Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  Die Wikinger 3 - Die Rache der Bestie
Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.899 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

DVD-Besprechung - Die Wikinger 3 - Die Rache der Bestie

Story:
Thorsson (Greg Melvill-Smith) ist der Stammesfürst eines Wikinger-Clans. Innerhalb seines Herrschaftsgebiets liegt die Insel "Gunnere", auf der Odins Biest leben soll. Vor nicht allzu langer Zeit fiel dieser Bestie bereits eine komplette Expedition seines Stammes zum Opfer, zu der auch der junge Agnar (David Dukas) gehörte, der Geliebte seiner Tochter Freya (Jane March). Jetzt liegt es an dem jungen Krieger Sven (William Gregory Lee) diese Schmach auszuwetzen und die Bestie zu töten. Als Belohnung winkt ihm die Nachfolge Thorssons und die Hand seiner Tochter. Freya ist davon allerdings gar nicht begeistert.

Meinung zum Film:
"Die Wikinger 3 - Die Rache der Bestie" ist wiedermal eine völlig blödsinnige Titelneuschöpfung, die wohl ganz bestimmte Käuferkreise abschöpfen möchte. Im Original heißt der Film jedoch "Beauty and the Beast" und es kommen zwar erstaunlicherweise tatsächlich Wikinger vor, der Film hat allerdings weder mit Richard Fleischers Klassiker "Die Wikinger" aus dem Jahr 1958, noch mit "Die Wikinger 2 - Die Söhne Odins" aus dem Jahr 2008, der ebenfalls bei MiG/EuroVideo erschien und dessen Titel auch eine verfremdende Eigenkreation darstellt, irgendetwas zu tun, sondern folgt vielmehr der deutschen Tradition aus Marketinggründen eigene Reihen zu kreieren. Übrigens verfilmte der verantwortliche Regisseur, David Lister ("Der Trollkönig"), sechs Jahre später den klassischen Stoff um "Die Schöne und das Biest", ursprünglich ein französisches Volksmärchen, unter gleichem Namen erneut. Dieses Mal allerdings ohne Wikinger. Die deutsche DVD erschien im Februar 2010 bei Schröder Media unter dem Originaltitel "Beauty and the Beast". Im vorliegenden Film agieren als bekannteste Darstellern Jane March, um die es seit ihren vermeintlichen Skandalfilmen "Der Liebhaber" und "Color of Night" doch sehr ruhig geworden ist. Die Südafrikanerin Candicè Hillenbrand, die hier als ihre Freundin Ingrid agiert, sorgt zudem für ein paar optische Reize und wird das deutsche Publikum in Kürze, als Killerin in der Videospielverfilmung "Tekken", erneut beehren.

Für einen Wikingerfilm hat sich der vorliegende Titel mit Südafrika wirklich einen sehr exotischen und völlig unpassenden Drehort auserwählt. Aber nicht nur eisige Kälte ist hier völlig abwesend, auch gestählte Nordmänner sucht man hier vergebens. Von den Darstellern wäre wohl niemand in der Lage, mehr als ihre verwendeten Plastikschwerter zu tragen. Und an dieser Stelle ist auch direkt ein Seitenhieb auf das Budget angebracht, das in etwa einem günstig produzierten TV-Film entsprechen dürfte. Alberne Langhaarperücken für die Wikinger, der völlige Verzicht auf Spezialeffekte und ein Biest, das nichts anderes darstellt als einen Menschen im albernen Bärenkostüm, hier regiert der Trash, könnte man denken. Aber dafür nimmt sich der Film leider viel zu ernst und erzählt seine infantil interpretierte klassische Geschichte ohne nennenswerte Kreativität, aber dafür umso schleppender und mit erstaunlich wenigen Actionszenen. Das schauspielerische Niveau entspricht dabei in etwa der Qualität einer durchschnittlichen Folge von "Xena - Die Kriegerprinzessin", ist also eigentlich kaum vorhanden. Die voraussehbare Lovestory mit Freya und dem Biest erinnert in ihrer Anspruchslosigkeit und Einfalt an Soaps wie "GZSZ" und wenn Freya dann mit ihrem Biest umhertollt, fühlt man sich am ehesten an die WDR-Sendung "Tiere suchen ein Zuhause" erinnert.  

