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Kino-Besprechung - Mother

Story:
Die Witwe Yoon Hye-ja (Kim Hye-ja) liebt ihren geistig etwas zurückgebliebenen Sohn Do-jun (Won Bin) abgöttisch. Obwohl er schon 27 ist, umhegt und pflegt sie ihn fast wie ein Kind. Nach einem durchzechten Abend in einer Bar kommt Do-jun spät nach Hause. Am nächsten Tag wird er plötzlich von der Polizei verhaftet, da in der Nähe ein Schulmädchen tot aufgefunden wurde und man am Tatort Hinweise auf ihn fand. Die Polizisten, nur bestrebt, den Fall schnell zu lösen, konzentrieren sich ausschließlich auf den jungen Mann und setzen ihn unter Druck. Da er sich selbst nicht an die Nacht erinnern kann, gibt er nach und unterschreibt ein Geständnis. Doch seine Mutter kann das nicht akzeptieren und unternimmt jetzt alles, um seine Unschuld zu beweisen.

Meinung zum Film:
„Mother“ ist ein Film des bekannten koreanischen Regisseurs Bong Joon-ho („The Host“). Zusammen mit Park Eun-kyo („Crush and Blood“) war er auch für das Drehbuch zuständig. Er ist einer wichtigsten Protagonisten des neuen koreanischen Kinos, dem er insbesondere mit dem sensationellen Erfolg von „The Host“ neue Impulse gegeben hat. Wohl auch deshalb ist ein großer Teil des bewährten Teams von diesem Film wieder mit an Bord, so der Kameramann Hong Kyung-pyo, die Produktionsdesignerin Ryu Seong-hie und der Filmkomponist Lee Byung-woo. Um den Realismus des Films zu unterstreichen, wurde an dutzenden Originalschauplätzen in ganz Südkorea gedreht. Aus diesen verschiedenen Schauplätzen wurde dann das fiktive kleine Städtchen zusammengesetzt, in dem der Film spielt.

Im Zentrum des Film steht die von Kim Hye-ja („Late Autumn“) gespielte Titelfigur. Mit ihrem nuancierten Spiel trägt die Hauptdarstellerin wesentlich zum Erfolg des Films bei. Gleichzeitig war sie eine logische Wahl für diese Rolle, da sie 22 Jahre lang eine Mutterrolle in der erfolgreichen Fernsehserie „The Rustic Diary“ spielte und damit zu einer Institution wurde, quasi zur koreanischen „Mutter der Nation“. Eine schwierige Rolle hatte Won Bin („Brotherhood“), der den geistig zurückgebliebenen Sohn spielt. Er meistert dies aber sehr überzeugend und schafft es, seinen Charakter zwischen anrührend und komisch schweben zu lassen. Gu Jin („Epitaph“) spielt die dritte wichtige Rolle im Film, Do-juns Freund Tae Jin. Er charakterisiert ihn ambivalent, einerseits stets auf den eigenen Vorteil bedacht, dann aber auch ehrlich um seinen Freund besorgt.

Bei dem Titel des Films handelt es sich um ein Wortspiel. Denn in der koreanischen Umschrift stehen die gleichen Zeichen sowohl für das Wort „Mutter“ als auch für „Mord“. Somit verbindet der Titel im Original die beiden wichtigsten Themen des Films.

Fazit:
„Mother“ ist ein fast durchgehend spannendes Psychodrama, das eine Mutter im verzweifelten Kampf um ihren Sohn zeigt. Getragen von starken Schauspielern hat der Film nur in der Mitte leichte Längen, um dann aber mit einem umso furioseren Ende zu überzeugen.

Mother - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Mother
Madeo

Bild unseres Mitarbeiters Martin Asbach
Ein Drama, das zeigt, wie weit Mutterliebe gehen kann


Autor der Besprechung:
Martin Asbach

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Südkorea, 2009
Regie:
Bong Joon-ho
Drehbuch:
Bong Joon-ho und Park Eun-kyo
Darsteller:
Kim Hye-ja, Won Bin, Gu Jin

Verleiher:
MFA+
Kinostart Deutschland :
05.08.2010