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DVD-Besprechung - 39 Stufen
Story:
1914, die Welt steht kurz vor einem Krieg. Die britische Regierung befürchtet, dass der eigene Kriegsapparat noch nicht konkurrenzfähig ist und hofft von daher, dass der Ausbruch des Krieges hinausgezögert werden kann. Deutsche Spione planen jedoch durch ein Attentat, einen sofortigen Ausbruch zu bewirken. Eher zufällig erfährt Richard Hannay (Robert Powell) von dem Plan, kann den Behörden gegenüber aber nichts sagen, weil die ihn wegen Mordes suchen, den er aber nicht begangen hat. Selbst auf der Flucht ergreift er die Initiative und beginnt auf eigene Faust seine Unschuld zu beweisen und dadurch auch den Ausbruch des Krieges zu verhindern.
Meinung zum Film:
„39 Stufen“ ist das Remake eines alten Hitchcocks-Filmes mit gleichem Namen. Beide Filme basieren auf dem Roman von John Buchan, unterscheiden sich aber in der Art, wie sie die Idee des Buches umsetzen. So wird z.B. bei Hitchcock eine Frau im Hotelzimmer des unfreiwilligen Helden ermordet, während im Remake ein von Spionen gejagter britischer Abgeordneter in der Bahnhofsvorhalle in seinen Armen verblutet. Regie bei der Neuauflage der Spionagegeschichte führte Don Sharp, der dem ein oder anderen Filmfreund wegen seiner Beteiligung an den „Dr. Fu Man Chu“-Filmen ein Begriff sein dürfte. Die Hauptrolle wurde mit Robert Powell besetzt, zu dessen bekanntesten Rollen sicherlich sein Auftritt in „Harlekin“ zählen dürfte.
Bei einem Film der im England Anfang des 20. Jahrhunderts angesiedelt ist, spielt die Ausstattung natürlich eine bedeutende Rolle. Sie trägt zu einem großen Teil zur Atmosphäre des Films bei und kann somit durchaus über den Unterhaltungswert des Filmes maßgeblich mitentscheiden. Was die Ausstattung an sich betrifft, ist alles gegeben was man vom alten England erwartet. Von Oldtimern über schicke Kleidung des britischen Adels wird alles geboten. Allerdings wirkt alles ein bisschen zu steril. Die Autos sehen meist aus wie frisch aus dem Museum entliehen, die Kleidung aller Personen sieht aus wie frisch aus der Nähstube und bei den Gebäuden könnte man meinen, noch den frischen Holzschnitt riechen zu können. Während das generelle Aussehen zwar erreicht wurde, erscheint dieses aber nicht gelebt. Dies drückt die Atmosphäre deutlich und spätestens wenn man das Szenario mal mit einer Folge „Poirot“ vergleicht stellt man schnell fest, warum bei der BBC TV-Serie eine lebendige Epoche entstand, im Film aber nicht mehr als eine Kulisse.
Nicht ganz überzeugen kann auch Robert Powell als Spion Wider willen. Er wirkt teils recht steif in seiner Mimik und hölzern in den Aktionen. Dadurch fällt es einem als Zuschauer eher schwer, Sympathien für ihn aufzubringen. Inhaltlich gibt es auch die eine oder andere Unsicherheit im Umgang mit der Logik. Ereignisse erscheinen nicht immer unbedingt ganz nachvollziehbar und auch das Finale hätte in dieser Form sicherlich niemals so stattgefunden. Wäre der Held auf direktem Wege von innen an die Zeiger von Big Ben gegangen, anstatt über eine waghalsige Kletterpartie von einem entfernten Punkt aus, wäre ihm eine Menge Angst erspart geblieben. Aber Regisseur Don Sharp ist nicht unbedingt bekannt dafür, logiksichere Bollwerke zu schaffen. Er hat sich in erster Linie darauf konzentriert, unterhaltsame Spannungswerke zu drehen. Und zumindest dabei ist ihm ein Teilerfolg bei „39 Stufen“ zu bescheinigen. Große Langeweile kommt nie auf, der Plot wird recht zügig vorgetragen und hat immer wieder einzelne Spannungshöhen zu bieten. Freunde von Krimis und Spionagegeschichten, die Anfang des letzten Jahrhunderts spielen werden von daher sicherlich trotz der genannten Schwachstellen zumindest kurzweilige Freude an dem Film haben. Spannung und Dramatik auf gutem TV-Film-Niveau wird hier auf jeden Fall geboten.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist lediglich im 4:3-Format auf der DVD enthalten, kann als solches aber durchaus überzeugen. Die Schärfe liegt im grünen Bereich, Rauschen und Bildstörungen sind nur selten auszumachen, dafür sind die Farben bis auf wenige Ausnahmen natürlich und kräftig. Der deutsche Ton in Dolby Digital 2.0 ist durchweg gut zu verstehen.
Extras gibt es keine auf der Disk zu finden.
Fazit:
„39 Stufen“ ist eine Spionagegeschichte, die im England des frühen 20. Jahrhunderts spielt. Trotz kleinerer Schwachstellen in Sachen Ausstattung, Schauspiel und Drehbuch bietet er ordentliche Unterhaltung auf TV-Film-Niveau. Vor allem Anhänger von historischen Krimi- und Spionagegeschichten sollten hier ruhig mal einen Blick riskieren. Die Erwartungen dabei aber nicht zu hoch ansetzen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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98:27 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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39 Stufen
The Thirty-Nine Steps
Ein netter Spionagekrimi auf TV-Film-Niveau
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
UK, 1978 Regie: Don Sharp Drehbuch: Michael Robson (basierend auf dem Roman von John Buchan) Darsteller: Robert Powell, David Warner, Eric Porter, Karen Dotrice, John Mills, George Baker, Ronald Pickup, Donald Pickering, Timothy West, Miles Anderson
Label :
WGF Verkaufsstart : 10.06.2010
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