Natürlich gibts in dieser kommerziellen Vergewaltigung einer klassischen Erzählung auch den unvermeidlich-eindimensionalen Bösewicht, Sven, der natürlich am Ende seine gerechte Strafe erhält. Zumindest beim Abschluss des Films gibt es jedoch für alle rührselig veranlagten Gutmenschen ein böses Erwachen, fernab jeder typischen Logik einer auf Versöhnung ausgerichteten Kitschproduktion. Eventuell ist dieses Filmende aber auch als reine Provokation für all jene Zuschauer vorgesehen, die tatsächlich die Geduld und den Masochismus aufbringen, sich von dem vorliegenden Schund gute 90 Minuten Lebenszeit rauben zu lassen. Schund trifft es schon deshalb, weil die gesamte Ausstattung des Films leider dermaßen lieblos und billig ausgefallen ist, dass hier nie ein ernstzunehmendes Wikinger- oder Fantasyflair aufkommen kann. Umso dreister ist dafür die Eigenwerbung für die vorliegende Veröffentlichung ausgefallen. Da ist von "martialischen Schlachten" die Rede, obwohl im Film keine einzige vorkommt, außerdem wirbt das DVD-Cover passend zur Titelneuschöpfung noch mit dem bekloppten Slogan "Die Kult-Serie geht weiter.", und das bei einer völlig eigenständigen Billigproduktion.

Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität fällt für einen Film aus dem Jahr 2003 recht durchwachsen aus. Die Bildschärfe ist meistens zufriedenstellend, wirkt teilweise aber auch geradezu weichgezeichnet, was aber auch ein Stilmittel darstellen mag. Die Farbgebung wirkt kräftig, störend sind allerdings die stark rotstichigen Gesichter ausgefallen. Bei den Kontrastwerten schlagen zahlreiche Überstrahlungen nachteilig zu Buche. Das Bildrauschen variiert innerhalb der Spielzeit, ist aber insgesamt für einen so neuen Film doch recht stark, und somit partiell durchaus störend, ausgefallen. Dieser negative Eindruck wird durch hinzutretende kompressionsbedingte Unruhen noch verstärkt. Sämtliche Tonspuren bieten eine gute Verständlichkeit und sind ausgewogen abgemischt, effekttechnisch aber recht schmal auf der Brust. Die deutsche Synchronisation macht einen durchschnittlichen Eindruck.

Auf der DVD befindet sich keinerlei Bonusmaterial. Die Veröffentlichung besitzt ein Wendecover.

Fazit:
"Die Wikinger 3 - Die Rache der Bestie" ist ein billig heruntergekurbelter Schnellschuss ohne jede Kreativität und mit einer lachhaften Ausstattung. Zur Massenbelustigung oder für eine hochprozentige Festivität taugt der Film aber leider auch nicht, da er sich einerseits selbst viel zu ernst nimmt, und andererseits einfach dermaßen tränig und actionarm inszeniert ist, das jeder Ausflug zum Kühlschrank wie ein Erlebnisurlaub anmuten muß. Auch technisch macht die DVD keinen besonders guten Eindruck, das Fehlen von Bonusmaterial muß hingegen angesichts der unterirdischen Qualität des Films beinahe schon als Gottesgeschenk angesehen werden.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,78:1
1,78:1
89:11 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • -
Die Wikinger 3 - Die Rache der Bestie - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Die Wikinger 3 - Die Rache der Bestie
Beauty and the Beast

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Wikinger in Südafrika oder "Das Biest nimmt Rache am Zuschauer"


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Großbritannien / Südafrika, 2003
Regie:
David Lister
Drehbuch:
Paul Anthony
Darsteller:
Jane March, William Gregory Lee, Justin Whalin, David Dukas, Greg Melvill-Smith, Candicè Hillebrand

Label Deutschland :
MiG Film
Verkaufsstart Deutschland :
16.09.2010