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Blu-ray-Besprechung - Fleischermeister - Geschnitten oder am Stück
Story:
Nachdem Daniela spurlos verschwunden ist, machen sich ihre Freunde große Sorgen um ihren Verbleib. Die einen gehen davon aus, dass sie sich nur eine Auszeit genommen hat und von nichts und niemandem etwas hören will. Andere wiederum glauben, dass sie das Opfer eines Serienkillers mit dem Namen Fleischermeister wurde. Eine mögliche Spur bei der gestarteten Suche nach Daniela führt in einen alten Bunker, in dem sich die Gruppe hinab begibt. Doch kaum dort angekommen werden sie zu Gejagte, die um ihr eigenes Leben zu fürchten beginnen.
Meinung zum Film:
„Fleischermeister – Geschnitten oder am Stück“ ist der erste abendfüllende Film des 1971 in der Sowjetunion geborenen Regisseurs Oleg Assadulin und gleichzeitig auch der Abschlussfilm seines Studiums an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB). Zu seinen weiteren Arbeiten zählen neben Kurzfilmen auch Videoclips, die er u.a. für „The Bosshoss“, „Reamon“ oder „Juli“ inszenierte. Das Drehbuch zum Film verfasste er zusammen mit Christoph Callenberg, der danach für die TV-Serie „Küstenwache“ Drehbücher schrieb. Bei der Besetzung der Rollen wurde nicht zu letzt wegen eines Mini-Budgets auf etwas bekanntere Gesichter aus dem persönlichen Umfeld gesetzt. So sind u.a. Nikola Kastner („FC Venus“), Joscha Kiefer („Verbotene Liebe“), Mirko Lang („Post Mortem“), Max Mauf („Die Welle“), Ellenie Salvo González („Hui Buh“), Sven Walser („Wie die Karnickel“) und Friedelise Stutte („Hinter Gittern“) im Film zu lesen.
Die Stimmung des Films erinnert ein wenig an „The Hole“. Die Gruppe ist in dem düsteren Bunker unterwegs und nach und nach breitet sich immer mehr eine bedrohliche Stimmung und die Atmosphäre untereinander wird immer aggressiver. Zu Beginn gibt es kleinere Probleme und Meinungsverschiedenheiten unter den Freunden, wodurch der Ton zusehends rauer wird. Vor allem die immer größer werdenden Diskussionen darüber, ob Daniela wirklich verschwunden ist oder ob sie sich einfach nur eine Auszeit nimmt, drohen immer weiter zu eskalieren. Auch die Frage, ob der Fleischermeister wirklich existiert, wird immer mehr zum Reizthema. Die klaustrophobische Enge des Bunkers und die ständige Dunkelheit sorgen für zusätzlichen psychischen Druck bei den Protagonisten. Spannung will trotz der vielversprechenden Ausgangslage aber trotzdem nicht so recht aufkommen. Ein Grund hierfür sind die recht blassen Darsteller, die maximal auf durchschnittlichem TV-Soap-Niveau agieren. Dadurch wirken die Charaktere insgesamt sehr flach und lassen es kaum zu, dass man als Zuschauer Sympathien oder gar eine Bindung zu ihnen aufbaut.
