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DVD-Besprechung - Todesduell im Atlantik
Story:
Kapitän Ericson (Jack Hawkins) ist während des Zweiten Weltkriegs Kommandant der "Compass Rose", einer britischen Geleitschutz-Korvette. Mit einer jungen, unerfahrenen Crew zieht er in den Krieg. Seine Aufgabe ist es Schiffskonvois zu schützen sowie angreifende U-Boote abzulenken und wenn möglich zu vernichten.
Meinung zum Film:
Der schwachsinnige neue Titel "Todesduell im Atlantik" wird dem vorliegenden britischen Kriegsfilmklassiker aus dem Jahr 1953 mit Sicherheit nicht gerecht und soll sich wohl an Dick Powells bekanntere, amerikanische Produktion "Duell im Atlantik" aus dem Jahr 1957 anlehnen. Im Original nennt sich der Film ziemlich treffend "The Cruel Sea", im deutschen Original hieß er ursprünglich schon nicht mehr ganz so originalgetreu "Der große Atlantik". Der Film erscheint als sechster Titel innerhalb der neuen Reihe "Vergessene Kriegsfilme" des MIG-Sublabels "Voulez Vous". Es handelt sich dabei um eine Verfilmung des gleichnamigen Romans von Nicholas Monsarrat aus dem Jahr 1951, in dem er seine eigenen Kriegserfahrungen als Offizier eines Geleitschiffs verarbeitete. Das Drehbuch schrieb auf dieser Basis Eric Ambler ("Topkapi"), der für seine Adaption eine Oscarnominierung erhielt. In den Hauptrollen agieren bekannte, britische Darsteller wie Jack Hawkins ("Zulu") oder Denholm Elliott ("Jäger des verlorenen Schatzes"). Regisseur Charles Frend drehte später viel fürs Fernsehen, unter anderem auch neun Folgen von "Danger Man" mit Patrick McGoohan.
"The Cruel Sea" hat es sich auf die Fahnen geschrieben ein realistisches Bild des Seekriegs zu zeichnen und verzichtet dementsprechend auf romantisierende oder verherrlichende Elemente. Der Mittelpunkt des Films ist die Darstellung des Alltags auf einem kleineren Kriegsschiff. Für die Mannschaft stellt diese Zeit eine Gratwanderung zwischen ermüdender Routine und nervenaufreibenden Kampfeinsätzen dar. Die Korvette ist dabei gleichzeitig Jäger und Gejagter und bekommt es mit einer weitgehend unsichtbaren Bedrohung bzw. unsichtbaren Gegnern, den deutschen U-Booten, zu tun. Aber nicht nur das Geschehen auf dem Schiff wird thematisiert, sondern auch die persönlichen Verbindungen der Mannschaftsmitglieder in der Heimat und die Schwierigkeit dieser Beziehungen in Kriegszeiten. Die kritische Bestandsaufnahme des Films wird dabei immer wieder durch Aussagen wie "Verdammter Krieg" unterstrichen. Für Helden ist hier ebensowenig Platz wie für Humanisten, denn auch der Seekrieg erfordert harte Entscheidungen mit tödlichen Konsequenzen.
Kapitän Ericson zerbricht im Verlauf des Films beinahe an einer seiner unmenschlich anmutenden aber alternativlosen Entscheidungen. Der Film zeigt hier auch wie leicht die Schwelle zur Verrohung im Krieg unfreiwillig überschritten werden kann. Handwerklich stellt das Werk größtenteils britische Wertarbeit dar, der Film wurde auch tatsächlich zu großen Teilen auf einer Korvette gedreht. Abzüge gibt es jedoch für die wenig überzeugende Tricktechnik, vor allem hinsichtlich der in Seeschlachten verwendeten, bescheidenen Schiffsmodelle und vereinzelten mauen Rückprojektionen.
Auf der inhaltlichen Ebene kommt es auch zwischen den ständig zusammengepferchten Mannschaftsmitgliedern zu Spannungen, während sich auch die See als gnadenloser Gegner präsentiert. Der einzige größere Kritikpunkt am Film ist im Grunde die doch sehr langatmige Erzählweise, im zeitgenössisch-geruhsamen Verlauf, die zwischen vereinzelten Höhepunkten teilweise die Routine doch etwas überbetont.
Digitale Aufarbeitung:
Die DVD bietet für einen bald 60 Jahre alten Titel wirklich eine gute Bildschärfe und auch bei den Kontrastwerten gibt es nichts zu bemängeln. Dafür begleitet den Schwarz-Weiß-Film durchgehend ein starkes Bildrauschen, das sich bei hellen Hintergründen zu einem regelrechten "Schneesturm" steigert. Mit diversen Verschmutzungen muss der Betrachter ebenfalls leben, Defekte oder Laufstreifen sind hingegen eher die Ausnahme. Die deutsche Tonspur überzeugt mit guter Verständlichkeit, wird aber, genau wie die englische Tonspur, von einem ständigen leichten Brummen begleitet. Die deutsche Tonspur klingt außerdem altersbedingt leicht verzerrt, hier wirkt ihr englisches Pendant etwas natürlicher.. Die deutsche Synchronisation ist erfreulicherweise älteren Datums und bietet somit eine gute Qualität und einige bekannte Sprecher.
Die Veröffentlichung besitzt ein Wendecover, Bonusmaterial gibt es allerdings überhaupt nicht.
Fazit:
"Todesduell im Atlantik" ist ein hochwertiger britischer Kriegsfilm älteren Datums, der sich erfolgreich an einer realistischen Bestandsaufnahme des Seekriegs versucht. Das etwas verschleppte Erzähltempo und die eher bodenständige Darstellung des Schiffsalltags dürfte modernen Sehgewohnheiten allerdings eher widersprechen. Technisch kann die DVD durchaus überzeugen, dafür liegt keinerlei Bonusmaterial vor.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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117:19 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine Untertitel vorhanden. |
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Bonusmaterial:
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Der große Atlantik
The Cruel Sea
Britischer WK2-Klassiker, der eine nüchterne und kritische Bestandsaufnahme des Seekriegs abliefert
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Großbritannien, 1953 Regie: Charles Frend Drehbuch: Eric Ambler (basierend auf einem Roman von Nicholas Monsarrat) Darsteller: Jack Hawkins, Donald Sinden, John Stratton, Denholm Elliott, John Warner, Stanley Baker
Label :
Voulez Vous Film
Verkaufsstart : 30.07.2010
Vertrieb :
Kein Verleih bekannt Verkaufsstart : Noch kein Termin bekannt
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