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Blu-ray-Besprechung - Die Legende von Aang
Story:
Wasser, Erde, Feuer und Luft: Vier Elemente, vier Völker, zwischen denen der Avatar, alleiniger Beherrscher aller Naturkräfte, stets die Balance wahrte. Bis er eines Tages spurlos verschwand und die Feuernation ihren unerbittlichen Eroberungsfeldzug gegen die Völker der anderen Elemente begann. Einhundert Jahre später entdecken die junge Katara (Nicola Peltz) und ihr Bruder Sokka (Jackson Rathbone) vom Wasserstamm einen Knaben, eingefroren im ewigen Eis. Aus seinem frostigen Gefängnis befreit, entpuppt sich der Junge namens Aang (Noah Ringer) nicht nur als der letzte noch lebende Luftmönch, sondern auch als jüngste Reinkarnation des Avatars. Verfolgt von dem in Ungnade gefallenen und nun auf seine Ehrenrettung hoffenden Zuko (Dev Patel), Prinz der Feuernation, und dessen Mentor Iroh (Shaun Toub), machen sich Aang, Katara und Sokka auf eine abenteuerliche Reise, um der Welt das Gleichgewicht wiederzubringen.
Meinung zum Film:
"Die Legende von Aang" basiert auf einer von Nickelodeon produzierten und enorm erfolgreich ausgestrahlten TV-Zeichentrickserie mit dem Titel "Avatar - Der Herr der Elemente". Der gelungene Mix aus Spannung, Humor, Drama und Action, einem cleveren Script, liebenswerten Charakteren und natürlich dem Konzept des Element-Bändigens, bei dem wenige Auserwählte eines Volkes die ihnen zugehörige Naturkraft zu beherrschen vermögen, fand weltweit zahlreiche Anhänger, unter ihnen längst nicht nur Minderjährige. Mit der Adaption für die Kinoleinwand wagt sich Drehbuchautor und Regisseur M. Night Shyamalan ("Das Mädchen aus dem Wasser"), berüchtigt für seine polarisierenden Mystery-Thriller, auf ungewohntes Terrain. Und obwohl
sich die Story sehr stark an der TV-Vorlage orientiert, dampft sie den Inhalt der kompletten ersten Staffel auf gerade mal 103 Minuten ein! Man ahnt es schon: Das kann nicht gut gehen.
Bei dem Versuch die reichhaltige Vorgeschichte, ihre Schlüsselfiguren, sowie dutzende unterschiedlicher Handlungsfäden in kürzester Zeit einzuführen, springt das Geschehen abrupt von Haupt- zu Nebenschauplatz, weiter zum nächsten und wieder zurück. Diese Fließbandmentalität, die vollkommen unmotiviert so viele Elemente der Trickserie wie nur möglich aneinanderreiht, resultiert in einer bruchstückhaften Geschichte, von der sich insbesondere Zuschauer ohne Kenntnisse der TV-Vorlage überrollt fühlen werden. Hintergründe werden dem Publikum ausgesprochen subtil eingeknüppelt, in Form gekünstelter Dialoge wie "Du kennst mich, ich bin X, und ich will Y" oder "Wie alle Welt weiß, benötigen wir Y für Z". So unrealistisch diese Zeilen wirken, so hölzern und uninspiriert werden sie dann auch vorgetragen. Insbesondere die beiden Hauptdarsteller Noah Ringer und Nicola Peltz ("Blendende Weihnachten") bekleckern sich nicht mit Ruhm. Aus dem aufgeweckten Aang wird hier ein kleiner, blasser, uninteressanter Junge, aus der willensstarken und einfühlsamen Katara ein vorlautes, nerviges Gör. Der übrige Cast bleibt größtenteils unauffällig. Rühmliche Ausnahmen sind Dev Patel ("Slumdog Millionaire") und Shaun Toub ("Iron Man"), die sich
aber dem lausigen Drehbuch letztlich auch unterordnen müssen. Zu den wenigen weiteren Lichtblicken dürfen die gelungenen Sets und Naturaufnahmen gezählt werden, ebensowie die visuelle Umsetzung des Element-Bändigens, die immerhin für eine Reihe sehenswerter Effekte und ästhetisch ansprechender Actionszenen sorgt.
"Die Legende von Aang" ist ein Vertreter der in konventioneller 2D-Technik aufgenommenen Filme, die erst nachträglich mit einer dritten Dimension verheiratet wurden. Das Resultat in den Kinos war ähnlich
enttäuschend wie bei "Kampf der Titanen". Nur wenige, komplett im Computer entstandene Aufnahmen vermittelten einen nennenswerten räumlichen Effekt. Den Rest der Zeit wurden fast keine Tiefeninformationen transportiert. Darsteller und Objekte im
Vordergrund wirkten wie aufgeklebt. Der durch die 3D-Brille merklich abgedunkelte Bildeindruck sorgte zusätzlich dafür, dass ohnehin nur spärlich ausgeleuchtete Szenen beinahe unkenntlich wurden. Das wäre nicht weiter tragisch gewesen, würden nicht wesentliche Teile der Handlung ab der zweiten Hälfte bei Nacht spielen! Auch im Heimkino haben Filmfreunde die Wahl zwischen 2D- und 3D-Version des Films. Sie dürften auch hier mit der flachen Variante besser beraten sein.
