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DVD-Besprechung - Die letzten Zwei vom Rio Bravo

Story:
Die beiden Brüder Billy (Horst Frank) und George Clayton (Ángel Aranda) überfallen eine Bank, töten 2 Angestellte und machen sich mit der Beute auf den Weg nach Mexiko. Der örtliche Sheriff Pat Garrett (Rod Cameron) macht sich auf die Jagd nach den beiden Brüdern und erwischt sie auch. Der gemeinsame Rückweg führt die 3 durch die heiße Wüste und es gibt darüber hinaus eine Bande von Mexikanern, die es auf die Beute abgesehen haben.

Meinung zum Film:
„Die letzten 2 vom Rio Bravo“ wurde 1964 produziert und gilt im Allgemeinen als der „letzte Italowestern mit klassischer Prägung“, denn gleichzeitig mit diesem noch amerikanisch angehauchten Western drehte Regisseur Sergio Leone mit demselben Produzententeam als billiges „Abfallprodukt“ seinen wegweisenden „Für eine handvoll Dollar“, der das Genre revolutionieren sollte. Ironischerweise wurde „Rio Bravo“ von den Produzenten als das Hauptwerk angesehen und der „Dollar“-Film mit Clint Eastwood lediglich als wenig interessantes Mittel, freie Ressourcen für einen weiteren, wesentlich billigeren Western zu nutzen. Im Rückblick lässt sich sagen, dass der „Dollar“-Film wirklich jedem, zumindest vom Titel geläufig ist und die „letzten 2 vom Rio Bravo“ heute so gut wie kein Mensch mehr kennt.  

Dabei sind die „letzten 2“ nicht wirklich schlecht. Ein ungleiches Brüderpaar begeht einen Raubüberfall auf eine Bank und flüchtet anschließend nach Mexiko. Der örtliche Sheriff ist den beiden Gangstern jedoch auf der Spur, nimmt sie schließlich fest und macht sich dann mit den Schurken auf den beschwerlichen Weg nach Hause. Einer der Brüder – natürlich der unverbesserlich Böse - wird von Horst Frank („Django und die Bande der Gehenkten“) verkörpert und dieser füllt seine Rolle wie üblich überzeugend diabolisch aus. Leider synchronisiert er sich in der deutschen Fassung nicht selbst. Der wenig bekannte Ángel Aranda („Planet der Vampire“) spielt George Clayton, den aufgrund des Überfalls Gewissensbisse plagen und der sich auch weigert, die beiden Bankangestellten beim Raub zu töten. Leider kann er in dieser Weichspüler-Rolle keine großen Akzente setzen. Bemerkenswert ist dann noch die Rolle des Sheriff Pat Garett, der von einem bereits 54-jährigen Rod Cameron („Winnetou und sein Freund Old Firehand“) gespielt wird und dessen am Filmanfang gestörte Hochzeit mit einer weit jüngeren Frau eher unglaubwürdig ausfällt.  

Regie führte Mario Caiano, der bis zum Ende des Italowestern-Booms immer mal wieder den einen oder anderen anschaubaren Genrebeitrag ablieferte („Der Mann mit der Kugelpeitsche“, „Django spricht das Nachtgebet“). Wie bereits erwähnt ist „Für eine handvoll Dollar“ eine Art Abfallprodukt der „letzten 2 vom Rio Bravo“ und so können Filmkenner die eine oder andere Location, bzw. Kulisse aus dem „Dollar“-Film hier wiedererkennen. Ansonsten erwartet den Western-Fan durchschnittliche Action-Unterhaltung, die man sich durchaus mal ansehen kann. Lediglich typischer Spaghetti-Western-Flair darf hier nicht erwartet werden, statt dessen jedoch ein Drehbuch nach Schema F und ein vorhersehbarer Verlauf, was das Filmvergnügen jedoch nicht nachhaltig stören kann.  

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild dieser DVD kann man bedenkenlos als gut bezeichnen. Die Farben überzeugen ebenso wie der Kontrast, lediglich die Bildschärfe hätte einen kleinen Zacken besser sein können, bewegt sich aber durchaus noch auf gutem Niveau. Altersbedingte Verschmutzungen, bzw. Beschädigungen muss man mit der Lupe suchen und fallen keineswegs negativ ins Gewicht. Auch der deutsche Ton in Dolby Digital 2.0 klingt recht frisch, verfügt über eine gute Dialogverständlichkeit und einen klaren Sound.

Kernstück der Special Features ist das rund zehnminütige Interview mit Regisseur Mario Caiano, der sich unter anderem an diesen Film erinnert. Weiter geht es mit einem Featurette mit Western-Kenner Antonio Bruschini, der noch einige Informationen zu den „letzten 2“ zum Besten gibt. Abgeschlossen werden die Extras mit dem deutschen und dem italienischen Trailer, einer Bildergalerie mit Aushangfotos sowie dem deutschen Originalvorspann des Fims. Wie üblich bei der „Italo-Western-Collection“ befindet sich in der Digipak-Klappe auf 3 Seiten wissenswertes über den Film zum Nachlesen.  

Fazit:
„Die letzten 2 vom Rio Bravo“ gilt als der letzte Italowestern, der sich noch an die amerikanischen Vorbilder hält. Trotz des „Klassik“-Touchs bietet der Film ordentliche Unterhaltung, reine Italowestern-Fans werden jedoch nur bedingt ihre Freude an diesem Film haben. Die DVD-Qualität ist gut.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,85:1
1,85:1
89:40 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Italienisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Interview mit Regisseur Martio Caiano
  • Featurette  mit Italowestern-Experten Antonio Bruschini
  • Deutscher Trailer
  • Italienischer Trailer
  • Deutscher Vorspann
  • Bildergalerie
  • Hintergrundinformationen in der Digipak-Klappe
Die letzten Zwei vom Rio Bravo - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Die letzten Zwei vom Rio Bravo
Le pistole non discutono

Bild unseres Mitarbeiters Andreas Schultz
Ordentlicher Eurowestern mit noch deutlichem amerikanischen Einschlag


Autor der Besprechung:
Andreas Schultz

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland / Italien, 1964
Regie:
Mario Caiano
Drehbuch:
Gianni Castellano, Giuseppe Moccia
Darsteller:
Rod Cameron, Horst Frank, Ángel Aranda, Vivi Bach, Luis Durán

Label Deutschland :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
30.07.2010