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Das TodesspielEine ganz heiße NummerDas Haus der Geheimnisse

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DVD-Besprechung - Das Grab der Ligeia

Story:
"Das Grab der Ligeia" basiert auf einer Kurzgeschichte von Edgar Allan Poe und erzählt die Geschichte eines Dozenten und Schriftstellers, der einer geheimnisvollen Studentin verfällt. Er verlässt für sie sogar seine Verlobte und zieht aus seiner Heimat weg, doch weiß er nicht, dass seine neue Freundin ein dunkles Geheimnis mit sich trägt ... Aufgrund einer mysteriösen Krankheit muss sie sich düsteren Ritualen widmen, um ihr Überleben zu sichern. Doch als er dies entdeckt, ist es schon zu spät.

Meinung zum Film:
Jonathan Merrick (Wes Bentley, "Ghost Rider") ist ein erfolgreicher Autor und Dozent, dem in einer seiner Vorlesungen auffällt, dass ihn die unwiderstehlich schöne Studentin Ligeia (Sofya Skya) seit einiger Zeit zu verfolgen scheint. Obwohl er eine glückliche Beziehung mit seiner Verlobten Rowena (Kaitlin Doubleday, "Catch Me If You Can") führt und sich auch mit deren Vater (Michael Madsen, "Kill Bill") sehr gut versteht, verfällt er ziemlich schnell dem Bann der mysteriösen jungen Frau. Es kommt schließlich zur Hochzeit der beiden und sie ziehen gemeinsam in ein altes Herrenhaus, irgendwo nach Russland ans Schwarze Meer. Noch ahnt Merrick nichts von den Geheimnissen seiner Frau, doch bald stellt sich heraus, dass Ligeia von einer unheilbaren Krankheit befallen ist und die Seelen anderer Menschen stiehlt, um dem Tod zu entkommen ...

Bereits 1964 erschien mit "Das Grab der Lygeia" eine Adaption der gleichnamigen Kurzgeschichte von Edgar Allan Poe, die damals von B-Movie-Veteran Roger Corman als Abschluss seiner mehrteiligen Reihe an Poe-Verfilmungen mit Vincent Price gedreht wurde. 45 Jahre später nahm sich Jungregisseur Michael Staininger den Stoff erneut vor und liefert mit dem vorliegenden Film eine zeitgemäße Umsetzung des Gruselklassikers ab, die dennoch ein gewisses Gothic-Flair nicht vermissen lässt. Insgesamt bietet "Das Grab der Ligeia" - wenngleich über Weite Strecken ein bisschen zu gemächlich erzählt - hinsichtlich der Inszenierung solide Handwerkskunst. Optisch weiß der Film zu gefallen und fängt besonders im letzten Teil, der im düsteren Herrenhaus spielt, das Wesen der Poe-Klassiker gekonnt ein. Schauspielerisch sieht es da leider schon ein bisschen anders aus. Sofya Skya wirkt zwar überzeugend düster und geheimnisvoll, doch bereits bei Wes Bentleys Leistung zeigen sich Schwächen. Dies dürfte größtenteils daran liegen, dass das Drehbuch seine Figur zu wenig ausgearbeitet hat und man über ihn einfach zu wenig erfährt, um seine Handlungen durchwegs nachvollziehen zu können. Die mit einigen großen Namen (Michael Madsen, Eric Roberts u.a.) besetzten Nebenrollen sind dann sogar derart klein, dass sie für die Handlung nicht wirklich ins Gewicht fallen.

Die gelegentlichen Lücken bei der Logik zeigen sich als das größte Problem des Films. Warum genau fühlt sich Merrick so stark von Ligeia angezogen? Warum gibt ihm seine Verlobte, nachdem sie einfach mal mir nichts, dir nichts von ihm verlassen wird, nicht einfach den Laufpass, sondern will ihn trotzdem zurückgewinnen? Was genau ist die Krankheit, die Ligeia hat, und wie kam es zu ihren übernatürlichen Fähigkeiten? Das alles wird dem Zuschauer hier nicht wirklich klar, wodurch der Filmgenuss etwas getrübt wird. Auch kommt trotz der größtenteils stimmigen Atmosphäre keine wirkliche Gruselstimmung auf. So bleibt "Das Grab der Ligeia" ein einerseits durchaus gelungener Mysterykrimi, der aber andererseits zu viele Schwächen hat, um wirklich überzeugen zu können.

Digitale Aufarbeitung:
Der Bildtransfer von "Das Grab der Ligeia" wirkt klar und sauber, hat aber Probleme mit der Schärfe, die alles sehr weich erscheinen lässt und nur wenige Details zeigt. Dabei wurde sogar anscheinend bereits nachgeschärft, da gelegentlich Doppelkonturen auszumachen sind und das Bild ziemlich stark rauscht. Die Farben wirken natürlich, Kompressionsprobleme fallen nicht auf. Der Ton liegt auf Deutsch und Englisch in Dolby Digital 5.1 vor und leistet solide Arbeit. Die Dialoge sind jederzeit klar verständlich, auch die Musik verteilt sich angenehm im Raum. Insgesamt bleibt das Geschehen aber recht frontlastig.

Als Bonusmaterial gibt es neben dem Trailer zum Film insgesamt zehneinhalb Minuten an Deleted Scenes sowie eine halbe Stunde an Interviews mit Cast und Crew, die recht interessant ausgefallen sind, aber keine wirklich tiefgründigen Informationen bieten. Die "limitierte Erstauflage" der DVD enthält zudem das Booklet "Vorstellung und Kritik verschiedener Interpretationen zu 'Ligeia'". Diese Hauptseminarsarbeit von Raluca Bibescu ist durchaus ansprechend, für den Ottonormalzuschauer allerdings einfach zu wissenschaftlich, zumal sie sich auf die ursprüngliche Kurzgeschichte von Poe bezieht, mit der der Film nicht mehr wirklich viel zu tun hat. Somit wird dieses Booklet wohl weitgehend ungelesen bleiben.

Fazit:
"Das Grab der Ligeia" ist eine zeitgemäße Umsetzung der Kurzgeschichte von Edgar Allan Poe, die allerdings mit der literarischen Vorlage nur noch wenig gemein hat. Die Inszenierung zeigt einige gute Ansätze und auch die Atmosphäre ist stimmig, doch hat das Drehbuch mit zu schwach ausgearbeiteten Charakteren und einigen Logiklücken zu kämpfen. Technisch bewegt sich die DVD auf mittelmäßigem Niveau, was vor allem an der schwachen Schärfe des Transfers liegt. Das Bonusmaterial ist einigermaßen interessant, aber leider nicht sehr umfangreich.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,35:1
2,35:1
85:37 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch, Niederländisch
Bonusmaterial:
  • Deleted Scenes
  • Interviews
  • Trailer
  • 20-seitiges Booklet "Vorstellung und Kritik verschiedener Interpretationen zu 'Ligeia'"
Das Grab der Ligeia - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Das Grab der Ligeia
The Tomb

Bild unseres Mitarbeiters Jano Rohleder
Zeitgemäße Poe-Adaption mit Schwächen


Autor der Besprechung:
Jano Rohleder

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2009
Regie:
Michael Staininger
Drehbuch:
John Shirley
Darsteller:
Wes Bentley, Kaitlin Doubleday, Sofya Skya, Michael Madsen, Eric Roberts

Label Deutschland :
Splendid Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
28.05.2010