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Blu-ray-Besprechung - Fall 39
Story:
Emily Jenkins (Renee Zellweger) ist Sozialarbeiterin und hat mit ihren 38 Fällen mehr Kinder zu betreuen als Zeit dafür vorhanden wäre. Trotzdem bekommt sie von ihrem Chef Wayne (Adrian Lester) noch einen 39. Fall auf den Tisch, der sie recht schnell ganz vereinnahmt. Das Schicksal der kleinen Lilith Sullivan (Jodelle Ferland), die offensichtlich von ihren Eltern aufs Schlimmste misshandelt wird, geht ihr letzten Endes sogar so sehr ans Herz, dass sie das vorübergehende Sorgerecht für sie beantragt und das Mädchen bei sich aufnimmt. Eine Entscheidung, die Emily schon sehr bald bereut, denn auf einmal sieht sie alle vorhergehenden Geschehnisse in einem ganz anderen Licht.
Meinung zum Film:
„Fall 39“ ist die erste größere Produktion vom deutschen Regisseur Christian Alvart, der zuvor mit seinem Psychothriller „Antikörper“ auf sich aufmerksam machte und anschließend mit „Pandorum“ eine weitere Großproduktion seiner Vita hinzufügen konnte. Mit Renée Zellweger („Bridget Jones“) konnte er die Hauptrolle mit einer bekannten Hollywoodschauspielerin besetzen, die dadurch einige Jahre nach „Texas Chainsaw Massacre: Die Rückkehr“ einen weiteren Ausflug ins Horror-Genre wagte. Mit Bradley Cooper („Hangover“), Adrian Lester („Doomsday“) und Ian McShane („Death Race“) sind zudem weitere bekannte Darsteller in Nebenrollen zu sehen. Die Rolle der kleinen Lilith wurde von Jodelle Ferland übernommen, die trotz ihrer junge Jahren - während des Drehs war sie gerade mal 15 Jahre jung – mit Filmen wie „The Messengers“, „Kingdom Hospital“ oder „Silent Hill“ schon einige Erfahrungen im Horrorbereich vorzuweisen hatte.
Die Story von „Fall 39“ ist sicherlich alles andere als neu. Bereits in der Vergangenheit gab es mit „Das Omen“ eine mal mehr oder mit „Das zweite Gesicht“ eine mal weniger mystische Abwandlung des vermeintlichen unschuldigen Kindes, das für die Erwachsenen immer mehr zur Bedrohung wird. Jüngst brachte Kinowelt mit „Orphan“ einen neueren Beitrag zu diesem Sub-Genre auf den Markt, der aber mit der Auflösung der Geschehnisse so manch unfreiwilligen Lacher kassierte. Christian Alvert stellt relativ früh klar, dass ein überraschender Plottwist mit Lachgarantie eher nicht kommen wird. Er lenkt den Film recht früh in die mystische Ecke und ordnet ihn dadurch im Stammbaum klar in der Linie von „Das Omen“ ein. Allerdings dauert es einige Zeit, bis das Ganze so richtig ins Rollen kommt. Vor allem zu Beginn hält er sich viel zu lange mit unnötigen und für den Film irrelevanten Nebengeräuschen auf. Wie zum Beispiel der Aufbau einer persönlichen, engeren Beziehung zwischen Emily und Kinderpsychologe Doug (Bradley Cooper). Der Film hätte kein bisschen an Aussage oder Atmosphäre verloren, wenn die beiden sich nur flüchtig gekannt hätten. Auf der Haben-Seite hätte die Story durch das Weglassen dieses Erzählstrangs aber deutlich an Tempo gewinnen können.
