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DVD-Besprechung - Louis de Funès Collection 2
Story:
Louis, das Schlitzohr
Bei einem kleinen Autounfall lernt der Großindustrielle Saroyan (Louis de Funès) den liebenswerten und naiven Marèchal (Bourvil) kennen und sieht in ihm gleich die ideale Person, um Gold und Diamanten von Neapel nach Paris zu schmuggeln. Die wertvollen Güter wurden komplett in ein Cabrio verarbeitet, was wie der ideale Plan erscheint. Doch Marèchal stellt sich sehr schnell als Unsicherheitsfaktor dar, der schon recht bald erste Teile des Wagens und somit auch Teile der Wertgüter verliert.
Louis, der Geizkragen
Harpagon (Louis de Funès) ist eine sehr vermögender Edelmann, aber ein noch größerer Geizhals. Seine Tochter Elise (Claire Dupray) und sein Sohn Cléante (Frank David) haben die Knauserigkeit und die ständige Griesgrämigkeit ihres Vaters satt und wollen mit ihren jeweiligen Partnern durchbrennen. Doch Harpagon bringt diese Pläne gleich ins Stocken. Er selbst hat vor Mariane (Anne Caudry) zu heiraten, eigentlich die Auserwählte von Cléante und Elise hat er dem greisen Anselme (Georges Audoubert) versprochen.
Die Abenteuer des Rabbi Jacob Victor Buntspecht (Louis de Funès) ist ein gemeiner Firmenchef, der zudem immer wieder seine rassistischen Ansichten zum Besten gibt. Als er in die Rolle eines Rabbis schlüpfen muss, um so einem nach ihm jagenden Killertrupp zu entkommen, sorgt dies natürlich für reichlich Durcheinander.
Meinung zum Film:
Die „Louis de Funès Collection 2“ beinhaltet 3 Klassiker des beliebten französischen Komikers mit cholerischem Temperament, die bereits zuvor bei anderen Labeln erschienen sind. Die Filme wurden für die Box jedoch komplett neu abgetastet. Den Beginn macht der Film „Louis, das Schlitzohr“, der in Deutschland auch unter dem Titel „Scharfe Sachen für Monsieur“ vermarktet wurde und nun auch die beiden vorhandenen, alternativen deutschen Synchronspuren enthält. In dem Film verlässt de Funès sein geliebtes Frankreich, um in Italien einen großen Schmuggel aus dem Hintergrund zu begleiten. Die Witze teilen sich hier zu gleichen Teilen unter de Funès und Bourvil auf. Während Louis wie gewohnt mit überhöhtem Blutdruck durch die Szenerie streift und einen Wutanfall nach dem anderen auslebt, steht Bourvil ihm als komplettes Gegenteil gegenüber. Er hat eine schon mehr als stoische Ruhe, die nur noch durch seine Naivität getoppt wird. Schon gleich bei der Übernahme eckt er mit der Stoßstange an und der anschließende Reparaturversuch beschert dem Mechaniker einen goldenen Bonus. Doch damit ist noch lange nicht Schluss, denn das Missgeschick stellt nur das erste in einer langen Reihe weiterer kleinerer und größerer Malheurs dar. Als Saroyan sich dann entschließt lenkend einzugreifen, hilft das auch nicht gerade zu Entspannung der Lage bei sondern sorgt nur für zusätzliche Komplikationen.
Der zweite Film in der Box ist „Louis, der Geizkragen“, bei dem de Funès nicht nur die Hauptrolle spielte, sondern zugleich auch noch zusammen mit Jean Girault („Der Gendarm von St. Tropez“) Regie führte. Der Film basiert auf dem Bühnenstück „Der Geizige“ von Molière („Der eingebildete Kranke“). Und die Nähe zu dem alten Stück ist dem Film durchaus anzumerken. Schon im Prolog beginnt Elise mit ihrem Liebhaber, der in den Diensten ihres Vaters steht in ausgeschmückten Worten über die Flucht aus dem goldenen Käfig zu sprechen. Die Prosa und Prauna, welche lange Zeit über genutzt wird bremst de Funès leider immer wieder in seinem Temperament aus. Er findet zwar immer wieder die passende Gelegenheit, um seine wilde Gestik und Mimik einsetzen zu können, aber insgesamt reicht es nur zur Schmalhanskost. Gerade seine ansonsten immer garantiert zum Lachen anregenden Wutausbrüche kann man an den Fingern einer Hand abzählen. Auch die Ausstattung des Films kommt über den Reiz einer einfachen TV-Serie nicht hinaus, was sehr zu Lasten der Stimmung geht. Es gibt sicherlich die ein oder andere, recht witzige Szene zu sehen, insgesamt ist der Film aber doch eher enttäuschend.
