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Blu-ray-Besprechung - Vorstadtkrokodile 2

Story:
Es herrscht Aufregung in der Vorstadt, denn die Fabrik in der die meisten Menschen einen Arbeitsplatz gefunden haben, steht vor dem Aus. Alle alten Maschinen wurden zwar gegen neue getauscht, doch die neuen zeichnen sich durch Komplettausfälle aus. Keine Produktion, kein Geld, also soll die Fabrik schließen. Und dazu gehört auch, dass alle werksangehörigen Häuser und Wohnungen verkauft werden müssen. Auch die Eltern von den „Vorstadtkrokodilen“ Maria (Leonie Tepe) und Olli (Manuel Steitz) gehören zu den Betroffenen. Damit sie nicht wegziehen müssen, versucht die Bande der „Vorstadtkrokodile“ herauszufinden, warum die Maschinen nicht mehr laufen. Ein neues Abenteuer steht ihnen bevor.

Meinung zum Film:
Nachdem das Remake recht gut beim jungen Publikum angekommen ist, folgt nun "Vorstadtkrokodile 2". Als der Schriftsteller Max von der Grün 1976 den Kinder- und Jugendroman „Vorstadtkrokodile“ veröffentlichte, hat er nicht ahnen können, dass anno 2010 gleich eine zweite Kinoadaption entstehen würde. Nachdem sein Roman 1977 für das Fernsehen verfilmt wurde, nahmen sich findige Produzenten der schriftlichen Vorlage im Jahr 2009 erneut an. Basierte dieses Ergebnis noch auf von der Grüns Roman, so hat der Nachfolger lediglich die Charaktere übernommen. Die Tugenden, die der Autor noch hoch hielt, reduzieren sich auf den Punkt des Zusammenhaltes, nach dem Motto: Nur gemeinsam sind wir stark.  

Regisseur und Drehbuchautor Christian Ditter („Türkisch für Anfänger“) war auf sich allein gestellt und musste nun selbst eine Story entwickeln. Dieses mal werden aber keine Diebstähle aufgeklärt, sondern ein Sabotageakt beim größten Arbeitgeber der Stadt. Was an moralischen Aspekten in den Hintergrund tritt, wird durch Humor ersetzt. Die Sprüche der Kids sind markig bis altklug und es wirkt ein wenig, als wolle Ditter ein wenig dem Fahrwasser folgen, das eine andere bekannte Jugendfilmreihe hinterlässt. Insofern wirkt die Art der Belustigung schon fast ein wenig gezwungen. Was man dem Film aber nicht absprechen kann, ist sein Unterhaltungswert. Der ist vorhanden und stellenweise wird es auch schwarzhumorig.  

Der Film ist sehr flott inszeniert und es geht Schlag auf Schlag. Schnelle Wechsel in der Handlung werden von ebenso flinken Szenenwechseln begleitet. Eine der witzigsten Szenen wird Nora Tschirner („Keinohrhasen“) zugestanden, denn deren Sohn Hannes hat per Internet ein Date für sie arrangiert. Zunächst lässt sie ihren Sprössling büßen, aber dann macht der Mann, der ihr gegenüber sitzt, doch Eindruck und Hannes' Qual hat ein Ende. Eine richtige Detektiv-Geschichte wird das Ganze aber nicht, denn dafür sind zu viele Handlungsnebenstränge eingebaut worden. Hinzu kommt die recht offene Handhabung mit dem, was die bösen Buben vorhaben.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist im Gesamteindruck gut, doch es fallen leichte Qualitätsschwankungen auf. Während die Farben konstant kräftig, aber natürlich wirken, kommt es bei der Bildschärfe zu diversen kleinen Weichzeichnungen. Ebenso taucht immer wieder mal ein leichtes Rauschen auf. Außerhalb dieser Szenen gibt es nichts zu bemängeln. Der Ton ist frontlastig ausgefallen und nur in wenigen Szenen kommen die hinteren Boxen zum Einsatz. Dialoge, Filmmusik und Nebengeräusche wirken sehr ausgewogen.

Die Extras beginnen mit einem breit besetzten Audiokommentar von den Darstellern Nick Romeo Reimann, Ella-Maria Gollner und Fabian Halbig, dem Regisseur Christian Ditter und den Produzenten Christian Becker und Lena Olbrich. Er ist recht unterhaltsam ausgefallen. Das Making Of bietet ausreichend Informationen und Eindrücke von den Dreharbeiten, während den Spezialeffekten ein etwas kurzes Feature zu bemessen wurde. Die Outtakes haben den üblichen Unterhaltungswert. Der Extended Scene folgt ein Videotagebuch, das die Dreharbeiten begleitete. Hinzu kommen noch Szenen vom Casting, kleinere nette Interviews und ein Teamfilm. Den Abschluss bilden das Musikvideo „Virginia jetzt“ und die obligatorischen Darstellerinfos.

Fazit:
„Die Vorstadtkrokodile 2“ bietet Unterhaltung größeren Kindern und Teens gute Unterhaltung, von Max von der Grüns tiefer gehenden Lehren muss man sich aber weitgehend verabschieden. Lediglich das Grundgerüst steht noch. Die technische Umsetzung ist in Ordnung und die Extras sind üppig.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 06
1,85:1
1,85:1
92:11 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar
  • Making Of
  • Outtakes
  • Extended Scene
  • Kroko Podcast/Videotagebücher
  • Casting Szenen
  • Teamfilm
  • Interviews
  • Musikvideo "Virginia jetzt"
  • Darstellerinfos
Vorstadtkrokodile 2 - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Vorstadtkrokodile 2
Vorstadtkrokodile 2

Bild unseres Mitarbeiters Jörg Hesse
Die Kinderbande im Ruhrpott dreht wieder auf


Autor der Besprechung:
Jörg Hesse

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2010
Regie:
Christian Ditter
Drehbuch:
Christian Ditter, Neil Ennever
Darsteller:
Leonie Tepe, Manuel Steitz, Nora Tschirner, Smudo, Christian Kamann

Label Deutschland :
Constantin Film
Verkaufsstart Deutschland :
12.08.2010

Vertrieb Schweiz :
Rainbow Home Entertainment AG
Verkaufsstart Schweiz :
12.08.2010