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DVD-Besprechung - Everyman's War
Story:
Don Smith (Cole Carson) und seine kleine Einheit sind Teil der 94sten-US-Infanterie-Division, die in den Ardennen stationiert ist. Eines Tages sehen sie sich jedoch einer deutschen Gegenoffensive durch die 11. Deutsche Panzerdivison gegenüber, der sie mit ihrer Ausrüstung nicht gewachsen sind. Es liegt jetzt an Don irgendwie die eigenen Truppen zu erreichen und sie rechtzeitig vor der drohenden Gefahr zu warnen.
Meinung zum Film:
"Everyman`s War" ist ein WK2-Kriegsfilm, der auf realen Geschehnissen basiert und seine Hauptfigur, Don Smith, ist als historische Persönlichkeit verbürgt. Gedreht wurde der Film mit offenkundig sehr niedrigem Budget von seinem Sohn Thad Smith. Dieser war auch ausführender Produzent und da das Drehbuch von Craig Smith stammt, blieb die komplette Kontrolle über den Film innerhalb der Familie Smith. Der Film lief recht erfolgreich auf einigen kleineren Independent-Festivals wie dem "GI Film Festival" oder dem "Indie Spirit Film Festival".
"Everyman`s War" hebt sich zunächst in einer Hinsicht wohltuend von vergleichbaren US-Genreproduktionen ab. Es geht dem Film trotz der Familienbande weder um Heldenverehrung noch um die Inszenierung eines möglichst patriotischen Schlachtengetümmels. Vielmehr versteht sich der Film als Darstellung des Krieges aus der Sicht eines typischen amerikanischen Infanteristen, der durch seine Einberufung von einem Tag auf den anderen aus seinem Zivilleben gerissen wurde und sich mitten im Kriegsgeschehen wiederfindet. Um dieses hehre Ziel zu erreichen, fehlt es dem Film aber leider einfach an zu vielen unverzichtbaren Ingredenzien. Das beginnt bereits mit den Darstellern, die keinen wirklich professionellen Eindruck hinterlassen und mit der Darstellung nervlich überspannter Frischlinge überfordert wirken. Besonders in Extremsituationen mit tiefergehenden Emotionen finden die Darsteller nie das gebotene Maß verhältnismäßiger Mimik und Gestik. Das offensichtlich sehr geringe Budget schadet außerdem der Authentizität der Darstellung. Die Ausstattung wirkt sehr bescheiden, so verfügt beispielsweise die gesamte 11. Deutsche Panzerdivision offensichtlich nur über ein einziges kampffähiges Gefährt, das zudem aufgrund von Tricksereien immer nur in Teilen zu sehen ist. Soldaten bestreiten im Schnee Gespräche über unmenschlich niedrige Temperaturen, statt ihres kondensierenden Atems sind jedoch lediglich Schweissperlen auf der Stirn der Darsteller zu sehen, weil es wohl doch recht warm im Studio war.
Aber auch der gute Wille der Verantwortlichen bringt keine Innovationen in die Welt der Kriegsfilme. Die dargestellten Klischeesoldaten werden zwar als Menschen gezeigt, tauschen aber letztendlich neben banalen Dialogen lediglich die üblichen Familienfotos aus. Wirklich an Tiefe gewinnt keiner der Charaktere und es wird inhaltlich nichts vermittelt, was nicht schon in Dutzenden anderen Kriegsfilme zu sehen gewesen wäre. Sehr gering ist auch die Zahl an Actionszenen ausgefallen, die zwar immerhin akustisch recht brachial wirken, bei denen aber ansonsten visuell auf Sparflamme gekocht wird. Außerdem verfügt der Film über eine enttäuschend konventionelle Kameraarbeit und auch die Schnittführung wirkt nicht immer ganz sauber.
Digitale Aufarbeitung:
Für einen nicht gerade hoch budgetierten Film bietet die DVD ein erfreulich gutes Bild. Die Bildschärfe und die Kontrastwerte bewegen sich auf einem guten Niveau, zudem wirkt die Farbgebung natürlich und relativ kräftig. Vor allem in helleren Szenen ist ein Bildrauschen wahrnehmbar, wirklich störend fällt es aber nicht ins Gewicht. Die DVD bietet drei Tonspuren, wobei die deutsche und englische Dolby-Digital-5.1-Tonfassung erwartungsgemäß qualitativ auf einer Stufe liegen. Besonders in den Kampfszenen klingt das Geschehen sehr brachial und bietet auch einige Raumklangeffekte. Die deutsche Dolby-Digital-2.0-Tonspur klingt hier deutlich mickriger. Alle drei Tonspuren bieten aber hinsichtlich der Dialoge eine gute Verständlichkeit. Die deutsche Synchronisation ist leider einigen qualitativen Schwankungen unterworfen, wirkt teilweise bezüglich der Sprecher etwas unprofessionell und klingt atmosphärisch stark nach Tonstudio. Ein wenig lieblos und unpassend wirkt auch die fehlende Übersetzung von amerikanischen Lautsprecherdurchsagen.
Auf der DVD befindet sich lediglich der englischsprachige Trailer zum Film. Die Veröffentlichung besitzt ein Wendecover.
Fazit:
"Everyman`s War" wirkt weder sonderlich authentisch noch transportiert der Film inhaltlich eine tiefergehende Message. Vielmehr gönnt sich das Drehbuch zahlreiche Kunstpausen, verfügt dafür über keine ernstzunehmenden Actionszenen und verhilft dem Film insgesamt zu einem Eindruck, der vor allem mit den Attributen seicht, ideenlos und unprofessionell umschrieben werden kann. Denn besonders die schwachen Darsteller und unzureichenden Gefechtsszenen erinnern immer wieder unweigerlich an das unzureichende Produktionsbudget, was durch handwerkliche Mängel z.B. bei der Kameraführung noch untermauert wird, und auch durch die technisch gute Qualität der DVD nicht ausgeglichen werden kann.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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100:29 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Englischsprachiger Trailer zum Film
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Everyman`s War - Hölle in den Ardennen
Everyman`s War
Seichter Kriegsfilm über den Soldatenalltag mit unübersehbar unzureichendem Budget in eher semi-professioneller Darstellung
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2009 Regie: Thad Smith Drehbuch: Craig Smith Darsteller: Cole Carson, Lauren Bair, Michael J. Prosser, Sean McGrath, Eric Martin Reid, Brian Julian
Label :
WGF Verkaufsstart : 08.07.2010
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