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Blu-ray-Besprechung - In meinem Himmel
Story:
Die Salmons leben ein ruhiges Vorstadtleben im Amerika der früher 70er Jahre. Vater Jack (Mark Wahlberg) ist Buchhalter, Mutter Abigail kümmert sich um den Haushalt und während Susie (Saoirse Ronan) und Lindsey (Rose McIver) zur Schule gehen, besucht Buckley (Christian Ashdale) noch den Kindergarten. Für Aufregung sorgt höchsten mal ein Besuch von Großmutter Lynn (Susan Sarandon). Dies ändert sich jedoch schlagartig, als Susie eines Abends auf dem Heimweg von der Schule vom etwas schrägen Nachbarn Mr. Harvey (Stanley Tucci) angesprochen wird und er sie bittet, sich ein von ihm gebautes Versteck anzusehen.
Meinung zum Film:
„In meinem Himmel“ ist der erste Schritt von Erfolgsregisseur Peter Jackson weg vom Event-Kino, das er Jahre zuvor mit „King Kong“ und der „Herr der Ringe“-Trilogie nahezu beherrschte. Seine Geschichte um ein Mädchen, das sich aus dem Zwischenreich nichts mehr wünscht als ihren Mörder ebenfalls sterben zu sehen, scheint auf den ersten Blick wie ein Schritt zurück in die Anfangstage seines Schaffens, in dem das Drama „Heavenly Creatures“ mit Kate Winslet („Titanic“) in der Hauptrolle entstand. Allerdings relativiert sich dieser erste Gedanke recht schnell wenn man auf das für den Inhalt schon fast gigantisch erscheinende Budget von rund 65 Mio. USD schaut. Der Großteil des Geldes dürfte dabei sicherlich für die zahlreichen Special Effects ausgegeben worden sein, die immer wieder dann zum Einsatz kommen, wenn Susie aus dem Zwischenreich spricht. Geld, das man besser hätte für wohltätige Zwecke spenden sollen, da der Film durch diese Sequenzen immer wieder steil abfällt in der Dramaturgie- und Spannungskurve und in ihnen stellenweise sogar richtig kitschig wirkt.
Die erste halbe Stunde, in der Susie noch unter den Lebenden weilt ist noch sehr gut inszeniert. Man erhält als Zuschauer einen Einblick in das Familienleben der Salmons und ins Seelenleben von Susie. Auch der Übergang ins Zwischenreich und ihre ersten Schritte in dieser fast leeren Welt sind noch recht ansprechend umgesetzt. Wenn sie dann aber später beginnt, mit ihrer neuen Freundin Holly die buntesten und wildesten Fantasien im Zwischenreich auszuleben, wird literweise süßer Kitsch über die ansonsten sehr ernste und düstere Atmosphäre geworfen. Die vorher mühsam und sorgfältig aufgebaute Stimmung des Films wird damit innerhalb weniger Sekunden nahezu vollkommen zunichte gemacht. Es fällt immer wieder schwer, sich anschließend wieder auf die Düsternis der realen Welt einzulassen. Die Szenen in der Zwischenwelt helfen dabei nur sehr bedingt weiter, die Handlung voranzutreiben. Wären es nur Eindrücke gewesen die aus dem Off geschildert werden, wie es z.B. in der Erfolgsserie „Desperate Housewives“ immer zu Beginn und am Ende einer Folge der Fall ist, es hätte im Gesamtkontext sicherlich um einiges harmonischer gewirkt, als bei den hier zum Einsatz kommenden quietschbunten Bildern.
