Thriller, dem zum Ende hin aber ein wenig die Konsequenz fehlt


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Frankreich, 2008
Regie:
Thomas Vincent
Drehbuch:
Thomas Vincent, Eric Besnard
Darsteller:
Clovis Cornillac, Marie-Josée Croze, Stéphane Hillel, Dominique Reymond, Gilles Cohen, Philippe Ohrel

Label Deutschland :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
04.06.2010