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DVD-Besprechung - Die Rache des Wikingers 3

Story:
Europa, irgendwann um das Jahr 1000. Der dänische König unterdrückt die Wikinger immer stärker. Als er dann sogar befiehlt, dass sie künftig unter dänischer Flagge in See stechen und die Hälfte ihrer Fischereierträge an ihn abgeben sollen, wird der Plan geschmiedet, eine neue Heimat zu suchen. Der junge Wikinger Erik, der gerade zum Stammesführer ernannt wurde, bereitet also eine Expedition gen Westen vor und trifft mit einigen seiner Gefolgsleute bald in Amerika ein. Doch er ahnt nicht, dass sich Verräter in den eigenen Reihen befinden, die die Mission sabotieren sollen.

Meinung zum Film:
Bei einigen Labels ist es mittlerweile fast schon zu einer Art Tradition geworden, unbekanntere Filme unter neuen Reihentiteln zu veröffentlichen, um dem Käufer nahe zu legen, dass es sich um die Fortsetzungen bekannterer Streifen handelt, obwohl dies nicht der Fall ist. So auch hier bei "Die Rache des Wikingers 3" mal wieder geschehen. Während es sich bei den Filmen, die als die Teile 1 und 2 dieser "Reihe" veröffentlicht wurden, tatsächlich um die aufeinander aufbauenden isländischen Produktionen "Hakan, der Barbar" und "Im Schatten des Raben" aus den 1980ern handelte, ist "Die Rache der Wikinger 3" eine spanisch-italienische Produktion aus dem Jahr 1965 und war in Deutschland bisher unter den Titeln "Erik, der Wikinger" und "Die größten Abenteuer der Wikinger" bekannt. Dass dieser 20 Jahre zuvor entstandene Film in keiner Beziehung zu den anderen steht, ist daher also offensichtlich. Aber nun ja, immerhin geht es ja auch um Wikinger ...

Der Plot des unterhaltsamen Streifens ist schnell zusammengefasst: Erik (Giuliano Gemma, "Das Ende der Götter") ist ein junger, optimistischer Wikinger, der zusammen mit einigen tapferen Gefolgsleuten aufbricht, um eine neue Heimat für sein Volk zu entdecken, weil sein Dorf immer größerer Unterdrückung durch den dänischen König ausgesetzt ist. So startet er eine Expedition in den Westen, wo die Gruppe dann auch irgendwann in Amerika ankommt und auf die dortigen Ureinwohner trifft. Diese begegnen den Fremden Gästen zunächst mit Freundlichkeit, doch als einige der Wikinger anfangen, ihnen das Gold und die Frauen zu rauben, schwenkt die Stimmung um. Diese Chance nutzen die fiesen Verräter Sven (Gordon Mitchell, "Die Rückkehr der Wildgänse") und Olaf (Eduardo Fajardo, "Django"), um zusammen mit dem Häuptling des Stamms einen Plot zu schmieden, um Erik umzubringen. Das Ganze geht auf Eriks Vetter Eyolf (Erno Crisa, "Karthago in Flammen") zurück, der immer noch wütend darüber ist, dass nicht er, sondern Erik zum Stammesführer ernannt wurde. Daher hatte er Byarni und Olaf mit der Beseitigung des unliebsamen Konkurrenten beauftragt.

"Erik, der Wikinger" ist ein netter Wikingerfilm, der trotz seines Alters nicht allzu angestaubt wirkt und auch heutige Zuschauer noch gut zu unterhalten weiß. Die Kostüme wirken überzeugend und nicht zu trashig, die Handlung bietet nichts außergewöhnlich Neues, hat aber trotzdem einige spannende Momente zu bieten.Die Außenszenen kann man aus optischer Sicht heutzutage allerdings ein bisschen belächeln, da hier das typische fremde-Welt-Wald-Setting zahlreicher damaliger Filme zum Einsatz kommt und man bei der Ankunft der Wikinger in Amerika bei einigen Einstellungen genauso gut meinen könnte, sie wären in der Zukunft aus "Die Zeitmaschine" angekommen. Die schauspielerischen Leistungen wissen ebenfalls zu gefallen, wobei hier ein bisschen auffällt, dass die Figuren doch leicht klischeehaft dargestellt werden: Der gute Erik hat immer ein Lächeln auf den Lippen und scheint nie schlecht gelaunt, während man den fiesen Jungs ihre Bösartigkeit nicht nur wegen ihrer grimmigen Gesichter, sondern auch aufgrund diverser Narben bereits ansieht.

Digitale Aufarbeitung:
Der Transfer von "Erik, der Wikinger" sieht für sein Alter - immerhin ist der Film vor über 45 Jahren entstanden - erstaunlich gut aus. Das Bild wirkt überraschend klar und sauber, weder analoge Defekte noch Verschmutzungen fallen unangenehm auf. Der Transfer rauscht leicht, doch auch dies nicht in störendem Umfang. Die Farben sind kräftig und natürlich, auch die Schärfe weiß über weite Strecken zu gefallen. Lediglich Totalen sind oftmals etwas zu unscharf, sodass man bei Büschen dann nur noch einen grünen Brei statt Blättern sieht. Der Ton liegt auf Deutsch und Italienisch in Mono vor und bietet dementsprechend etwas blechernen Klang (die italienische Fassung klingt hierbei deutlich weniger dumpf als die deutsche), aber jederzeit gute Dialogverständlichkeit.

Bonusmaterial ist nicht vorhanden.

Fazit:
"Die Rache des Wikingers 3" ist eigentlich der Film "Erik, der Wikinger" bzw. "Die größten Abenteuer der Wikinger" aus dem Jahr 1965, hat also mit den 1980er-Produktionen, die als "Die Rache des Wikingers" 1 & 2 vermarktet wurden, nicht wirklich viel zu tun. Trotz seines Alters weiß der Film auch heute noch durchaus zu unterhalten und die DVD zeigt ihn zudem in einer überraschend guten technischen Qualität. Leider gibt es allerdings kein Bonusmaterial.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,66:1
1,66:1
90:26 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Italienisch
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Untertitel:
Keine Untertitel vorhanden.
Bonusmaterial:
  • -
Die Rache des Wikingers 3 - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Erik, der Wikinger
Erik, il vichingo

Bild unseres Mitarbeiters Jano Rohleder
Unterhaltsamer Wikingerfilm aus den 60ern


Autor der Besprechung:
Jano Rohleder

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Spanien / Italien, 1965
Regie:
Mario Caiano
Drehbuch:
Mario Caiano, Arpad DeRiso
Darsteller:
Gordon Mitchell, Giuliano Gemma, Eleonora Bianchi, Elisa Montés, Eduardo Fajardo

Label Deutschland :
MiG Film
Verkaufsstart Deutschland :
10.06.2010