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Blu-ray-Besprechung - A Serious Man
Story:
Das Leben von Larry Gopnik (Michael Stuhlbarg) scheint ihm immer weiter aus den Händen zu gleiten. Sein Bruder Arthur (Richard Kind) belagert schon seit Wochen das Haus, sein Sohn Danny (Aaron Wolff) nimmt es mit der Schule nicht ganz so ernst, seine Tochter Sarah (Jessica McManus) stiehlt regelmäßig Geld von ihm und seine Frau Judith (Sari Lennick) will sich von ihm scheiden lassen. Grund für die Trennung ist der gemeinsame Bekannte Sy Abelmann (Fred Melamed), der irgendwann auch noch Ansprüche auf das Haus stellt. Und zu guter Letzt kommt auch noch seine Karriere als Physikprofessor an der Uni ins Wanken.
Meinung zum Film:
Die Coen-Brüder („No Country for Old Men“) haben es schon lange geschafft, durch ihre meist unkonventionelle Art Film zu machen, eine treue Fangemeinde aufzubauen. Die Geschichten, die sie erzählen könnten unterschiedlicher kaum sein, sind aber alle eins mit ihrer ganz spezielle Art Humor. Mit „A Serious Man“ folgt dem reinen Unterhaltungsfilm „Burn after Reading“ nun ein Film mit eher ernsten Tönen, der allerdings auch wieder einen sehr trockenen Witz bietet. Larry ist das fleischgewordene Klischee des emotionslosen Physikprofessors, der nicht mitbekommt, wie sein Leben immer weiter zusammenzufallen droht. Wegen seiner gutmütigen Art wird er von nahezu allen ausgenutzt und umso tiefer er in seinen Sorgen versinkt, umso mehr droht er hilflos in dem Strudel unterzugehen. Seine stoische Ruhe, egal was auch passiert, würde ihn bei einem Brand des Hauses wahrscheinlich auch dazu verleiten, mit einem Wassereimer und in aller Ruhe Löschversuche zu unternehmen. Das Ende des Films lässt auch nicht unbedingt Gutes erahnen und zeigt den Helden in einer Situation, die sein Leben in ein noch tieferes Chaos zu stürzen droht.
Wer nach „Burn after Reading“ eine ähnlich temporeiche Komödie von den Coens erwartet hat, dürfte schwer enttäuscht werden. Denn „A Serious Man“ passt sich ganz der Stimmungslage seines Protagonisten an und schwelgt durchweg in einer großen Melancholie. Und immer wenn man glaubt, dass so langsam das Ende der Leiden gekommen sein müsste, wird Larrys Leben von einem neuen Schicksalsschlag getroffen. Doch der Antiheld lässt sich von nichts aus der Ruhe bringen und versucht mit stoischer Ruhe und logischen Schlussfolgerung jede noch so verzwickte Situation lösen. Als Zuschauer benötigt man beim Sehen selbst einen Großteil dieser Ruhe. Es beginnt damit, dass man zu Beginn des Films einem jüdischen Paar beiwohnt, das sich in jiddisch unterhält und einem alten Mann übel mitspielt. Bis zum Ende des Films wartet man als Zuschauer darauf, dass die Szene im Kontext zu der Geschichte steht. Ein Warten, das ähnlich vergebens ist wie das auf Godot. Weiter wartet man darauf, dass Gopnik endlich einmal die eigene Situation begreift und agiert anstatt immer nur zu reagieren. Und hieraus ergibt sich dann vielleicht auch ein sehr weit hergeholter Bogen zum Prolog, da Gopnik und der alte Mann nie das Böse in den Menschen sehen und gutgläubig alles mit sich machen lassen. Zu dem ganzen Warten gesellt sich dann noch die Tatsache, dass jüdische Bräuche und Begriffe offensichtlich als Allgemeinwissen angesehen und nicht weiter erläutert werden.
