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DVD-Besprechung - WWE - Capital Carnage 1998 & No Mercy 1999

Story:
Die "Tagged Classics"-Reihe bringt erneut zwei Highlights vergangener WWE-Tage auf DVD: Mit "Capital Carnage 1998" und "No Mercy 1999" kommt antiquierte Wrestlingaction unter Mitwirkung der Urgesteine Undertaker, Legion of Doom, Golddust, Edge, Triple H, Jeff Jarrett, The Rock, Steve Austin und Mankind. Am 6. Dezember 1998 trafen sich die Superstars in der London Arena und brachten die britische Hauptstadt in Schwung. Die Insel hatte schon knapp ein halbes Jahr später, am 16. Mai 1999, das nächste WWE-Grossevent zu bestaunen: Die Evening News Arena in Manchester wurde 10 Tage vor dem triumphalen Champions League Gewinn des lokalen Fußballvereins Manchester United zum Schauplatz von "No Mercy 1999". Beide PPVs boten hochklassige Matches, in denen viele der legendären Superstars ihr Können zeigten. "Capital Carnage" hat allerdings die Nase vorn und bietet auf weiter Strecke mehr Unterhaltungswerte als "No Mercy".

Meinung zum Film:
"WWE Tagged Classics: Capital Carnage 1998 & No Mercy 1999" bringt zwei große PPV-Events vergangener Tage auf den heimischen Bildschirm, die als "UK-exclusive" konzipiert wurden. Viele der heutigen WWE-Legenden, z.B. Stonecold Steve Austin, lieferten u.a. hier den Beweis für ihren Kultstatus. Bei dem Undertaker und Triple H sehen wir Stationen langjähriger Karrieren, die bis heute andauern. In London und Manchester konnten die britischen Fans die WWE abseits des Heimatkontinents live erleben, wobei hervorzuheben ist, dass die Events nicht im Rahmen von Tourneen stattfanden, sondern relevante Entscheidungen gefällt wurden (was zumeist nicht bei Eurotouren stattfindet). Auffällig sind die ausufernden Storylines, welche im Vorfeld akribisch erarbeitet wurden, auch ein Grund weshalb zumindest "Capital Carnage" eine hervorragende PPV geworden ist. Der Mainevent-Fight zwischen Austin, Kane, Mankind und dem Undertaker war als Fatal Four Way-Match konzipiert und jeder Wrestlingfan weiß, was zu erwarten ist, wenn diese Schwergewichte bei einem derartigen Regelwerk aufeinandertreffen: Vorzügliche Kraftmanöver und ein Wrestling der eher rauen Sorte lassen diesen Kampf zum Highlight werden. Die möglichen Match-Variationen sind bei diesen vier Profis natürlich unausschöpflich, weshalb der Kampf einen hohen Unterhaltungswert mit sich bringt.

In weiteren Kämpfen stehen sich The Rock und X-Pac aber auch der junge Triple H und Jeff Jarrett gegenüber. Allesamt waren dies vielseitige Matches, vor allem The Rock und Triple H konnten beweisen, welch kraftvolle Wrestler sie waren, bzw. heute noch sind. Bei "Capital Carnage" haben die Scriptwriter durchweg gute Arbeit geleistet und lassen auch die Legion of Doom (hier gegen die Headbangers) antreten - der Kampf fand nicht in Urbesetzung statt und hatte auch gleich eine satte Überraschung für die Fans der LOD parat. Die Matches zwischen Val Venis und Goldust sowie Tiger Ali Singh vs. Edge und Sable im Team mit Christian vs. Jacqueline und Marc Mero sind mit einer Laufzeit von unter 5 Minuten recht kurz, unterhalten durch geschickte technische Manöver jedoch bestens. Publikumsliebling Al Snow durfte den Eröffnungsfight (gegen den verrückten Gangrel) bestreiten, ein insgesamt rasanter Fight. Das Match der New Age Outlaws gegen D'Lo Brown und Mark Henry war von den Wrestlertypen her recht unterschiedlich besetzt (Kraft vs. Technik), doch auch hier überwiegen die guten Aktionen. Das Match um den Intercontinental Chamiontitel bestritten Ken Shamrock und Steve Blackman, eher bodenständige Typen, die ein raues Match zeigten.

