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DVD-Besprechung - Born in East L.A.

Story:
Eigentlich sollte Rudy (Cheech Marin) nur seinen illegal aus Mexico nach Los Angeles eingereisten Cousin Javier (Paul Rodriguez) abholen, doch dann findet er sich auf einmal selbst in einem Abtransport nach Tijuana wieder. Da er seinen Ausweis morgens zu Hause vergessen hat glaubt ihm niemand, dass er amerikanischer Staatsbürger ist. Und so steht Rudy plötzlich auf der für ihn falschen Seite der mexikanisch-amerikanischen Grenze und hat keine Ahnung, wie er wieder nach Hause kommen kann. Denn alle, die ihm in der Heimat weiterhelfen könnten, befinden sich auf einem Kurztrip in Fresno.

Meinung zum Film:
1978 erblickte die Kiffer-Komödie „Viel Rauch um nichts“ das Licht der Kinosäle und war dadurch die Geburtsstunde des kultigen Kiffer-Duos „Cheech & Chong“, das bis Mitte der 80er-Jahre für abgedrehten Filmspaß ohne jegliche Garantie auf Anspruch sorgte. Während Tommy Chong („Die wilden Siebziger“) sich anschließend nur noch vereinzelt für kleinere Spielfilmrollen vor der Kamera einfand und sich mehr auf Fernsehserien konzentrierte, brachte Cheech Marin („Spy Kids“) 1987 mit „Born in East L.A.“ sein erstes großes Soloprojekt auf den Markt, bei dem er Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller in Personalunion war. Der Titel des Films erinnert dabei nicht nur stark an die Rockhymne „Born in the U.S.A.“ von Bruce Springsteen, Cheech Marin gibt im Film auch gleich seine eigene Textkomposition des Klassikers zum Besten.

Von der Story darf naturgemäß nicht allzu viel erwartet werden. Rudys Familie ist zwar mexikanisch stämmig, er selbst wurde aber in East L.A. geboren und versteht auch nur sehr wenig spanisch. An Geld mangelt es der Familie nicht. Mama besitzt ein eigenes Haus und es bleibt immer genügend Bares über, um das ein oder andere davon aufs Sparbuch zu bringen. Als Rudy anfangs die Grenze nach Mexico überschreitet ist er sich noch sicher, dass er bald wieder zu Hause ist. Doch ohne Ausweis scheint es ihm unmöglich zu sein, seine Staatsbürgerschaft glaubhaft zu machen. Also versucht er das, was alle versuchen – sich über die Grenzen zu schleichen, bzw. wie ein Hase zu rennen wenn ihn die Grenzposten erspähen. Mit Barbesitzer Jimmy (Daniel Stern / „Kevin, allein zu Haus“) und Kellnerin Dolores (Kamala Lopez / „I Heart Huckabees“) findet er aber Freunde, die ihn in der Fremde unterstützen.  

Zu Beginn besteht das Szenario noch aus mehr oder weniger platten, aber nichtsdestotrotz zündenden Gags. Zum Ende hin gibt es dann aber auch immer wieder etwas ruhigere Töne zu erleben, da sich Rudy in der Fremde ein wenig verändert. Die Gags bewegen sich insgesamt zwar deutlich über dem Niveau der Kiffer-Klassiker, entsprechen aber meist dem damals so beliebten platten Humor der 80er-Jahre. So trainiert Rudy eine Gruppe Asiaten in Mexico darauf, perfekt den Straßenslang von L.A. zu beherrschen, damit sie in Amerika nicht mehr auffallen. Zwischendurch landet er auch mal im Knast, wo er sich als Tätowierer von harten Typen versucht oder lockt als Türsteher auch schon mal blinde Gäste mittels eines Tricks in die Bar. Während Rudy sich in Mexico über die Runde schlägt sitzt Neffe Javier (Paul Rodriguez / („Blood Work“) derweil in L.A und schaut Fernsehen. Da Rudys Mama vor ihrer Abfahrt ein Jesus-Bild vor den Anrufbeantworter stellte, denkt dieser aber, sobald jemand eine Nachricht hinterlässt, dass Jesus mit ihm spricht. Und so stellt er ihm wunschgemäß ein Bier hin und verfällt in Panik, als er beim Sehen des Playboy Channels erwischt wird. Ein Highlight des Films ist zweifelsohne Rudy, der zusammen mit mexikanischen Straßenmusikern im Kauderwelsch Deutsch „Rosamunde“ zum Besten gibt. Nein, mit gehaltvollem Humor hat „Born in East L.A.“ ganz sicher nichts zu tun. Als 80er-Jahre Schenkelklopfer-Garant kann er aber auch noch heute richtig überzeugen.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist für einen Film aus den 80er-Jahren gut gelungen. Die Schärfe ist ordentlich, Verschmutzungen und analoge Defekte sind nur selten zu sehen, Farben und Kontrast sind gut eingestellt. Der deutsche Ton in Dolby Digital 2.0 klingt ein klein wenig hohl, was aber nicht weiter stört. Wer der englischen Sprache mächtig ist sollte aber unbedingt auf die englische Tonspur wechseln. Sie klingt nicht nur insgesamt ein wenig voller, sondern hat zudem in der Originalsprache noch einiges mehr an witziger Unterhaltung zu bieten, als die typische Direct-to-Video-Synchro der 80er-Jahre.

Als Extra gibt es ein Interview mit Cheech & Chong, in dem beide locker über den Stotterstart ihrer Karriere und die gemeinsamen Auftritte vor und hinter der Kamera berichten. Des Weiteren gibt es noch eine Bildergalerie und den Trailer zum Film.

Fazit:
„Born in East L.A.“ ist eine typische 80er-Jahre-Komödie, die ohne viel Anspruch beste Schenkelklopfer-Unterhaltung bietet. Es ist sicherlich kein Zufall, dass Cheech Marin auch heute noch im Filmgeschäft tätig ist. Sein komödiantisches Talent und seinen „kleiner Junge“-Charme stellte er hier klar unter Beweis.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
81:01 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Interview mit Cheech & Chong
  • Bildergalerie
  • Trailer
Born in East L.A. - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Born in East L.A.
Born in East L.A.

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Ein 80er-Jahre-Komödien-Klassiker mit Cheech Marin in Topform


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1987
Regie:
Cheech Marin
Drehbuch:
Cheech Marin
Darsteller:
Cheech Marin, Daniel Stern, Kamala Lopez, Paul Rodriguez, Jan-Michael Vincent, Tito Larriva, Lupe Ontiveros, Larry Blackmon, Geoffrey Rivas, Eddie Barth, Miguel Delgado

Label Deutschland :
MiG Film
Verkaufsstart Deutschland :
15.07.2010

Vertrieb Schweiz :
EuroVideo
Verkaufsstart Schweiz :
15.07.2010