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DVD-Besprechung - Pontius Pilatus

Story:
26 Jahre nach Christi Geburt wird Pontius Pilatus (Jean Marais) von den römischen Imperatoren zum Statthalter von Palästina berufen. Um sich Sympathien in der wasserarmen Bevölkerung zu sichern, ordnet er den Bau eines riesigen Aquädukts an. Doch der Widerstand gegen den ungebetenen Herrscher formiert sich, als er die Hälfte der Tempelabgaben beschlagnahmen und den Adler - das Wahrzeichen des römischen Reiches - auf die Heiligtümer Jerusalems setzen lässt. Durch den Zuspruch seiner Frau Claudia (Jeanne Crain) gibt Pilatus nach und verhindert ein Blutbad. Sie erzählt Pilatus auch zum ersten Mal von Jesus und seinem Schaffen. Und kurze Zeit später wird er das Volk fragen, ob es dem Messias oder Barabbas die Freiheit schenken will, und Pilatus wird seine Hände in Unschuld waschen.

Meinung zum Film:
Rom, Mitte des ersten Jahrhundert nach Christus. Pontius Pilatus steht vor dem Senat, um sich vor ihm und Kaiser Caligula für seine Taten zu verantworten. Ihm wird vorgeworfen, während seiner Amtszeit als Statthalter von Jerusalem die Juden unterdrückt zu haben. Doch er schweigt zu den Vorwürfen und in einer Rückblende bekommt der Zuschauer die ganze Geschichte zu sehen. Sie beginnt mit Pilatus' Amtsantritt, der bereits unter einem schlechten Stern steht, da Attentäter - darunter auch ein gewisser Barabbas (Livio Lorenzon) - auf den neuen Herrscher schießen und es zu Ausschreitungen kommt. Wieder im Palast, lässt sich Pilatus ausführlich über die Situation im Land berichten. So erfährt er nicht nur, dass Barabbas bereits wegen anderer Delikte gesucht wird, sondern auch, dass ein Wanderprediger namens Jesus ein Dorn im Auge des jüdischen Königs Herodes ist, doch dieser nichts gegen ihn unternehmen möchte, um beim Volk nicht in Ungnade zu fallen.

Des Weiteren erfährt Pilatus davon, dass in der extrem armen Provinz Samaria gerade eine große Wasserknappheit herrscht. Deshalb will er zusammen mit dem Hohen Rat der Juden ein Aquädukt, also eine Wasserleitung bauen, doch man weigert sich, ihn zu unterstützen, da das Geld aus der Tempelsteuer "nur Gott" gehöre. Dafür erzählen sie Pilatus jedoch, dass ein Geldwechsler in Jerusalem die Leute betrügen soll und ihnen erzählen würde, römisches Geld sei "des Teufels". Er soll verhaftet werden, doch die Soldaten finden vor Ort nur seine Tochter Sarah (Letícia Román) vor und nehmen stattdessen sie mit. Unterdessen lässt Pilatus - entgegen dem Willen des Hohen Rats - die Wasserleitung durch Beschlagnahmung der Tempelsteuer bauen und als Beweis dafür, dass er nichts gegen die Juden hat oder gegen sie plant, lässt er Sarah frei und sie in seinem Palast wohnen. Über kurz oder lang kommen sie und Pilatus sich näher ... was natürlich etwas ungünstig ist, als dessen Frau samt Sohn aus Rom eintrifft ...

"Pontius Pilatus" orientiert sich an den typischen Monumentalfilmen der 1950er und 1960er und schafft es zum Teil durchaus, die Qualität seiner großen amerikanischen Vorbilder zu erreichen. Die Ausstattung braucht sich nicht zu verstecken, es gibt zahlreiche Massenszenen und alles ist solide und optisch überzeugend inszeniert. Besonders die zu Unterhaltungsszwecken veranstaltete "Seeschlacht" in einem Wasserbecken ist hierbei beeindruckend. Auch die Darstellerriege, die einige internationale Stars umfasst, kann sich sehen lassen. Ein bisschen problematisch ist bei dieser Charakterstudie des Pilatus allerdings, dass er selbst ein wenig zu blass dargestellt wird. Er trägt zum Fortgang des Geschehens nicht wirklich viel bei und entwickelt sich zudem kaum weiter. Das ist ein bisschen schade, da die Figur sicherlich einige Möglichkeiten zur tiefergehenden Darstellung geboten hätte. Trotzdem ist "Pontius Pilatus" über weite Strecken ein unterhaltsamer und nett anzusehender Film.

Digitale Aufarbeitung:
Koch Media präsentiert "Pontius Pilatus" in einer digital remasterten Fassung - und tatsächlich zeigen sich aus technischer Sicht auch kaum Probleme. Zwar sind immer noch einige analoge Defekte erkennbar, insgesamt wirkt der Transfer jedoch sehr klar und auch die Schärfe weiß zu gefallen. Farben und Kontrast zeigen sich ebenfalls stimmig. Rauschen tritt nur in geringem Umfang auf. Der Ton liegt auf Deutsch und Italienisch in Mono vor. Beide Fassungen klingen leicht blechern und wenig beeindruckend, was in Anbetracht des Alters kaum überrascht. Dafür bieten sowohl die deutsche als auch die italienische Version trotzdem jederzeit gute Dialogverständlichkeit.

Als Bonusmaterial gibt es lediglich den Trailer zum Film sowie eine Bildergalerie mit Werbematerial. Die DVD verfügt zudem über ein Wendecover ohne FSK-Logo.

Fazit:
"Pontius Pilatus" ist ein gefälliger Monumentalfilm aus Italien, der sich hinter den großen amerikanischen Vorbildern nicht verstecken muss. Die Charakterzeichnung von Pilatus selbst hätte zwar etwas tiefgründiger sein können, der Film bietet aber trotzdem gute Unterhaltung. Die DVD von Koch Media überzeugt durch eine gute technische Qualität, das Bonusmaterial hätte allerdings etwas umfangreicher ausfallen können.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
2,35:1
2,35:1
95:33 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Italienisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Trailer
  • Bildergalerie
Pontius Pilatus - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Pontius Pilatus
Ponzio Pilato

Bild unseres Mitarbeiters Jano Rohleder
Gefälliger italienischer Monumentalfilm


Autor der Besprechung:
Jano Rohleder

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Italien / Frankreich, 1962
Regie:
Gian Paolo Callegari, Irving Rapper
Drehbuch:
Gino De Santis
Darsteller:
Jean Marais, Jeanne Crain, Basil Rathbone, Letícia Román, Massimo Serato

Label Deutschland :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
04.06.2010