Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  Into the Gangland
Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
Das TodesspielEine ganz heiße NummerDas Haus der Geheimnisse

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.897 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

DVD-Besprechung - Into the Gangland

Story:
Das „Little Village“-Viertel in Chicago wird von jugendlichen Latino-Banden kontrolliert. Der junge Raul (Mauricio Mesa) hat sich dem Milieu ebenfalls angeschlossen. Eines Tages verliebt er sich in Lily (Joy Zavaleta), die eher aus bürgerlichen Verhältnissen kommt und deren Eltern etwas gegen die Liaison haben. Raul beginnt sich zu ändern, doch das gefällt seinen Freunden nicht, die sich gerade in einem Bandenkrieg befinden.

Meinung zum Film:
„Into the Gangland“ oder „Once Upon a Time in the Hood“, wie der Film im Original heißt, ist eine eher billig, vermutlich auf Video produzierte Milieustudie über junge Latino-Banden in Chicago. Sowohl der Regisseur Juan Frausto, der zugleich auch das Drehbuch beisteuerte als auch sein gesamter Cast sind bisher entweder gar nicht oder nur in kleineren Produktionen im Filmgeschäft aufgefallen. Insgesamt dürften sich mit diesem Werk vor allem diejenigen Zuschauer gut unterhalten fühlen, die eine gewisse Sympathie für das gezeigte „Gangster“-Milieu aufbringen.

Es wird kein Klischee ausgelassen: knallhart-coole Typen räumen ihre Probleme mit der Pistole aus dem Weg, dabei wird dann Kokain konsumiert, Sex gehabt und dazu Hip-Hop-Musik gehört. Man fordert untereinander „Respekt“ ein, den man von den desinteressierten und daheim vor dem Fernseher gammelnden Eltern nicht bekommt. Allein Raul beginnt langsam zu realisieren, dass dieses Verhalten zu nichts führt und versucht sich zu ändern. Ganz zum Leidwesen von Bandenchef Chava (Eric Aviles), für den die Gang über allem steht und in der keine Abweichler geduldet werden. Dieser hat übrigens schon dafür gesorgt, dass Rauls Bruder Freddy ein Leben als Krüppel führen muss, weil Chava ihm vor einem Jahr bei einem Streit in den Kopf geschossen hat. Warum Raul nach diesem Vorfall, bei dem er Zeuge war, überhaupt noch Mitglied dieser Bande ist? Das weiß nur der Filmemacher – oder Raul hält einfach aus dem in diesen Kreisen üblichen „Respekt“ zu Chava.

Wer bei Hip-Hop-Musik Kopfschmerzen bekommt, sollte diesem Film unbedingt fernbleiben, denn es findet praktisch pausenlos eine mal mehr, mal weniger laute Dauerbeschallung mit den Rap-Beats statt. Auch die Tatsache, dass Raul erst dank der Liebe zu einem Mädchen anfängt, sich über seine Zukunft Gedanken zu machen, anstatt schon beim Anblick seines in seinem Zimmer vor sich hinvegetierenden Bruders mit dem Vernünftig-Sein anfängt, ist wenig überzeugend. Es drängt sich insgesamt der Verdacht auf, dass die Geschichte um Raul und seine Freundin einzig und allein eingebaut wurde, um zwanghaft etwas Moral in den Film zu bringen, dessen Fokus ansonsten klar auf der Bande um Chava liegt. Immerhin ist diese Geschichte trotz der genannten Einschränkungen durchaus unterhaltsam inszeniert worden. „Gangster“- und Hip-Hop-Fans kommen hier auf jeden Fall auf ihre Kosten.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild verfügt über keine wirklich überzeugende Bildschärfe, das Gebotene kommt über den Durchschnitt nicht hinaus. Die Farben sind hingegen ok und da der ganze Film vermutlich auf billigerem Material gedreht wurde, kann man mit der Gesamtqualität leben. Der deutsche Ton liegt in Dolby Digital 2.0 und in 5.1 vor. Die 5.1-Variante bietet dabei leider nur wenig Futter für die hinteren Lautsprecher, der Soundtrack verfügt jedoch durchaus über einigen Druck, dabei geraten die Dialoge aber zu sehr in den Hintergrund – hier muss man gelegentlich per Hand nachjustieren.

Die Extras sind schnell abgehakt: los geht es mit dem Trailer zum Film und einem rund zehnminütigen „Making of“. Dieses verfügt leider über keine deutschen Untertitel und bietet sowieso überwiegend nur einen unkommentierten Überblick über die Dreharbeiten. Wer mag, kann sich dann noch zwei Hip-Hop-Videos ansehen. Abgeschlossen werden die Special Features mit einer zweiminütigen, dialogreichen Deleted Scene, die zu recht aus dem Film entfernt wurde.

Fazit:
„Into the Gangland“ täuscht etwas Moral mit einer Liebesgeschichte und zur Änderung fähige Jugendliche vor, ist aber in Wahrheit ein lupenreiner Ghetto-Banden-Film, der anständig unterhalten kann und so gut wie keine Längen hat. Die dauernde Beschallung mit Hip-Hop-Beats macht diesen Film jedoch hauptsächlich Freunden dieser Musik zugänglich. Die Bildqualität der DVD ist –vermutlich bereits produktionsbedingt- nicht besonders toll, aber durchaus noch akzeptabel.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
1,78:1
1,78:1
94:01 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Making of
  • Deleted Scenes
  • Musikvideo
  • Trailer
Into the Gangland - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Into the Gangland
Once Upon a Time in the Hood

Bild unseres Mitarbeiters Andreas Schultz
Mit Hip-Hop-Beats durchtränkte Gangsterbanden-Geschichte


Autor der Besprechung:
Andreas Schultz

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2004
Regie:
Juan Frausto
Drehbuch:
Juan Frausto, David J. Miller
Darsteller:
Eric Aviles, Aimee Bravo, Carmen Cenko, Ivan Chaparro, Michael Cortez

Label Deutschland :
Movie Power
Verkaufsstart Deutschland :
22.07.2010