Mag der Titel des Films vielleicht noch vielversprechend klingen und die Freude auf ein paar nette Bluteffekte und Slasher-Einlagen wecken, bleibt das filmische Werk diese dann letzten Endes komplett schuldig. Das bisschen an Horror-Spannung, die im Film zu finden ist, setzt sich meist aus Cheap-Shocks eines Qualitätsgrads von „Buh“-Rufen aus dem Dunklen zusammen. Ansonsten beschränkt sich diese die meiste Zeit über nur aus Angst vor dem Dunkeln und einer sich kaum manifestierenden Bedrohung zusammen. Negativ fällt auch ins Gewicht, dass es sehr anstrengend ist in dem sehr dunkel gehaltenen Bild etwas zu erkennen, was auf Dauer das Zusehen übermäßig anstrengt. Die wackelige Handkamera trägt ebenfalls ihren Teil dazu bei, dass die Anstrengung beim Zusehen nicht abnimmt. Lediglich der eingängige Soundtrack von Jens Langbein („Tatort“) und David Schoch („Evet, ich will!“) sorgt zumindest stellenweise dafür, dass eine spannungsgeladene Atmosphäre entsteht. Der Film selbst schafft dies aber weder über seine Bilder noch über die Geschichte. Und die Auflösung der Geschehnisse ist dann nicht nur inhaltlich schwach, sondern zusätzlich auch wieder ein Beispiel für das wenig ansprechende Schauspiel im Film. Aber es sollte nicht vergessen werden, dass der „Fleischermeister“ einen Abschlussfilm darstellt. Das Team hinter der Kamera hat durchaus vorhandenes Talent aufblitzen lassen und es ist nicht auszuschließen, dass es von ihnen in Zukunft weitaus besseres zu sehen gibt. Diesmal hat es aber leider nicht dazu gereicht, um wirklich spannend unterhalten zu können.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild der Blu-ray ist geprägt vom grobkörnigen Bild, das vor allem bei den dunklen Szenen im alten Bunker sehr stark zum Tragen kommt. Die Aufnahmen spielen zum großen Teil in den düsteren und dunklen Gängen des alten Bunkers, was den Bildschirm meist zu einem großen Anteil in schwarze Flächen taucht. Der Kontrast erscheint ein wenig hoch angesetzt, was teils für überstrahlende weiße Flächen sorgt. Die Schärfe liegt in einem guten Durchschnittsbereich, kann allerdings keine Glanzlichter setzen. Der deutsche Ton in DTS-HD Master Audio 7.1 setzt in Sachen Surroundeffekte keine Glanzlichter und ist stellenweise auch in den Dialogen nicht immer ganz klar zu verstehen.
Als Extra gibt es einen Audiokommentar mit Regisseur Oleg Assadulin, Kameramann Markus Zucker und Produzent Nikolaus Lohmann, der einen sehr guten Einblick in die Probleme bei der Erstellung eines Abschlussfilms bietet. Vor allem Produzent Nikolaus Lohammn hält einige interessante Fakten und Anekdoten bereit. Auf der Blu-ray zu finden gibt es zusätzlich noch eine Bildergalerie und den Trailer zum Film. Zusätzlich liegt noch eine DVD mit der sogenannten „Copy-to-go“-Version des Films bei. Hierüber kann der Film auf Handhelds wie PSP, Blackberry oder iPod übertragen werden.
Fazit:
„Fleischermeister“ ist der DFFB-Abschlussfilm unter der Leitung von Jung-Regisseur Oleg Assadulin und unter diesem Gesichtspunkt betrachtet sicherlich ganz okay. Doch die wackelige Handkamera und die sehr dunklen Bilder sind sehr anstrengend beim Sehen des Films, die Schauspieler können nur selten überzeugen und das Drehbuch lässt nur selten Spannung aufkommen. Vom reinen Unterhaltungswert gesehen ist das Ergebnis somit alles andere als gelungen und dürfte beim Zuschauer nur wenig Freude aufkommen lassen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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97:06 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch DTS-HD Master Audio 7.1 |
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Untertitel:
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Englisch |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar mit Regisseur Oleg Assadulin, Kameramann Markus Zucker und Produzent Nikolaus Lohmann
- Bildergalerie
- Trailer
- Copy-to-Go-Version für Handhelds
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Fleischermeister
Locked
Ein anstrengend anzusehender und nur wenig spannender Thriller
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2008 Regie: Oleg Assadulin Drehbuch: Oleg Assadulin, Christoph Callenberg Darsteller: Jannik Büddig, Nikola Kastner, Joscha Kiefer, Mirko Lang, Max Mauff, Lucie Pohl, Ellenie Salvo González, Friedelise Stutte, Gerdy Zint, Sven Walser, Ulas Kilic
Label :
Infopictures
Verkaufsstart : 25.06.2010
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