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Blu-ray-Besprechung - Gestern, heute und morgen
Story:
In drei Episoden wird das Leben von Frauen in unterschiedlichen Jahrzehnten und Gebieten Italiens gezeigt. Adelina Sbaratti (Sophia Loren) lebt zusammen mit ihrem Mann Carmine (Marcello Mastroianni) in Neapel in ärmlichen Verhältnisse und ist Mutter von mehreren Kindern. Anna Molteni (Sophia Loren) ist eine gelangweilte Millionärsgattin, die in Mailand lebt und ein Verhältnis mit dem Schriftsteller Renzo (Marcello Mastroianni) hat. Mara (Sophia Loren) ist eine Edelprostituierte mit großem Herz in Rom, zu deren Stammkunde Industriellensohn Augusto Rusconi (Marcello Mastroianni) gehört. Alle haben sie mit ihren eigenen, vollkommen unterschiedlich gelagerten Problemen zu kämpfen.
Meinung zum Film:
„Gestern, heute und morgen“ von Regisseur Vittorio de Sica erhielt 1965 den Oscar für den besten fremdsprachigen Film. Bereits 1950 wurde ein anderer Film des italienischen Filmemachers mit einer vergleichbaren Auszeichnung bedacht. Sein auch heute noch bei vielen Filmfreunden hoch im Kurs stehender „Fahrraddiebe“ erhielt einen „Honorary Award“ für den besten fremdsprachigen Film, da zu dieser Zeit die Kategorie für den besten fremdsprachigen Film noch nicht eingerichtet war. Die weibliche Hauptrolle in „Gestern, heute und morgen“ wurden mit der äußerst beliebten italienischen Künstlerin Sophia Loren („...und dennoch leben sie“) besetzt, mit der Vittorio de Sica schon selbst in „Schade, dass Du eine Kanaille bist“ vor der Kamera. Mit von der Partie war damals auch Marcello Mastroianni („Scheidung auf italienisch“), der in diesem Film die männlichen Hauptrollen an der Seite von Signora Loren übernahm. Produziert wurde das Werk vom erfolgreichen italienischen Produzenten Carlo Ponti („La Strada - Das Lied der Straße“), der mit dem Regisseur und den beiden Hauptdarstellern auch schon bei „Hochzeit auf italienisch“ zusammen gearbeitet hatte.
In den einzelnen Episoden wird gemäß dem Titel des Films und aus damaliger Sicht ein Blick auf das Leben einzelner Frauen zu verschiedenen Zeiten gezeigt. Der Blick in Richtung gestern geht zu Adelina, die zusammen mit ihrem Mann in Neapel lebt. Während ihr Gatte arbeitslos ist, versucht sie durch den Verkauf von Zigaretten auf der Straße für den Unterhalt zu sorgen. Als ihr eine Gefängnisstrafe droht und sie erfährt, dass schwangere Frauen erst dann ihre Haft antreten müssen, wenn der Nachwuchs 6 Monate alt ist, gehen Sie und ihr Gatte in Serienproduktion. Dies führt aber nur zu einem temporären Aufschieben des Haftantritts, aber keinesfalls zu einer Aufhebung der Strafe. Der Blick auf die damalige Gegenwert richtig sich auf Anna, die ein rücksichtsloses Leben führt, bei dem materielle Dinge als gegeben angesehen werden und in dem Regeln und Anstand keinen Platz haben. Mit Renzo hält sie sich einen Geliebten, der für sie nicht mehr als ein gehorsamer Wauwau für die Tage ist, an denen sie sich einsam und gelangweilt fühlt. Während Renzo der Illusion hinterher hängt, es könne sich eine ernste Beziehung, die auf gegenseitigem Respekt beruht daraus entwickeln, kommt es seitens Anna über die wenig ernst gemeinten Worte, dass sie das ebenso sieht nicht hinaus.
