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Die Welt in 10 Millionen JahrenAbgehört - Trau niemals einem CopNine

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DVD-Besprechung - Von der Erde zum Mond

Story:
Kurz nach dem Ende des Amerikanischen Bürgerkriegs entwickelt der Rüstungsingenieur Victor Barbicane (Joseph Cotten) die Substanz "Power X", die eine unglaubliche Sprengkraft besitzt. Sein Ziel ist es mit Hilfe dieses Sprengstoffs und mit der finanziellen Unterstützung anderer Rüstungsmagnaten ein unbemanntes Projektil auf den Mond zu schießen um dort eine auch auf der Erde sichtbare Explosion auszulösen. Sein Erzrivale Stuyvesant Nicholl (George Sanders), dessen hitzebeständige Keramik für Barbicanes Mission unabdingbar ist, hält ihn jedoch für wahnsinnig und versucht ihn mit allen Mitteln zu stoppen. Schließlich kommt es jedoch überraschend doch noch zur Kooperation der beiden unversöhnlichen Gegner im Rahmen einer von ihnen gemeinsam bemannten Mission, bei der Nicholl jedoch seine eigenen Ziele verfolgt.

Meinung zum Film:
"Von der Erde zum Mond" ist ein altmodischer US-Science-Fiction-Film aus den späten 50er-Jahren, der sich recht frei bei den beiden Jules Verne-Klassikern "Reise zum Mond" aus dem Jahr 1865 und "Reise um den Mond" aus dem Jahr 1870 bedient. Die Regie übernahm Byron Haskin seines Zeichens immerhin Regisseur des auf H.G. Wells zurückgehenden Sci-Fi-Klassikers "Krieg der Welten" aus dem Jahr 1953. Das Drehbuch lieferten Robert Blees ("The Black Scorpion") und James Leicester ("Most Dangerous Man Alive"). In den Hauptrollen agieren mit Joseph Cotten ("Wiegenlied für eine Leiche"), George Sanders ("Das Bildnis des Dorian Gray") und Debra Paget ("Prinz Eisenherz") durchaus einige bekannte Gesichter und das trotz des offenkundig sehr niedrigen Filmbudgets.

Der Name des Schriftstellers Jules Verne ("Reise zum Mittelpunkt der Erde") steht für Abenteuer- und Zukunftsromane voller phantastischer Begebenheiten und, für seine literarische Wirkungszeit, unglaublich progressiv erscheinender Erfindungen, die jedoch stets auf dem Wissensstand seiner Zeit fußten. Die Filmadaption "Von der Erde zum Mond" besitzt hingegen weder ein phantasievolles Drehbuch noch einen technisch halbwegs plausibel wirkenden Rahmen. Jules Verne dürfte sich jedenfalls bei der Premiere dieses Films wegen fehlender technischer Ausführungen, reihenweise auftretenden Logikfehlern und ärgerlichen Absurditäten, wie z.B. fehlender Schwerkraft in der Rakete, wohl mehrfach im Grabe umgewälzt haben. Ein Hohn für potentielle Interessenten bei dieser Veröffentlichung ist übrigens der Cover-Aufdruck "Academy Award Winner - Best Special Effects". Der Film wurde nie mit einem Oscar für die Spezialeffekte ausgezeichnet, im Gegenteil ist dieser Film tricktechnisch selbst für seine Entstehungszeit einfach nur hochnotpeinlich. Entweder das Budget ging bereits für die relativ bekannten Darsteller komplett flöten oder es war einfach von Anfang an mikroskopisch klein angelegt. Hier überhaupt von Spezialeffekten zu reden, wäre eigentlich ein Schlag ins Gesicht jedes in diesem Bereich tätigen Filmschaffenden.

