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DVD-Besprechung - Heiße Hölle Korea

Story:
Der US-Infanterie-Oberst Steve Janowski (Robert Mitchum) übernimmt im Korea-Krieg diverse brisante Missionen. So gilt es für ihn fast aussichtslose Stellungen gegen eine große, feindliche Übermacht zu verteidigen, oder zu verhindern, dass sich nordkoreanische Invasoren als Teil von Flüchtlingsströmen nach Südkorea einschleusen. Außerdem verliebt er sich auch noch in die UN-Helferin Landa Day (Ann Blyth), die jedoch vom Krieg eher abgestoßen wird.

Meinung zum Film:
"Heiße Hölle Korea", ursprünglich eigentlich einfach nur "Korea" betitelt, ist ein amerikanischer Schwarz-Weiß-Kriegsfilm aus dem Jahr 1952. Er entstand somit also noch während des Koreakriegs, der am 25. Juni 1950 begann und am 27. Juli 1953 mit der Unterzeichnung eines Waffenstillstandsabkommens endete. Der Film erscheint als vierter Titel innerhalb der neuen Reihe "Vergessene Kriegsfilme" des MIG-Sublabels "Voulez Vous". Das bekannteste Gesicht der Darstellerriege ist sicherlich Robert Mitchum ("Die Totenliste"), während die weibliche Hauptrolle mit der heute bereits weitgehend in Vergessenheit geratenen Ann Blyth ("Ein Leben im Rausch") deutlich weniger prominent besetzt wurde. Die Regie übernahm Tay Garnett ("Im Netz der Leidenschaft"), der zu diesem Zeitpunkt bereits seine große Kinozeit hinter sich hatte und sich in den 50er/60er-Jahren vor allem mit Serienproduktionen für das Fernsehen über Wasser hielt. Der Film wurde von RKO Radio Pictures produziert, deren Chef zu dieser Zeit die amerikanische Unternehmerlegende Howard Hughes war, mit dem der Produzent des Films, Edmund Grainger ("Cimarron"), hier auch eng zusammenarbeitete. Hughes produzierte einige Filme für das US-Militär und auch hier ist die Mitarbeit bzw. Unterstützung militärischer Stellen offensichtlich.

"Heisse Hölle Korea" ist ein typischer amerikanischer Kriegsfilm älteren Baujahrs. Der eigentliche Konflikt wird zunächst völlig vereinfacht dargestellt. Da sind einmal die nordkoreanischen Agressoren, als Menschen weitgehend gesichtslos, im Kampf aber stets hinterlistig und feige, jedoch meistens in der Überzahl. Das hebt die Leistung der eigenen patriotischen Kämpfer, die sich vor allem durch Heldenmut bis zum Tod auszeichnen, noch weiter hervor. Natürlich dürfen auch Seitenhiebe gegen den im Hintergrund die Fäden ziehenden "roten Erzfeind" aus Moskau nicht fehlen. Auf der privaten Ebene wird natürlich die kitschige, unglaubwürdige Kriegsromanze serienmäßig mitgeliefert. Während jeder einzelne, gefallene Amerikaner betrauert wird und auch die Trauer seiner armen Angehörigen nicht ausgespart wird, sterben die Koreaner stets anonym, dutzendweise und niemand schert das einen feuchten Kehricht. Besonders gelungen ist das Werk als Werbefilm für die U.S. Air Force, die hier immer wieder unter schwerstem Beschuss und auf waghalsige Art und Weise Bodenziele bombardiert um die Jungs von der kämpfenen Truppe rauszuhauen. Diese Aufnahmen sind aufgrund der staatlich-militärischen Unterstützung auch handwerklich recht überzeugend ausgefallen, offensichtlich wurden hier auch Originalaufnahmen der Streitkräfte benutzt.

