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DVD-Besprechung - Nite Tales

Story:
Nachdem ein Banküberfall einen nicht gewollten, tödlichen Zwischenfall für einen Wachmann hatte, sind die vier Bankräuber auf der Flucht. Nach einer Wagenpanne suchen Sie Hilfe in einem abgelegenen Haus, was sich schon sehr bald als fatale Entscheidung herausstellt. Fatal ist auch die Entscheidung von fünf Jugendlichen, während einer stürmischen Nacht einen hilfesuchenden Clown in das Haus zu lassen. Auch ein kurze Zeit später eintreffender Cop kann nicht verhindern, dass es zu Todesopfern kommt.

Meinung zum Film:
Mit seinem Erstlingsfilm „7eventy 5ive“ hat Regisseur Deon Taylor durchaus eine erste kleine Duftnote im Horrorgenre hinterlassen können. Mit „Nite Tales“ wagte er den zweiten Versuch, diesen ersten Eindruck noch weiter zu untermauern. Diesmal bewegte er sich weg vom Slasher und betrat die bei vielen durchaus beliebte Welt des Episodenfilms. Als seinen Crypt-Keeper schickte er den US-Rapper Flavor Flav ins Rennen, den niemand nach der Zeit fragen muss, da er stets eine große Uhr um den Hals trägt. Wer Flavs TV-Show „Flavor of Love“ auf MTV schon einmal gesehen hat, dürfte wissen, was Fremdschämen bedeutet und auch die einleitenden Worte strotzen nur so vor inhaltlicher Leere. Denn da kann der gute Flav noch so enthusiastisch erzählen, wie unglaublich es ist, gleich 2 Filme in einem geboten zu bekommen, das Genre des Episodenfilms beginnt er damit ganz sicher nicht in seinen Grundfesten erschüttern.  

Die erste Story „Karma“, die auf dem Cover als zweite Geschichte aufgeführt wird, hat einige Probleme, in die Gänge zu kommen. Der Banküberfall ist recht unspektakulär in Szene gesetzt und die bei der Flucht auftretenden Reibereien innerhalb der Räuber dienen auch nicht gerade dazu, die langsam aufkommende Langeweile zu vertreiben. Erst als die Gruppe in einem abseits im Wald gelegenen Haus um Hilfe bitten und dort die recht debil wirkenden älteren Bewohner kennen lernen, scheint das Horrorvergnügen seinen Lauf zu nehmen. Doch leider nimmt die Geschichte eine Wendung, die so albern ist, dass dies selbst für einen begnügsamen Episodenhorror nicht akzeptabel ist. Zusätzlich fehlt es dem Beitrag an dem notwendigen Augenzwinkern, dass für das Subgenre unerlässlich ist. So gibt es nach einem Stotterstart und einer sanft ansteigenden Spannung im Mittelteil zum Ende leider nur einen müden Ausgang geboten.  

Etwas interessanter gestaltet sich da schon der zweite Beitrag „Karma“. Fünf Jungendliche vertreiben sich hier die elternfreie Zeit mit dem „Bloody Mary“-Spielchen, mit dem sie im Spaß den mordlustigen Geist einer alten Hexe im Spiegel hervorrufen. Was danach kommt ist allerdings „Candyman“ Tony Todd, der als Clown die Jugendlichen um die Erlaubnis bittet, ihr Telefon nutzen zu dürfen. Kurze Zeit später sorgt die Erlaubnis allerdings für Panik, da der Fremde recht furchteinflößend wirkt und nicht daran zu denken scheint, das Haus wieder zu verlassen. Auch ein später ebenfalls ins Haus kommender Polizist kann nicht unbedingt für Ruhe sorgen, vor allem nachdem klar wird, dass ein Serienkiller mit dem Hang zum Verkleiden sein Unwesen im Viertel treibt. Und zu guter Letzt darf auch die blutige Marie nicht vergessen werden, die vielleicht auch noch ein Wörtchen beim Ausgang des Geschehens mitreden möchte. Wie nicht unschwer zu erkennen sein dürfte, ist die Story reichlich überfrachtet. Da aber zumindest die Stimmung im Film ganz nett aufgebaut ist und vor allem Tony Todd einen guten Eindruck hinterlässt, bietet „Karma“ gute Episoden-Horror-Unterhaltung. Die kleine Überraschung zum Ende dürfte aber kaum jemanden vom Hocker reißen, da im Grunde die ganze Zeit mit der Holzhammermethode darauf hingedeutet wird.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen etwas unterdurchschnittlichen Eindruck, wozu vor allem die oft etwas verwaschen wirkende Schärfe sorgt. Da das Bild in einem nicht-anamorphen Format vorliegt, ist dies aber nicht unbedingt verwunderlich. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist gut zu verstehen, spielt sich aber fast ausschließlich in der Front ab. Ein Wechsel auf die ebenfalls vorhandene Dolby Digital 2.0-Spur stellt somit keinen Qualitätsverlust dar.

Bei den Extras findet sich ein knapp 20-minütiges Making Of, das einen Einblick in die Entstehung des Films bietet. Um dieses jedoch wirklich verstehen zu können sind gute Englischkenntnis erforderlich, da keine Untertitel vorhanden sind. Zusätzlich gibt es noch eine Bildergalerie mit Eindrücken vom Set und den Trailer zum Film.

Fazit:
„Nite Tales“ ist ein Episodenhorror mit zwei Gesichtern. Die erste Episode macht lediglich im Mittelteil ein klein wenig Hoffnung auf guten Horror, versagt letzten Ende im Finale. Die zweite Story ist zwar maßlos überfrachtet, dafür aber zumindest kurzweilig und relativ spannend erzählt. An dieser dürften Freunde von Episodenhorror weitgehend ihre Freude haben.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
2,35:1
2,35:1
89:02 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Behind the Scenes Galerie
  • Trailer
Nite Tales - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Nite Tales
Nite Tales: The Movie

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Nach einer eher schwachen ersten Halbzeit dreht der Film in der zweiten Hälfte etwas auf


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2008
Regie:
Deon Taylor
Drehbuch:
Deon Taylor, Diana Erwin
Darsteller:
Flavor Flav, Dante Basco, Sticky Fingaz, Michael J. Pagan, Tony Todd, Chico Benymon, Andrea Bogart, James Ferris, Soraya Kelley, Sandra McCoy, Ariele Senara, Jordan Woolley

Label Deutschland :
MiG Film
Verkaufsstart Deutschland :
12.08.2010

Vertrieb Schweiz :
EuroVideo
Verkaufsstart Schweiz :
12.08.2010