Betrachtet man den Film aber mal rein von der bodenständigen Seite, bietet er durchaus fesselnde und dramatische Kost. Peter Jackson bietet seinen Kindermörder als gewissenslose, eindimensionale Person ohne jeden Sympathiewert auf. Stanley Tucci („Shall We Dance?“) brilliert in dieser Rolle und es stellt sich nie das Gefühl ein, das er selbst ein Opfer irgendeines Umstandes sein könnte und man eigentlich mit ihm Mitleid haben sollte. Sobald er die Szene betritt, ballt man als Zuschauer unweigerlich angewidert die Faust in der Tasche. Mark Wahlberg („The Departed – Unter Feinden“) und Rachel Weisz („Die Mumie“) spielen das Ehepaar, das am Tod ihrer Tochter zerbricht in guter Form, allerdings bietet ihnen das Drehbuch nur wenige Momente, in denen sie wirklich großes vollbringen können. Während sie vor der Situation flüchtet, verrennt er sich in einen Verfolgungswahn, der ihn fortan jede einzelne Person als potentiellen Täter sehen lässt. Susan Sarandon („Lorenzos Öl“) in der Rolle von Grandma Lynn hat eher einen komödiantischen Part, der die erfahrene Darstellerin maßlos unterfordert haben dürfte. Der als Tony Sopranos Neffe Chrissy bekannt gewordene Darsteller Michael Imperioli hat noch ein paar kürzere Auftritt als Detective Len Fenerman, tritt in dieser Rolle aber meist nur auf, um Jacks Wahn zu stoppen. Doch das Ganze funktioniert in dieser Konstellation recht gut, wird dann aber immer wieder durch die zu kitschigen Szenen aus dem Jenseits gestört. Dass die Auflösung der Geschehnisse am Ende dann fast schon beiläufig geschieht, stört deswegen dann aber auch nicht weiter. Man kann diesen Punkt einfach mit auf den Stapel Zugeständnisse legen, der wegen der wenig harmonischen Zusammenstellung aus bunter Zwischenwelt und düsterem Leben ohnehin schon recht stattlich angewachsen sein dürfte.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild der Blu-ray ist sehr gut gelungen. In der realen Welt wirken die Farben gedrückt und das Bild ist insgesamt düster gehalten. In der Zwischenwelt regieren meist kräftige, bunte Farben und helle Töne. Gleich ist in beiden Varianten, dass die Schärfe sehr gut gelungen ist und Details fein herausgearbeitet wurden. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist bei einzelnen Gesprächen teils ein wenig leise abgestimmt. Vor allem die Synchronstimme von Mark Wahlberg ist immer mal wieder nur mit Mühe richtig zu verstehen. Große Effekte gibt es nur selten zu vernehmen, sehr viel spielt sich in der Front der Soundanlage ab.
Die Extras befinden sich komplett auf einer zweiten Blu-ray-Disc. Zu Beginn wird der Zuschauer von Regisseur Peter Jackson begrüßt, der erklärt warum das Making Of zu „In meinem Himmel“ anders ist als sonstige Making Of. Das Besondere ist, dass es chronologisch die Drehtage angeht und somit eine Art Drehtagebuch darstellt. Manch einer mag denken, dass gerade mal ein Making Of nicht sonderlich viel an Extras für eine separate BD darstellt. Doch wenn das Special läuft und ein Blick auf die Restlaufzeit geworfen wird, legt sich die vielleicht aufgekommene Unruhe sehr schnell – denn die Gesamtlaufzeit des Extras beträgt knapp 3 Stunden! Darin wohnt man den kompletten Drehablauf bei und bekommt dadurch einen wunderbaren Einblick darein, wie der Film entstanden ist. Enthalten sind Bilder vom Dreh, Kommentare der Künstler und Arbeiten hinter den Kulissen. Solch ausführliche Einblicke gewähren nur sehr wenige Regisseure in ihre Arbeit. Das Making Of kann entweder am Stück oder unterteilt in die Kapitel „Dreharbeiten USA“, „Dreharbeiten Neuseeland“ und „Dreharbeiten Visuelle Effekte“ angesehen werden und liegt komplett im HD-Format vor.
Fazit:
„In meinem Himmel“ wirkt wie eine wenig harmonisierende Mischung aus „Es geschah am helllichten Tag“ und „Hinter dem Horizont“. Während die Szenen aus der realen Welt sehr gut, düster und dramatisch inszeniert wurden, wirken die Einstellungen aus der Zwischenwelt immer wieder kitschig und teils auch überflüssig. Rein von der bodenständigen Seite betrachtet hat sich der Film eine Empfehlung verdient. Durch den Mysteryanteil reicht es aber nur zu einem „...kann man sich ruhig mal ansehen.“
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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135:30 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS-HD Master Audio 5.1 | Französisch Dolby Digital 5.1 |
Italienisch Dolby Digital 5.1 | Spanisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Dänisch, Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Finnisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Norwegisch, Schwedisch, Spanisch |
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Bonusmaterial:
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- Einleitung von Regisseur Peter Jackson zum Making Of
- Das Filmen von "In meinem Himmel"
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In meinem Himmel
The Lovely Bones
Eine nur wenig harmonisierende Mischung aus düsterem Thriller-Drama und farbenfroher Fantasy
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA / UK / Neuseeland, 2009 Regie: Peter Jackson Drehbuch: Fran Walsh, Philippa Boyens, Peter Jackson (basierend auf dem Roman von Alice Sebold) Darsteller: Saoirse Ronan, Mark Wahlberg, Rachel Weisz, Stanley Tucci, Susan Sarandon, Rose McIver, Christian Ashdale, Michael Imperioli, Reece Ritchie, Carolyn Dando, Nikki SooHoo
Label :
Paramount Home Entertainment
Verkaufsstart : 19.08.2010
Vertrieb :
Rainbow Home Entertainment AG Verkaufsstart : 19.08.2010
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