Typisch für diesen Filmtyp ist auch die lockere Stimmung bei den amerikanischen Truppen, irgendwo zwischen Kriegsabenteuer und Urlaubsstimmung in fremden Ländern. Dementsprechend sollte hier keine großartige Charakterzeichnung erwartet werden. Auch Robert Mitchum bleibt deshalb blass, Ann Blyth ist eher schmückendes Beiwerk und die Dialoge sind meist offenkundige Lückenfüller, die über die nicht sonderlich zahlreichen Actionszenen hinwegtäuschen sollen, wobei die Infanteriegefechte in ihrer Simplizität hier eher an alte Western erinnern. Denen hat der Film allerdings den regelmäßigen Einsatz von Panzerfäusten voraus, die hier für überraschenderweise recht beeindruckenden pyrotechnischen Feuerzauber bürgen. "Heisse Hölle Korea" hebt sich jedoch in einer zentralen Szene nochmal deutlich negativ von anderen zeitgenössischen Genrebeiträgen ab. In dieser Szene mischen sich nordkoreanische Agenten unter einen Flüchtlingstreck mit Frauen und Kindern, der schließlich nach einigen Warnschüssen, vor den Augen seiner Geliebten, von Janowski detailliert zusammengeschossen wird. Aber der Film wäre natürlich kein Kind seiner Zeit, wenn nicht auch Landa am Ende eingestehen müsste, dass Janowski in dieser Situation natürlich richtig gehandelt hat...

Digitale Aufarbeitung:
 "Heisse Hölle Korea" hat mittlerweile beinahe 60 Jahre auf dem Buckel und das ist der DVD auch durchaus anzusehen. Das Schwarz-Weiß-Bild besitzt eine bestenfalls noch durchschnittliche Schärfe und sorgt im Zusammenspiel mit den niedrigen Kontrastwerten für ein zu helles und eher weiches Bild. Verschmutzungen sind ebenfalls in größerer Anzahl vorhanden, während sich analoge Defekte in Grenzen halten. Bildrauschen und Kompressionsprobleme sind hingegen weitgehend vernachlässigbar. Allerdings ist auch der Bildstand teilweise etwas unruhig ausgefallen. Die deutsche Tonspur klingt trotz leichter Alterserscheinungen durchaus noch gut verständlich. Auch die deutsche Synchronisation älteren Datums klingt professionell und bietet bekannte Sprecher. Die englische Tonspur klingt hingegen etwas verzerrt und weist auch kleinere Nebengeräusche auf.  

Auf der DVD befindet sich lediglich ein dreiseitiger, zoombarer Programmheftscan ("Illustrierte FilmBuehne") aus dem Jahr 1952. Die DVD besitzt ein Wendecover.

Fazit:
"Heisse Hölle Korea" ist ein patriotisches Kriegsdrama in extrem einseitiger Darstellung, dem es leider auch häufiger an einem durchgängigen roten Faden mangelt. Diese Episodenhaftigkeit des Films wird auch durch die zahlreichen anspruchslosen Fülldialoge nicht überdeckt, an Actionszenen gibt es nicht viel zu sehen und gerade die Rechtfertigung der Auslöschung eines zivilen Flüchtlingstrecks erscheint moralisch mehr als verwerflich. Die vorliegende DVD bewegt sich für einen fast 60 Jahre alten Film technisch noch auf einem akzeptablen Niveau.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,33:1
1,33:1
100:56 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine Untertitel vorhanden.
Bonusmaterial:
  • Deutsches Programmheft von 1952
Heiße Hölle Korea - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Korea
One Minute to Zero

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Banales Kriegsabenteuer in propagandistisch-patriotischer Darstellung, teils am Rande der Menschenverachtung


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1952
Regie:
Tay Garnett
Drehbuch:
William Wister Haines, Milton Krims, Andrew Solt
Darsteller:
Robert Mitchum, Ann Blyth, William Talman, Charles McGraw, Margaret Sheridan, Richard Egan

Label Deutschland :
Voulez Vous Film
Verkaufsstart Deutschland :
04.06.2010