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DVD-Besprechung - Rampage

Story:
Es gibt Menschen, die sind mit vielem unzufrieden. Der Politik, globalen Wirtschaftsereignissen oder auch dem zügellosen Konsum. Bill Williamson (Brendan Fletcher) ist so ein Mensch und zudem nervt ihn sein Job. Seit langem bastelt er an einem Plan und schon bald ist der Tag der Abrechnung mit der Gesellschaft gekommen. Bill zieht einen schusssicheren Anzug an und beginnt mit seinen automatischen Waffen einen blutigen Feldzug durch die Straßen seiner Stadt. Doch was aussieht wie der Amoklauf eines gestörten Individuums ist mehr, denn er will weder sterben, noch will er seine Identität Preis geben. Bill will Geld.

Meinung zum Film:
Mit „Rampage“ hat der deutsche Regisseur Uwe Boll („Alone in the Dark“) sich einem sehr schwierigen Thema befasst: einem Amoklauf. In Deutschland sind die Ereignisse von Winnenden noch sehr präsent, doch der Schrecken einer solchen Tat ist ein fremdes Grauen. In den USA sind solche Ereignisse häufiger und gehören fast schon zu den täglichen Horrormeldungen über Mord und Totschlag. Boll wendet sich dem Amoklauf direkt zu, ohne wenn und aber und doch ist etwas anders. Im Gegensatz zu den vielen echten Tätern, legt er seinen Killer Bill so an, dass dieser, trotz seiner Rachegelüste, einen ausgeklügelten Plan verfolgt. Ein Plan, an dessen Ende er sich selbst lebend aus der Affäre ziehen kann.  

In der ersten halben Stunde wird Bill Williamson dem Zuschauer vorgestellt. Er ist ein zorniger junger Mann, der von seinem Leben mehr erwartet hat. Nebenbei ist er ein leidenschaftlicher Gesellschaftskritiker, der fast an allem etwas zu meckern hat. Selbst seinem ebenfalls kritischen Kumpel Evan wirft er Tatenlosigkeit vor. Eines Tages ist es soweit und Bill reißt der Geduldsfaden. Er baut sich eine Ganzkörperpanzerung zusammen und schnappt sich seine Waffen. Das alles geht recht schnell, denn er hatte sich bereits in den Monaten zuvor alles bereits besorgt. Was nun passiert ist, wie sich herausstellen soll, ein als Amoklauf getarnter Banküberfall. Dabei kommt es Bill ganz recht, dass er noch die eine oder andere Rechnung aufmachen kann.  

Hier schlägt dann auch die Stunde der deutschen Zensoren. Über 4,5 Minuten fielen der Schere zum Opfer. Dazu gehören etliche Schussszenen, zynische Bemerkungen und andere Bluttaten. Ja selbst das Filmende wurde in ein ordentliches Licht gerückt, indem eingeblendet wird, dass Bill Williamson letztlich verhaftet und zum Tode verurteilt wurde. In der „echten“ Version verschwindet er spurlos und setzt sich mit seiner Beute ab. Geblieben ist zwar immer noch ein recht blutiges Ergebnis, aber die Schnitte sind zu merklich, da in der Dramaturgie plötzlich Leute von einer Sekunde zur anderen spurlos verschwinden. Trotz der simplen und beklemmenden Grundhandlung ist der Film aber immer noch ein Film und beileibe kein Anreiz.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild wirkt, wenn die Handkamera mal nicht zu stark in Bewegung ist, recht scharf und glatt. Da aber nach der ersten halben Stunde viel Dynamik vermittelt werden soll, leidet die Bildschärfe durch die ständige Bewegung. Die Farben kommen nicht so kräftig zur Geltung und phasenweise wirken sie ein wenig eintönig. Der Ton kommt vorwiegend aus den vorderen Boxen. Hin und wieder kommen bei den Action-Sequenzen auch die Rears zum Einsatz, jedoch wirkt dies für dieses Filmgenre zu dezent.

Die Extras eröffnen mit einem Audiokommentar von Uwe Boll, der sowohl auf deutsch, als auch auf englisch verfolgt werden kann. Hinzu kommt ein Making Of durch das Boll selbst führt.

Fazit:
„Rampage“ erscheint hierzulande stark gekürzt und auf „legal“ getrimmt. Ein Filmamoklauf als Unterhaltung ist natürlich ein Thema, das polarisiert und jeder Zuschauer muss sich für oder gegen ein Anschauen entscheiden. Die technische Umsetzung ist ordentlich.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
2,35:1
2,35:1
76:25 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar deutsch und englisch
  • Making Of
Rampage - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Rampage
Rampage

Bild unseres Mitarbeiters Jörg Hesse
Ein guter und auch diskussionswürdiger Film von Uwe Boll


Autor der Besprechung:
Jörg Hesse

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Kanada/Deutschland, 2009
Regie:
Uwe Boll
Drehbuch:
Uwe Boll
Darsteller:
Brendan Fletcher, Shaun Sipos, Michael Pare, Matt Frewer, Lynda Boyd

Label Deutschland :
Splendid Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
30.07.2010

Vertrieb Schweiz :
Impuls Home Entertainment
Verkaufsstart Schweiz :
30.07.2010