Anzeige
 Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  Inception
Partner von Fantastic Zero
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
Die Welt in 10 Millionen JahrenAbgehört - Trau niemals einem CopNine

In der Datenbank befinden sich derzeit 2.786 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

Kino-Besprechung - Inception

Story:
Dom Cobb (Leonardo DiCaprio) ist ein Dieb von einer ganz besonderen Sorte: er dringt mit einer neuartigen Technologie in anderer Leute Träume ein und stiehlt dort Informationen. Er gilt als der Beste seines Fachs, ist jedoch auch ein international gesuchter Krimineller. Eines Tages erhält er vom reichen Geschäftsmann Saito (Ken Watanabe) ein Angebot, das er nicht ablehnen kann: er soll mit seinem Team (u.a. Joseph Gordon-Levitt, Ellen Page, Tom Hardy) in den Kopf von Saitos Rivalen Robert Fischer (Cillian Murphy) eindringen, dort jedoch nichts stehlen, sondern im Gegenteil eine Idee einpflanzen, die Fischer in Folge für seine eigene halten soll. Im Gegenzug für die Erledigung dieser beinahe unmögliche Aufgabe soll Cobb ermöglicht werden, ungestraft zu seiner Familie in die USA zurückzukehren.

Meinung zum Film:
Es kommt selten vor, dass ein Studio einem Filmmacher fast völlig freie Hand bei einem Film mit wirklich großem Budget lässt. Noch seltener geschieht es, dass der Film dann auch noch auf voller Linie Erfolg hat. Ein junges Beispiel wäre James Camerons "Avatar", der jedoch davon profitierte, eine relativ simple, leicht zugängliche Story zu haben. Wenn ein Big-Budget-Film mit einer wirklich komplexen Story aufwartet und trotzdem nicht versäumt, große Schauwerte und reißerische Action zu bieten, ist das fast schon eine Sensation. Der letzte Fall, bei dem das zutraf, dürfte der erste "Matrix"-Film gewesen sein. Die freie Hand bei der Produktion seines neuen Films "Inception" hat sich Christopher Nolan ("Memento") mit seinen beiden Batman-Filmen verdient, insbesondere dem sensationellen Welterfolg "The Dark Knight". Es ist klar, dass ein Studio nicht allzu lange zögern kann, so einem Erfolgsgaranten für sein neues Projekt ein Budget jenseits von 150 Millionen Dollar zur Verfügung zu stellen. Dennoch werden die Studiobosse nicht schlecht geschluckt haben, als sie erfuhren, dass besagtes Projekt ein komplex verschachtelter Science-Fiction-Thriller sein soll, dessen Handlung größtenteils in Täumen (und Träumen in Träumen) stattfindet.

Doch die Rechnung ging auf: Am Startwochenende hat der Film in den USA über 60 Millionen Dollar eingespielt und sowohl Fans als auch Kritiker lieben ihn. Nolan hat mit "Inception", an dessen Drehbuch er fast zehn Jahre lang gearbeitet hat, die Gratwanderung zwischen hoch komplexen Science-Fiction-Konzepten (inklusive non-linearer Erzählweise) und reißerischer, effektgeladener Action mit Bravour gemeistert. Trotz seiner ziemlich verkopften Ideen funktioniert "Inception" auch ganz wunderbar als Sommer-Blockbuster mit Schießereien, Prügeleien, Verfolgungsjagden und Explosionen. Dass besagte Actionszenen teilweise in Räumen ohne Schwerkraft oder Häusern, die mehr mit den surrealistischen Zeichnungen eines M.C. Escher als der Realität zu tun haben, stattfinden, macht die Sache nur aufregender.Der schier unglaublichen Verschachtelung der Handlung zum Trotz (der Film spielt zeitweise auf bis zu vier Traumebenen gleichzeitig) gelingt Nolan das Kunststück, die Story trotzdem relativ klar und nachvollziehbar zu gestalten. Anders als Filme von David Lynch ("Mulholland Drive") oder David Cronenberg ("Naked Lunch"), die ebenfalls viel mit Traumlogik arbeiten, ist "Inception" bereits bei einmaligem Ansehen gut verständlich, wenn man einigermaßen aufpasst. Man braucht eine Weile, um zu verstehen, was passiert und wie die Mechanik der Handlung funktioniert, aber dann kann man sich durchaus auf die aufregende Action konzentrieren, ohne dass einem das Gehirn heißläuft.

Zum überzeugenden Inhalt kommt, dass der Film auch technisch ein Meisterstück ist. Besonders die Kameraarbeit von Wally Pfister ("The Dark Knight") ist ein Augenschmaus und sorgt in Kombination mit den außergewöhnlichen Effekten für ein einmaliges visuelles Erlebnis. Untermalt wird das Ganze von Hans Zimmers ("Pirates of the Carribbean") großartiger Filmmusik, die einem noch lange nach dem Ende des Films im Kopf bleibt. Die Darsteller, fast alle Oscar-Preisträger oder -Nominierte, sind ebenfalls bestens aufgelegt. Leonardo DiCaprio ("The Departed") spielt die psychologisch komplexe Hauptrolle makellos und selbst die Darsteller in kleineren Rollen fallen sehr positiv auf, zum Beispiel Tom Hardys ("Star Trek: Nemesis") lakonischer "Fälscher" Eames oder Michael Caine ("Batman Begins"), der als Cobbs Schwiegervater und Mentor nur wenige Minuten zu sehen ist. Wegen der exzellenten Besetzung fällt auch nicht sonderlich auf, dass die Charakterisierung der meisten Figuren neben Cobb eher skizzenhaft ausfällt. Wenn es einen Kritikpunkt gibt, dem sich Nolan auch schon bei früheren Filmen aussetzen musste, ist es, dass seine Filme zwar äußerst intelligent konstruiert sind, aber das Herz bei all der Hirn-Nahrung etwas vernachlässigt wird. Auf den Anfang von "Inception" mag das durchaus zutreffen, aber etwa zur Hälfte der Laufzeit liefert der Film einen so effektiven Schlag in die sinnbildliche Magengrube, dass er einen ab da auch emotional völlig im Griff hat.

Fazit:
Ein visuell beeindruckendes und spannendes Actionspektakel, das auch noch mit einer komplexen und intelligenten Handlung samt überzeugendem emotionalem Kern aufwartet, sieht man nicht alle Tage. Christopher Nolans "Inception" ist genau das und deswegen ein absolutes Muss für jeden Kinofan.

Inception - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Inception
Inception

Dieser Film wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet


Bild unseres Mitarbeiters Adrian vom Baur
Ein verschachtelter SF-Thriller, der auch als reißerisches Actionspektakel überzeugt


Autor der Besprechung:
Adrian vom Baur

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2010
Regie:
Christopher Nolan
Drehbuch:
Christopher Nolan
Darsteller:
Leonardo DiCaprio, Ken Watanabe, Marion Cotillard, Joseph Gordon-Levitt, Ellen Page, Tom Hardy, Cillian Murphy

Verleiher:
Warner Bros.
Kinostart Deutschland :
29.07.2010