Auch die Schockeffekte und die Gruselatmosphäre brauchen ihre Zeit um richtig zur Geltung zu kommen. Zu Beginn gibt es nur das düstere, im Grunde vollkommen unlogische Verhalten von Liliths Eltern. Erst als das kleine Mädchen bei Emily einzieht, halten endlich auch die Gruselelemente richtigen Einzug in den Film. Neben einigen billigen „Cheap Shocks“, wie ein plötzlich ins Bild springender Hund oder das unerwartete, laute Klopfen eines Polizisten an eine Autoscheibe, wird Spannung durch eine immer düsterer werdende Stimmung erzeugt. Die Geschehnisse spitzen sich stetig weiter zu und lassen Emily fortwährend mehr an sich und der Situation zweifeln. Schon recht bald weiß sie nicht mehr, wer bei den Sullivans Täter und Opfer ist und ihre Nachforschungen bringen regelmäßig neue, erschreckende Details an die Oberfläche. Das Finale ist dann allerdings ein klein wenig enttäuschend und reiht sich nahtlos in die Kette der alles andere als logisch oder nachvollziehbar erscheinenden Ereignisse ein. Denn neben einigen guten Spannungsmomenten hat das Drehbuch von Ray Wright („Pulse“) auch mit so mancher Ungereimtheit zu kämpfen. Doch einige davon gehen schnell in der atmosphärisch dichten Stimmung unter und machen „Fall 39“ somit zu einem guten Unterhaltungswerk für alle Freunde von Horrorfilmen, die inhaltlich nicht unbedingt immer nachvollziehbar erscheinen, dafür aber in Sachen Spannung und Atmosphäre alles andere als enttäuschen.
Digitale Aufarbeitung:
Die Detailvielfalt ist nicht gerade von dem Format, wie man es von aktuellen Blu-ray-Veröffentlichungen gewohnt ist. Feine Details sind nur sehr selten zu erkennen und zudem wird das Bild von einer leichten, aber sehr deutlichen Körnung geprägt. Die Schärfe siedelt sich in einem durchschnittlich guten Bereich an. Der deutsche Ton im Format Dolby Digital 5.1 ist durchweg gut verständlich abgemischt und sorgt in den entsprechenden Momenten immer wieder für zusätzliche Gänsehautmomente. Wenn zum Beispiel versucht wird eine Tür einzuschlagen, beginnen auch die eigenen Wände vom kräftigen Surroundton zu wackeln.
Den Start bei den Extras macht ein kurzer Blick auf die Entstehung des Film, mit dem Namen "Die böse Akte: Der Hintergrund von Case 39". Allerdings gibt es hierbei weniger Hintergründiges geboten, als vielmehr eine werbewirksame Nachricht mit dem üblichen gegenseitigen Lob. Hinter "Unerträgliche Spannung" verbirgt sich ein gut 4-minütiger Bericht über die Make-Up-Effekte einer Figur, "Im Wespennest" zeigt in 3 Minuten die Ausarbeitung eines weiteren Effektes und "Spiel mit dem Feuer" abschließend noch einmal in rund 4,5 Minuten einen größeren Feuereffekt zum Ende des Films. Zu guter letzt bieten die bis dahin eher enttäuschenden Extras noch einmal etwa eine halbe Stunde nicht verwendeter Szenen. Insgesamt ist das Extras-Paket ein wenig enttäuschend.
Fazit:
„Fall 39“ ist ein in erster Linie durch seine düstere Stimmung unterhaltender Film, der allerdings seine Zeit benötigt um in die Gänge zu kommen. Es ist zwar nicht unbedingt immer alles ganz nachvollziehbar, dafür sorgt aber die düstere Atmosphäre dafür, dass vieles davon erst im Nachhinein auffällt. Für gruseliges Horrorvergnügen ist gesorgt.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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109:25 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch DTS-HD Master Audio 5.1 | Französisch Dolby Digital 5.1 |
Italienisch Dolby Digital 5.1 | Spanisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Dänisch, Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Finnisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Norwegisch, Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch |
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Bonusmaterial:
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- Die böse Akte: Der Hintergrund von "Case 39"
- Unerträgliche Spannung
- Im Wespennest
- Spiel mit dem Feuer
- Entfernte Szenen
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Fall 39
Case 39
Nach holprigem Stotterstart gibt es zum Ende hin dichte Gruselatmosphäre
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA / Kanada, 2009 Regie: Christian Alvart Drehbuch: Ray Wright Darsteller: Renée Zellweger, Jodelle Ferland, Bradley Cooper, Ian McShane, Adrian Lester, Kerry O'Malley, Callum Keith Rennie, Cynthia Stevenson, Alexander Conti
Label :
Paramount Home Entertainment
Verleihstart : 15.07.2010 Verkaufsstart : 29.07.2010
Vertrieb :
Rainbow Home Entertainment AG Verleihstart : 15.07.2010 Verkaufsstart : 29.07.2010
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