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Kino-Besprechung - Predators

Story:
Eine bunt zusammengewürfelte Truppe der gefährlichsten Killer der Erde (u.a. Adrien Brody, Alice Braga, Danny Trejo, Topher Grace) wird mit dem Fallschirm über einem Dschungelgebiet abgeworfen. Nachdem man beschlossen hat, sich vorerst nicht gegenseitig umzulegen, stellen die Söldner, Soldaten und Auftragsmörder fest, dass sie offenbar auf einem fremden Planeten gelandet sind. Und nicht nur das: sie sind nicht allein. Nach Begegnungen mit einigen gefährlichen Kreaturen finden sie heraus, dass sie von einer Gruppe "Predator"-Aliens gejagt werden, die diesen Planeten als "Wildreservat" benutzen – und die Menschen als "Wild". Ein harter Kampf ums Überleben beginnt.

Meinung zum Film:
Nicht zuletzt wegen der "Alien vs. Predator"-Verbindung wird die "Predator"-Filmreihe immer wieder mit den Alien-Filmen verglichen. Diesem Vergleich hielt die Serie jedoch eigentlich nie stand. "Predator" hat mit "Predator 2" von 1990 lediglich eine echte Fortsetzung erhalten und die kann James Camerons erstem Alien-Sequel bei weitem nicht das Wasser reichen. Selbst Alien 3 und 4 haben wahrscheinlich mehr Fans und größere filmhistorische Bedeutung. Und die beiden grauenhaften "Alien vs. Predator"-Filme sollte man am besten gleich ganz vergessen. Wenn man ehrlich ist, kann wahrscheinlich auch John McTiernans Original-„Predator“ nicht ganz mit Ridley Scotts erstem "Alien" mithalten, auch wenn es sich durchaus um einen sehr gelungenen SciFi-Horror-Actionstreifen handelt. Dennoch ist der Film freilich sehr beliebt, weswegen sich nun Robert Rodriguez ("Sin City") als Produzent zur Aufgabe gemacht hat, diesem Film endlich einen würdigen Nachfolger zu verschaffen. In Anlehnung an die erste "Alien"-Fortsetzung "Aliens" wurde vollmundig "Predators" als Titel gewählt. Ein zweideutiger Titel, da er sowohl die bekannten Aliens als auch die menschlichen Hauptfiguren treffend beschreibt.

Vom Dschungel-Setting her lehnt man sich in "Predators" an das Original an, verpasst dem Ganzen aber einen neuen Twist, indem man die Handlung auf einen fremden Planeten versetzt. Das knüpft zum einen an die vertraute Atmosphäre von Teil eins an, fühlt sich zum anderen aber auch recht frisch und eigenständig an. Etwas schade ist nur, dass der Dschungel des Predator-Wildreservates doch sehr nach von der Erde bekannten Landschaften aussieht, was dem Film eine gewisse B-Movie-Anmutung verleiht. Dies wird noch unterstützt durch die durchwachsenen Spezialeffekte, die zwar nicht so schlecht sind, dass es wirklich stören würde, aber auch längst nicht so gut, wie man es von einem modernen Hollywood-Blockbuster erwarten würde. Zum Glück werden Computereffekte jedoch ohnehin nur sehr spärlich eingesetzt und es wird primär mit klassischen Latex-Monstern und traditionellen Splatter-Effekten gearbeitet. Nachdem "Alien vs. Predator" zugunsten einer niedrigen Jugendfreigabe auf explizite Gewaltdarstellung komplett verzichtete und "Aliens vs. Predator: Requiem" so inkompetent inszeniert war, dass man von den Effekten nicht viel gesehen hat, kehrt "Predators" zu den kompromisslosen Splattereffekten von Teil eins zurück, was Fans des Originals sicher freuen wird. Dank der Spezialisten der Effektfirma KNB sind diese und das Make-Up der Kreaturen absolut einwandfrei gelungen und machen definitiv Spaß.

Ebenfalls ein gewisses B-Movie-Flair verströmen die Figuren und ihre Darsteller. Die meisten der Killer werden in einem oder zwei Sätzen vorgestellt und das war's dann auch schon mit der Charakterzeichnung. Dazu kommt, dass die meisten der Schauspieler, die größtenteils aus Hollywoods dritter oder vierter Liga kommen, nicht gerade Meisterleistungen abliefern. Dies könnte jedoch auch teilweise an der schwachen deutschen Synchronfassung liegen, die mehreren Figuren ziemlich lachhafte Akzente verpasst. Überzeugen können immerhin Alice Braga ("I Am Legend") und Adrien Brody ("Der Pianist"), die auch die größten Rollen haben.
Als bekannt wurde, dass Brody die Hauptrolle in einem neuen "Predator"-Film übernimmt, waren die Fans zunächst wenig begeistert. Der Oscar-Gewinner schien zu schmächtig und zu nett, um einen knallharten Söldner zu verkörpern und die Nachfolge Arnold Schwarzeneggers anzutreten. Brody macht seinen Job jedoch sehr gut. Er hat für die Rolle ordentlich Muskeln zugelegt und spielt den kaltblütigen Killer ziemlich überzeugend. Insgesamt kann man zu den Figuren sagen, dass sie trotz minimalistischer Charakterzeichnung und durchwachsener Schauspielleistung fast alle ein paar ziemlich coole Momente haben und in ihrer Zweidimensionalität für diese Art von actiongeladener Horrorstory durchaus akzeptabel sind. Ebenfalls nicht durch und durch gelungen ist leider die Story. Nach einem echt gelungenen und rasant inszenierten Einstieg und einer guten Einleitung in die coole Prämisse des Films verliert "Predators" in der Mitte deutlich an Fahrt und fühlt sich ziemlich lang an. Am Ende wird dann zwar wieder ein Zahn zugelegt, dafür sind die Twists etwas zu vorhersehbar und die Action nicht spektakulär genug. Immerhin die letzte Szene kann dann jedoch wieder überzeugen.

Fazit:
Trotz einiger Schwächen hat "Predators" genug zu bieten, um einerseits einen würdigen Nachfolger des Originals darzustellen, andererseits aber auch Neulinge gut zu unterhalten. Für Fans von SciFi-Horror-Filmen mit B-Movie-Charakter sollte der Film reichlich Spaß bieten und einen Kinobesuch wert sein.

Predators - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Predators
Predators

Bild unseres Mitarbeiters Adrian vom Baur
Trotz einiger Schwächen eine gelungene Fortsetzung


Autor der Besprechung:
Adrian vom Baur

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2010
Regie:
Nimród Antal
Drehbuch:
Alex Litvak, Michael Finch
Darsteller:
Adrien Brody, Alice Braga, Topher Grace, Laurence Fishburne, Danny Trejo

Verleiher:
20th Century Fox
Kinostart Deutschland :
08.07.2010