Abschließend wird noch ein Blick auf die Zukunft geworfen, die aus heutiger Sicht aber auch schon wieder nur Vergangenheit ist. Während die erste Episode am ehesten als heiterer Blick auf ein verrücktes Familienleben bezeichnet werden kann und die zweite als eher kritischer Blick auf die Oberflächlichkeit der High Society, geht der abschließende Beitrag als heiteres und lockeres Sehvergnügen durch. Sophia Loren spielt diesmal eine Prostituierte, die erst einem angehenden Priester den Kopf verdreht und anschließend versucht ihm diesen wieder zu richten. Mit von der Partie sind dabei eine resolute alte Dame, die das horizontale Gewerbe der Nachbarin überhaupt nicht gut heißen will und Augusto Rusconi, ein Hals-über-Kopf in Mara verliebter Sohn eines Nudelpatriarchen aus Bologna. Und zu guter Letzt gibt es dann einen recht berühmten Striptease von Sophia Loren zu bewundern, dessen Höhepunkt aber nicht nur Augusto wegen eines Schwurs verwehrt bleibt. Überhaupt nicht verwehrt wird jedoch der lockere Spaß, den „Gestern, heute und morgen“ dem Zuschauer beim Sehen des Films bietet. Wer lockere Unterhaltungskost mit südländischem Flair aus der Mitte des letzten Jahrhunderts zu seinen Sehgewohnheiten zählt, sollte sich diese Zeitreise gönnen.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild der Blu-ray ist für einen derart alten Klassiker richtig gut gelungen. Verschmutzungen gibt es keine zu sehen und analoge Defekte gibt es nur dann ab und an zu erkennen, wenn man gezielt nach ihnen sucht. Die Farben wirken sehr kräftig, Helligkeit und Kontrast sind sehr gut abgestimmt. Etwas störend fällt stellenweise lediglich das sehr deutlich zu erkennende Filmkorn ins Auge, was aber immer noch besser ist als ein durch Filter seiner Schärfe und Details beraubtes Bild. Der deutsche Ton in DTS-HD Master Audio 2.0 hört sich noch relativ frisch an, im Gegensatz zum italienischen Originalton, der teils recht dumpf und durchweg etwas verrauscht klingt. Zu hören ist dies auch an zwei Stellen bei der deutschen Version, die offensichtlich nicht deutsch synchronisiert vorlagen. Zur besseren Verständlichkeit sind hier deutsche Untertitel zu sehen.
Als Extra gibt es den Trailer zum Film, eine kurze, zum Soundtrack ablaufende Bildergalerie und Texttafeln mit drei Biografien.
Fazit:
„Gestern, heute und morgen“ ist ein locker inszenierter Episodenfilm, der vor allem durch das sehr gut harmonierende Spiel zwischen Sophia Loren und Marcello Mastroianni, sowie der liebenswerten Inszenierung durch Regisseur Vittorio de Sica zu unterhalten versteht. Wer ältere Filme mit heiteren Themen aus Italien mag, wird hier sicherlich auch seine Freude dran haben.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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118:34 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch DTS-HD Master Audio 2.0 | Italienisch DTS-HD Master Audio 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Trailer
- Bildergalerie
- Biografien
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Gestern, heute und morgen
Ieri Oggi Domani
Oscar-prämierter Episodenfilm mit der glänzend aufspielender Sophie Loren nebst Filmpartner Marcello Mastroianni
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Italien / Frankreich, 1963 Regie: Vittorio De Sica Drehbuch: Eduardo De Filippo, Cesare Zavattini, Bella Billa, Lorenza Zanuso, Cesare Zavattini Darsteller: Sophia Loren, Marcello Mastroianni, Aldo Giuffrè, Agostino Salvietti, Tina Pica, Gianni Ridolfi, Tecla Scarano, Silvia Monelli, Pasquale Cennamo, Lino Mattera
Label :
Infopictures
Verkaufsstart : 25.06.2010
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