Digitale Aufarbeitung:
Das 2D-Bild macht einen sehr guten Eindruck. Die Details sind sowohl im Vorder- als auch im Hintergrund sehr fein herausgearbeitet und die Detailschärfe verdient diese Bezeichnung eindeutig. Zusammen mit der Farbgebung, der Helligkeit und dem Kontrast ist fast durchweg für ein gutes HD-Feeling gesorgt. Lediglich in der großen Schlacht zum Ende des Films gehen feinere Details im tiefen Schwarzwert gelegentlich ein klein wenig unter. Der deutsche Ton liegt in Dolby Digital 5.1 vor und sorgt für ein sehr gutes Raumgefühl mit einigen Crosseffekten und gezielt auf den einzelnen Effektlautsprechern verteilten Tönen. Der Bass kommt dabei ebenfalls regelmäßig zum Einsatz, ohne jedoch zu wuchtig zu wirken.
Das Kernstück der Extras bildet der knapp 1-stündige Hintergrundbericht „Die Entdeckung der Legende von Aang“. Das sehr ausführliche Making Of bietet einen sehr ausführlichen Blick auf unterschiedliche Aspekte beim Dreh des Films und kann kapitelweise oder als durchgehender Beitrag angesehen werden. Bei „Die Belagerung des Nordens“ wird dann noch einmal ausführlich auf den großen Endkampf und das Design der Festung sowie die Special Effects eingegangen. In „Die Herkunft des Avatars“ gibt es einen Blick der Serienschöpfer auf die Animationsserie, die als Vorlage für den Realfilm diente. „Katara für einen Tag“ widmet sich Darstellerin Nicola Peltz und was es für sie bedeutete, die Katara im Film darzustellen. Des Weiteren gibt es noch „Entfernte Szenen“, ein „Gag Reel“ und „Avatar Anmerkungen“. Bei der Auswahl des letztgenannten wird der Film im Bild-in-Bild-Modus gezeigt, bei dem in vereinzelten Szenen Making-Of-Beiträge und Interviews eingeblendet werden. Insgesamt bieten die Extras einen sehr ausführlichen und informativen Blick hinter die Kulissen, dem Fans des Film sehr begrüßen dürften.
(MT)
Fazit:
Es gibt Momente während "Die Legende von Aang", eine Handvoll gelungener Szenen
vielleicht, die den Zauber der Zeichentrickvorlage einfangen oder aber
wenigstens erahnen lassen. Und damit wird nur allzu deutlich aufgezeigt,
welch Potential hier verschwendet wurde. Die
fragmentierte Handlung, eine launische, ja stellenweise dilettantische
Inszenierung, haarsträubende Dialoge und bestenfalls durchwachsene
schauspielerische Leistungen Strapazieren das Wohlwollen des Publikums aufs Äußerste. Es ist ein Jammer,
aber dieser Avatar bleibt besser verschollen. Die Blu-ray kann technisch noch ein wenig die Kastanien aus dem Feuer holen. Denn zumindest in diesem Punkt kratzt die Veröffentlichung fast an den Referenztiteln.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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103:13 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch DTS 5.1 | Englische Audiodeskription für Sehbehinderte Dolby Digital 2.0 |
Französisch Dolby Digital 5.1 | Italienisch Dolby Digital 5.1 | Spanisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Dänisch, Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Finnisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Norwegisch, Schwedisch, Spanisch |
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Bonusmaterial:
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- Die Entdeckung der Legende von Aang
- Die Belagerung des Nordens
- Die Herkunft des Avatars
- Katara für einen Tag
- Entfernte Szenen
- Gag Reel
- Avatar Anmerkungen
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Die Legende von Aang
The Last Airbender
Heiße Luft ist alles, was hier gebändigt wird
Autor der Besprechung:
Marcus Greger
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2010 Regie: M. Night Shyamalan Drehbuch: M. Night Shyamalan Darsteller: Noah Ringer, Dev Patel, Nicola Peltz, Jackson Rathbone, Shaun Toub, Aasif Mandvi, Seychelle Gabriel, Cliff Curtis
Label :
Paramount Home Entertainment
Verkaufsstart : 21.01.2011
Vertrieb :
Rainbow Home Entertainment AG Verkaufsstart : 21.01.2011
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