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DVD-Besprechung - Blast - ...wo die Büffel röhren

Story:
Der Journalist Hunter S. Thompson (Bill Murray) verfasst in seiner einsamen Berghütte in den Rocky Mountains einen Artikel über seinen früheren Kumpanen Carl Lazlo (Peter Boyle) und versinkt dabei in seinen Erinnerungen an die zurückliegenden Ereignisse. Lazlo war einmal Thompsons Anwalt; freundschaftlich verbunden haben sie eine wilde Zeit verbracht – jedoch driftet Aktivist Lazlo in nicht ganz legale Machenschaften ab, während Thompsons Karriere als Schrittsteller in Schwung kommt...

Meinung zum Film:
"Blast – ...wo die Büffel röhren" ist eine Filmkomödie aus dem Jahr 1980, in der Bill Murray (Ghostbusters) eine seiner frühen Rollen spielt. An dessen Seite agiert Peter Boyle ("Taxi Driver") als nahezu besessener Aktivist und Gründer eine kommunenähnlichen Alternativ-Gruppierung. Beide Akteure überzeugen durch ihre Leistungen, womit der positive Aspekt an diesem wirren Film genannt ist. Negativ anzumerken ist der fehlende "rote Faden". Es erscheint als habe Regisseur Art Linson ("The Wild Life") lediglich einzelne Episoden aus dem Leben seines Protagonisten aneinander gereiht und vergessen, einen stimmigen Film auf die Leinwand zu bringen. Der Projektplan hört sich schon haarsträubend an, denn "Blast – Wo die Büffel röhren" basiert auf mehreren kleinen zum Teil autobiographischen Geschichten aus der Feder Hunter S. Thompsons, die von Drehbuchautor John Kaye zu diesem wirren Film verflochten wurden. Das ambitionierte Vorhaben hat nicht ganz funktioniert, da derEinheitsprozess außer Acht gelassen worden ist, das Episodenhafte überwiegt.  

Im Grunde genommen geht es durchweg um das Verhältnis zwischen Thompson und Lazlo: Der Eine avanciert zum erfolgreichen Schriftsteller und Journalist, während der andere von seinem Dasein als Anwalt in einen politischen Aktivismus verfällt, der die Grenzen der Legalität überschreitet und die Gründung einer Art Kommune in einem südamerikanischen Land zur Folge hat. Die Wege beider beginnen sich zu trennen und jeder Versuch Lazlos, Thompson zum Mitmachen zu überreden, scheitern. Der arbeitet sich nämlich auf seine eigene, sehr skurrile Art und Weise, zum gefragten Journalisten empor. Später verfasste er übrigens erfolgreiche Romane, von denen beispielsweise "Fear and Loathing in Las Vegas" 1998 von Terry Gilliam mit Johnny Depp in der Titelrolle verfilmt wurde.

Beachtlich an "Blast – ...wo die Büffel röhren" ist Bill Murrays Leistung, die eine Mischung aus abgedrehter Slapstick und verrücktem Ego-Trip ist. Thompson selber mochte eben dies, den Film an sich lehnte er vehement ab, das oben angesprochene Drehbuch sagte ihm nicht zu. Auch die Kritiker ließen nichts Gutes am Stoff übrig. Die wenigen gelungenen Elemente, zu denen Murrays Darstellung und der Soundtrack von Neil Young gehören, können tatsächlich nicht unfertigen Charakter einer Aneinanderreihung diverser Storys ausgleichen. Als Komödie ist der Film zudem falsch konzipiert. Natürlich soll die wirre Figur Thompsons das Komödiantische am Stoff herauskitzeln. Doch das gelingt tatsächlich nur Murray in den verrücktesten Sequenzen, die einen durchaus zum schmunzeln bringen. Im Großen und Ganzen erinnert die Geschichte zweier Männer, die zunächst eine lebendige Freundschaft führen, dann aber immer weiter auseinander driften, eher an ein Drama. Diese unzureichende Kategosirierung ist auch ein Grund, weshalb "Blast – ...wo die Büffel röhren" nicht stimmig rüberkommt.

Digitale Aufarbeitung:
Für einen 30 Jahre alten Film erscheint die Bildqualität ok. Bis auf manchmal recht auffälliges Bildrauschen verhält es sich dem Alter entsprechend. Etwas matte Kontraste und nicht die besten Schärfewerte, aber sonst ansehlich. Beim Ton muss der Käufer mit den für das Alter entsprechenden Dolby Digital 2.0 Spuren (deutsch und englisch) auskommen, die durch Untertitel auf deutsch und englisch zusätzlich aufgewertet werden. Die Dialoge sind jederzeit gut verständlich, der Soundtrack ist in guter Qualität verarbeitet.  

In der Bonussektion der Disc wartet mit der Dokumentation "Fear and loathing on the road to Hollywood" ein tolles Special auf. Sie bringt dem Zuschauer die Persönlichkeit von Hunter S. Thompson näher und vermittelt ein Bild seiner Bedeutung und Stellung als kritischer Journalist und Autor.

Fazit:
"Blast - ...wo die Büffel röhren" ist ein wirrer Film zwischen Komödie und Drama, der autobiographisch vom Aufstieg des Journalisten und Buchautors Hunter S. Thompson erzählt. Außer den tollen darstellerischen Leistungen von Bill Murray und Peter Boyle kann der Film allerdings nur wenig überzeugen, eine "rote Linie" fehlt merklich. Das Bonusmaterial mit der Doku über Thompson gefällt hingegen sehr.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
94:50 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bonusmaterial:
  • "Fear and loathing on the road to Hollywood" - Dokumentation über Hunter S. Thompson
Blast - ...wo die Büffel röhren - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Blast - ...wo die Büffel röhren
Where the Buffalo Roam

Bild unseres Mitarbeiters Marcus Offermanns
Autobiographisches vom legendären Hunter S. Thompson - leider nicht ganz gelungen


Autor der Besprechung:
Marcus Offermanns

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1980
Regie:
Art Linson
Drehbuch:
John Kaye
Darsteller:
Bill Murray, Peter Boyle, Bruno Kirby, Rene Auberjonois

Label Deutschland :
MiG Film
Verkaufsstart Deutschland :
15.07.2010

Vertrieb Schweiz :
EuroVideo
Verkaufsstart Schweiz :
15.07.2010