Wer nach dem Sehen des Films einen tieferen Sinn in der Geschichte sucht, wird dabei ähnlich scheitern wie Larry bei dem Versuch, sein Leben am Laufen zu halten. Denn die Mischung aus Lebenskultur der 60er-Jahre und jüdischer Religion scheint keinen größeren Sinn zu haben. Sie ist nicht mehr als eine Momentaufnahme aus dem Leben eines Mannes, der Problemen mit stoischer Ruhe und Gleichgültigkeit begegnet. Die Coens haben somit mal wieder ein Werk geschaffen, das Filmfreunde vor eine harte Probe stellt. So wird es die Cineasten geben, die das Ganze wie das Flickwerk einer fiktiven Biographie sehen und wegen seiner unkonventionellen Machart und seiner herrlich verschrobenen Charaktere lieben werden. Es wird aber sicherlich auch viele geben, die dem schwarzen Humor noch etwas abgewinnen können, den Film ansonsten aber als zu schwer zugänglich ablehnen. Wer die spezielle Art der Coens jenseits der konventionellen Wege mag, sollte somit auch hier zugreifen. Wer aber bereits mit Filmen wie „O Brother, Where Art Thou?“ oder „The Man Who Wasn't There“ sein Problem hatte, sollte besser gleich von „A Serious Man“ Abstand nehmen. Denn ein Film der Sorte „The Big Lebowski“ oder „Fargo“ ist er eindeutig nicht.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen guten Eindruck. Die Farben wirken insgesamt zwar ausgeblichen, was dem 60er-Jahre Flair aber sehr zu Gute kommt. Der Detailgrad und die Konturenschärfe leiden nicht darunter und bieten das an, was man von aktuellen Produktionen erwartet. Der durchweg gut verständliche deutsche Ton liegt im DTS HD Master Audio 5.1-Format vor, hat abgesehen von vereinzelten, kleineren Effekten aber nur in der Front zu tun.
Den Beginn bei den Extras macht das Making Of, das allerdings einen sehr starken Werbecharakter hat und dabei weniger über die Hintergründe berichtet. Im anschließenden Interview mit Hauptdarsteller Michael Stuhlbarg erzählt der Schauspieler über die Eigenarten seiner Filmfigur und die Stimmung beim Dreh. In den Featurettes, die nach Themen geordnet sind, werden u.a. die zahlreichen Begriffe aus dem Hebräischen erklärt, die im Film für viele noch böhmische Dörfer waren. Es wird ausführlich erklärt, wie man das Amerika der späten 60er-Jahre wieder auferstehen ließ, es wird auf den Prolog eingegangen, auf die Intentionen beim Erzählen der Geschichte, sowie den Aufbau einer jüdischen Gemeinde. Abschließend gibt es noch eine B-Roll mit unkommentierten Einblicken in die Dreharbeiten, sowie Trailer und Spots zum Film.
Fazit:
„A Serious Man“ ist ein Coen-Film der unkonventionellen und nicht gerade leicht zugänglichen Sorte. Nichts scheint einen größeren Sinn zu ergeben und Begrifflichkeiten des jüdischen Glaubens werden als bekannt vorausgesetzt. Nur wer den Film ohne größere Erklärungen als Momentaufnahme akzeptieren kann, wird hier gute Unterhaltung finden können. Für alle anderen bietet er maximal den ein oder anderen gelungenen Moment, mit dem beliebten trockenen Humor von Joel und Ethan Coen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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105:34 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch DTS-HD Master Audio 5.1 | Englisch DTS-HD Master Audio 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte |
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Bonusmaterial:
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- Making Of
- Interview mit Michael Stuhlbarg (Lerry Copnik)
- Featurette
- Hebräisch für Nicht-Juden
- Creating 1967
- Becoming Serious
- Commercial Feature
- Jewish Community Featurette
- Trailer
- B-Roll
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A Serious Man
A Serious Man
Ein schwer zugängliches Werk der Coen-Brüder, mit gewohnt trockenem Humor
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA / UK / Frankreich, 2009 Regie: Ethan Coen, Joel Coen Drehbuch: Ethan Coen, Joel Coen Darsteller: Michael Stuhlbarg, Richard Kind, Fred Melamed, Sari Lennick, Aaron Wolff, Jessica McManus, Peter Breitmayer, Brent Braunschweig, David Kang
Label :
Universum Film
Verkaufsstart : 13.08.2010
Vertrieb :
Impuls Home Entertainment
Verkaufsstart : 13.08.2010
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