Abschließend gibt sich dann noch der Film „Die Abenteuer des Rabbi Jacob“ die Ehre, bei dem erneut Gérard Oury („Das As der Asse“) auf dem Regiestuhl saß, wie auch schon zuvor bei „Louis, das Schlitzohr“. Und hier darf Louis de Funès dann zum Glück wieder das quirlige HB-Männchen spielen. Die Rolle des cholerischen Firmenchefs, der jeden in seinem Umfeld für dämlich hält, ist ihm einfach wie auf den Leib geschrieben. Wenn er dann auch noch beginnt, einen jüdischen Kauderwelsch zu sprechen, um seine Maskerade aufrecht zu erhalten, ist der Angriff auf die Lachmuskel endgültig in vollem Gange. Auch wenn hier neben ihm alle anderen Schauspieler zu Stichwortgebern degradiert werden, ist dies keinesfalls ein Nachteil für den Unterhaltungswert des Films. De Funès besitzt ohne Zweifel das Talent, einen Film ganz alleine zu tragen, was er hier wieder eindrucksvoll beweist. Und so gibt es zum Abschluss der Box den französischen Irrwisch in Bestform geboten und macht dadurch den eher schwächeren „Louis, der Geizkragen“ schnell wieder vergessen.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild von allen 3 Filmen der Box ist sehr gut gelungen. Verschmutzungen, analoge Defekte oder Unschärfe sind so gut wie nicht auszumachen. Die Farben wirken durchweg natürlich, der Kontrast und der Bildstand sind durchgehend stabil. Auch der deutsche Ton ist durchgehend gut zu verstehen und hat ein sauberes Klangbild. Wenn es zu Filmen unterschiedliche Tonspuren (z.B. für Kino und TV) gab, sind diese als separate Tonspuren enthalten.
Zu „Louis, das Schlitzohr“ liegen alternativen Synchronfassungen vor, in denen Louis de Funès einmal von Anton Reimer (alte Kinosynchro von 1965) und einmal von Gerd Matienzen (Neu-Synchro aus dem Jahre 1976) gesprochen wird. Auch bei „Louis, der Geizkragen“ stehen zwei verschiedene Sprachversionen zur Auswahl. In diesem Fall ist die Wahl der Tonspur aber weitreichender, da sie unterschiedlichen Schnittfassungen zugehörend sind. Die 2008 frisch angefertigte Synchro mit Michael Pan als Stimme de Funès gehört zur langen Schnittfassung mit rund 117 Minuten Spieldauer, während die alte deutsche Synchronfassung mit Peter Schiff aus dem Jahre 1974 auf einer deutlich kürzeren Schnittfassung von nur rund 73 Minuten beruht. Das Bild ist hier allerdings nur bedingt überarbeitet, beinhaltet dafür aber die deutlich temporeichere und unterhaltsamere Version des Films. Des Weiteren gibt es noch zu jedem Film eine Bildergalerie, den Fotoaushangsatz als Slideshow mit Musik aus dem jeweiligen Film und den Trailer. Zu den Filmen liegen zudem noch Werberatschläge in PDF-Form bei, die man sich am PC ansehen kann
Fazit:
Die „Louis de Funès Collection 2“ bietet mit „Louis, das Schlitzohr“ und „Die Abenteuer des Rabbi Jacob“ zwei erstklassige de Funès-Filme mit einem gewohnt erstklassig dargestellten, cholerischen Chef als Titelheld. „Louis, der Geizkragen“ ist von Unterhaltungswert zwar deutlich schwächer anzusehen, hat aber zumindest noch den einen oder andere heiteren Moment im Programm. Freunde von Louis de Funès sollten hier unbedingt zugreifen, wenn sie die Filme noch nicht ihr Eigen nennen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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Louis, das Schlitzohr: 106:01 Minuten
Louis, der Geizkragen: 116:37 Minuten
Die Abenteuer des Rabbi Jacob: 91:28 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Französisch Dolby Digital 5.1 | Französisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Alternative Synchronfassung zu „Louis, das Schlitzohr“: Anton Reimer (alte Kinosynchro von 1965) und Gerd Matienzen (Neu-Synchro aus dem Jahre 1976)
- Alternative Synchron- und Schnittfassung zu „Louis, der Geizkragen“: Michael Pan (Synchro von 2008) und Peter Schiff (Originalsynchro von 1974)
- Bildergalerie
- Fotoaushangsatz
- Trailer
- Werberatschlag in PDF-Form zum ansehen am PC
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Louis, das Schlitzohr / Louis, der Geizkragen / Die Abenteuer des Rabbi Jacob
Lo corniaud / L'Avare / Les aventures de Rabbi Jacob
2 hervorragende de Funès-Werke ergänzt durch eine eher schwache Umsetzung eines Bühnenstücks von Molière
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Frankreich / Italien, 1965 / 1973 / 1980 Regie: Gérard Oury, Jean Girault, Louis de Funès Drehbuch: Gérard Oury, Marcel Jullian, Georges Tabet, André Tabet, Jean Girault, Louis de Funès, Josy Eisenberg, Roberto De Leonardis Darsteller: Louis de Funès, Bourvil, Venantino Venantini, Lando Buzzanca, Claire Dupray, Frank David, Anne Caudry, Georges Audoubert, Suzy Delair, Claude Giraud, Renzo Montagnani, Miou-Miou
Label :
Kinowelt Home Entertainment
Verkaufsstart : 19.08.2010
Vertrieb :
Impuls Home Entertainment
Verkaufsstart : 19.08.2010
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