 |
DVD-Besprechung - Nightmares in red, white and blue
Story:
Horrorfilme sind seit jeher umstritten und zugleich erfolgreich. Doch was steckt hinter dem Filmgene, das Werke hervorgebracht hat, die unterschiedlicher nicht sein können? Die Dokumentation "Nightmares in red, white and blue" liefert Antworten indem es Wurzeln und Einflüsse herausarbeitet und den amerikanischen Horrorfilm sowie dessen Veränderungen im Laufe seiner Entwicklung seit seinen Anfängen analysiert. Chronologisch von den ersten Stummfilmen über die Ära des klassischen Hollywood mit seinen schwarzweißen Monsterfilmen bis zu aktuellen Kinoschockern, erzählt "Nightmares in red, white and blue" von dem enormen Bedeutungsgehalt dieses verschrieenen Genres und wagt einen Blick hinter die Kulissen. Erstaunliches kommt dabei zutage das zeigt, wie vielseitig und durchdacht der Horrorfilm bereits zu seinen Anfangszeiten gewesen ist und was in den Köpfen der Macher vor sich geht.
Meinung zum Film:
Mit der Dokumentation "Nightmares in red, white and blue" kommt eine für Filmfans und Cineasten definitiv beachtenswerte DVD auf den deutschen Heimkinomarkt. In kleinsten Schritten wird von der Entwicklung des Horrorgenres seit den frühesten Anfängen berichtet. Ähnlich der ebenso empfehlenswerten Dokumentation aus dem Jahr 2000 "American Nightmare" von Adam Simon zeigt "Nightmares in red, white and blue" die enorme Vielseitigkeit des amerikanischen Horrorfilms und dessen allgegenwärtigen Gesellschaftsbezug. Joe Dante, Regisseur von Filmen wie "Gremlins" und "Das Tier" behauptet in einem seiner Kommentare, dass der Horrorfilm "zeigt wo das Land war". Das Genre als Spiegel einer Gesellschaft? - Dies kann als These der Doku festgehalten werden.
Von den Einflüssen durch gesellschaftlich-politische Ereignisse wie dem Zweiten Weltkrieg oder dem Kalten Krieg, mit seiner unterschwelligen andauernden Unsicherheit und der panischen Angst vor einem Atomschlag, bis hin zu William Castle ("The Tingler") und Alfred Hitchcock. Diese Doku verpackt ein ganzes Jahrhundert der Filmgeschichte zusammen mit den Vorkommnissen dieser Zeiten (vornehmlich in den USA) zu einem runden Informationspaket. Später kam der Vietnam-Krieg und die Gegenbewegung prägte die 1960er Jahre. Romero, Cronenberg, Carpenter und Wes Craven sind die prägenden Figuren dieser Ära. Freddy, Jason und andere erobern die Leinwand aber nie ohne die Einflüsse ihrer jeweiligen Schaffenszeit. All jene Ereignisse und Entwicklungen sorgten für einen enormen Kreativ-Output in Hollywood, die Produzenten hatten alle Hände voll zu tun ihre Ideen zu verwirklichen. Erkennbar wird, das die vorliegende Dokumentation einen sehr großen zeitlichen Rahmen erfasst und die Geschichte diverser Genre-Ikonen darstellt.
Kritisch betrachtet bietet "Nightmares in red, white and blue" zwar eine enorme Vielzahl an Filmbeispielen, doch der analytische Teil gerät leider etwas ins Hintertreffen. Der Eindruck entsteht, weniger Beispiele und an deren Stelle eine vergrößerte Aussagekraft, wäre insgesamt nützlicher gewesen. Der Film gibt viele Andeutungen und Ansätze, formuliert diese aber nicht konsequent aus. Das ist schade, denn in dieser Analyseaufgabe liegt der Schwerpunkt einer derartigen Untersuchung. Dennoch ist die Flut an Beispielen das Zeugnis einer gekonnten Recherche – wenn die Macher ihr Wissen jetzt noch geballter verpackt hätten, wäre der durchaus gelungene "Nightmares in red, white and blue" ein Volltreffer geworden, der gekonnt informiert und zusätzlich gut unterhält. Aufgebaut ist "Nightmares in red, white and blue" nach typischem Doku-Prinzip. Anhand von Filmbeispielen wird erklärt, ein unterstützender Kommentar gibt die hilfreichen Rahmeninformationen. Dazwischen sind Zeitzeugeninterviews geschnitten. Regisseure, Produzenten und andere Involvierte ergänzen die Filmausschnitte mit unterhaltsamen und elementar wichtigen Erzählungen.
Digitale Aufarbeitung:
Der Film wurde für seine Veröffentlichung auf DVD ordentlich umgesetzt. Die Bildqualität ist im Durchschnitt gut, natürlich kann Beispielmaterial aus der Stummfilmzeit kaum mit modernen Aufnahmen verglichen werden. Der Ton liegt auf deutsch und im englischen Original als Dolby-Digital-2.0-Spur vor , was jedoch für einen Dokumentarfilm ausreichend erscheint. Deutsche Untertitel sind optional einblendbar.
Über Extras verfügt die Disc leider nicht.
Fazit:
"Nightmares in red, white and blue" ist eine gelungene Horrorfilm-Dokumentation, die besonders Cineasten und Genrefans interessieren dürfte. Zusammengesetzt aus Filmbeispielen und Interviewsequenzen mit involvierten Filmemachern zeichnet der Film ein umfassendes Bild seines Gegenstands, bleibt aber etwas schwach im analytischen Teil. Leider fehlen der DVD jegliche Extras.
Technische Daten:
|
FSK-Freigabe:
|
Bildformat:
|
Laufzeit:
|
|
|
1,85:1
|
92:16 Minuten
|
|
Sprachen / Tonformate:
|
Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
|
Untertitel:
|
|
Deutsch |
|
Bonusmaterial:
|
|
|
|  |
Nightmares in red, white and blue
Nightmares in Red, White and Blue
Die volle Bandbreite Horrorfilm – Von den Anfängen bis zur Gegenwart
Autor der Besprechung:
Marcus Offermanns
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2009 Regie: Andrew Monument Drehbuch: Joseph Maddrey Darsteller: Darren Lynn Bousman, John Carpenter, Joe Dante, Roger Corman, Lance Henriksen, George A. Romero
Label :
WGF Verkaufsstart : 08.07.2010
|