Eine annehmbare optische Umsetzung scheitert somit bereits an den Grundvoraussetzungen und auch vom viktorianischen Flair Jules Vernes fehlt in dieser Produktion jede Spur. Das gesamte Drehbuch quält den Zuschauer nur mit endlosen, sinnentleerten Dialogen sowie Charakteren, deren Motivation und Wesenszüge schwerlich nachvollziehbar sind und außerdem regelmäßigen Schwankungen unterworfen zu sein scheinen. Die Filmkulissen erinnern in ihrer Spärlichkeit eher an eine bescheiden konzipierte Grundschulaufführung, mit dem Unterschied das hier auch gar nicht erst versucht wurde aus bescheidenen Mitteln das Maximum herauszuholen. Die Darsteller agieren innerhalb dieses hanebüchenen Langweilers eher hilflos, lediglich George Sanders kann in einigen Szenen etwas Wirkung auf den Zuschauer entfalten.

Digitale Aufarbeitung:
"Von der Erde zum Mond" hat mittlerweile 52 Jahre auf dem Buckel und das sieht man dem Film in der vorliegenden Fassung auch deutlich an. Das Bild ist ziemlich weich ausgefallen und die Schärfe somit insgesamt eher unterdurchschnittlich. Bei den Kontrastwerten zeigen sich ebenfalls Mängel, zudem wirkt die Farbgebung in Technicolor weder besonders natürlich noch wirklich ausdrucksstark. Das Bild rauscht deutlich und weist zudem starke Verschmutzungen sowie regelmäßige Defekte auf. Wie schon bei ihrer Veröffentlichung "Rakete zum Mond" offeriert Schröder Media eine deutsche "Originaltonspur" sowie eine "restaurierte" Fassung. Allerdings handelt es sich hier bei beiden Titeln um einen Etikettenschwindel, da diese Tonfassungen erst für die DVD-Veröffentlichung aufgezeichnet wurde. Insofern wirkt der Versuch bei der "Originaltonspur" die Akustik absichtlich auf alt zu trimmen eher überflüssig. Bei der "restaurierten" Fassung klingt der störungsfreie Studiosound hingegen noch steriler. Insgesamt spielt hier aber die Technik eh nur eine untergeordnete Rolle, denn die neu erstellte deutsche Synchronisation ist von erbärmlicher Qualität und erinnert an die ersten Synchronisationen asiatischer Filme. Lippensynchron spricht hier niemand und die unpassend besetzten Sprecher agieren hinsichtlich ihrer sprachlichen Mittel absolut unprofessionell. Auch die Qualität der Übersetzung läßt zu wünschen übrig. Die englische Originaltonspur ist dementsprechend zwangsläufig vorzuziehen, klingt erwartungsgemäß allerdings leicht verzerrt und etwas blechern.

Auf der DVD gibt es kein Bonusmaterial. Die Veröffentlichung besitzt ein Wendecover.

Fazit:
"Von der Erde zum Mond" ist ein unglaublicher Langweiler nebst auch vor rund 50 Jahren bereits erbärmlicher Tricktechnik, der sich mit monoton-sinnfreien Dialogen über die Zeit zu retten versucht. Eine echte Dramaturgie ist kaum auszumachen, ein Logikfehler reiht sich an den nächsten und auch die Charaktere wirken lieblos und widersprüchlich in ihrer Figurenzeichnung. Bildtechnisch kann die DVD mit viel gutem Willen für einen rund 52 Jahre alten gerade noch als akzeptabel bezeichnet werden, die deutsche Neusynchronisation ist aber eine einzige Katastrophe und Bonusmaterial wird ebenfalls nicht geliefert.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,33:1
1,33:1
95:29 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Englisch
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Untertitel:
Keine Untertitel vorhanden.
Bonusmaterial:
  • -
Von der Erde zum Mond - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Von der Erde zum Mond
From the Earth to the Moon

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Diesen Film hätte Jules Verne höchstpersönlich auf den Mond geschossen!


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1958
Regie:
Byron Haskin
Drehbuch:
Robert Blees, James Leicester
Darsteller:
Joseph Cotten, George Sanders, Debra Paget, Don Dubbins, Patric Knowles, Carl Esmond

Label Deutschland :
WGF
Verleihstart Deutschland :
24.06.2010
Verkaufsstart Deutschland :
24.06.2010

Vertrieb Schweiz :
SchröderMedia
Verleihstart Schweiz :
24.06.2010
Verkaufsstart Schweiz :
24.06.2010