Bei einer solchen Vorlage erscheint die schwächere "No Mercy"-Veranstaltung von 1999 vor 18.107 Zuschauern in Manchester etwas banal. Fights zwischen Tiger Ali Singh und Gillberg, Steve Blackman und Droz oder Kane vs. Mideon und Nicole Bass vs. Tori kommen einfach nicht über eine mittelmäßige Bewertung hinaus. Das Tag Team Match zwischen der Ministry of Darkness gegen The Brood hatte da schon mehr zu bieten, mit seinen drei verschiedenen Typen auf jeder Seite war für Abwechslung gesorgt. Auf der Setcard standen des Weiteren Mr. Ass gegen Mankind und das Anything goes triangle Match um den WWF Championtitel zwischen den drei Topstars Triple H, Undertaker und Steve Austin - ein Dreiergespann, was in dieser Ära mehr als einmal die Fäuste fliegen liess, über die Jahre kamen hochklassige Matches in unterschiedlicher Besetzung dieser Akteure zustande. Etwas faden Beigeschmack haben immer die überzeichneten Auftritte der McMahon-Familie. Bei "Capital Carnage" gab es sinnfreie Schelte für das britische Publikum. Die geschmacklosen Auftritte haben sich bei "No Mercy" auch nicht verändert: Jüngling Shane tritt gegen X-Pac um den European Championtitel an und ist sich, wie so oft, für ein faires Match zu schade - Wie war das noch gleich mit der großen Klappe und dem dahinter...? Natürlich ist dieser Trick der Schreiber immer ein Weg die Emotionen hochkochen und das Publikum ordentlich brüllen zu lassen, dennoch nervt dieses Konzept einfach und ist mittlerweile mehr als ausgelutscht. Auch 1999 war das schon so... Erwähnenswert sind auch die Entwicklungen um das Stable Corporate Ministry, welches auch hier in Aktion tritt.

Digitale Aufarbeitung:
Entgegen der sonst ansehnlichen Qualität der WWE-DVDs kann man dies bei den beiden Vorliegenden nicht feststellen. Starkes Bildrauschen und viele Bildfehler erinnern an die Zeit der VHS-Kassette. Der matte Kontrast und zum Teil arge Bewegungsunschärfen vertiefen den negativen Eindruck. Im Tonbereich ist ausschließlich die englische Originaltonspur (Dolby Digital 2.0) vorhanden. Die Bildqualität hat sich bei "No Mercy" deutlich verbessert. Außer den bekannten Bewegungsunschärfen und weniger starkem Bildrauschen, kann im Angesicht des betagten Materialalter kaum gemeckert werden. Der Ton ist auch hier "nur" als OV (Dolby Digital 2.0) verfügbar. Untertitel gibt es in beiden Fällen nicht.  

Extras hat keine der DVDs zu bieten.

Fazit:
"WWE Tagged Classics: Capital Carnage 1998 & No Mercy 1999" bietet eine bunte Mischung betagter Fights, die im Schnitt qualitativ im grünen Bereich liegen und ein umfassendes Bild des damaligen zeitgemäßen Wrestlings ermöglichen, wenn auch "No Mercy" das schwächere Event ist. Die technische Qualität der DVDs ist nur mittelmäßig, vor allem die schlechten Bildwerte bei "Capital Carnage" fallen negativ auf. Das nur ein englischer Monoton ohne Untertitel beigefügt ist und keine Extras dazugegeben werden, wertet den Eindruck nicht gerade auf.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
1,33:1
1,33:1
DVD1:
164:45 Minuten

DVD2:
136:02 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • keine
WWE - Capital Carnage 1998 & No Mercy 1999 - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
WWE Tagged Classics: Capital Carnage 1998 & No Mercy 1999
WWE Tagged Classics: Capital Carnage 1998 & No Mercy 1999

Bild unseres Mitarbeiters Marcus Offermanns
Solide Wrestlingaction aus den 90ern


Autor der Besprechung:
Marcus Offermanns

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1998/99
Regie:
-
Drehbuch:
-
Darsteller:
Steve Austin, Kane, Mankind, The Undertaker, The Rock, X-Pac, Triple H, Chyna, Jeff Jarrett, Debra, Val Venis, Goldust, The Headbangers, The Legion of Doom, The Ministry of Darkness, The Brood

Label Deutschland :
ClearVision
Verkaufsstart Deutschland :
16.07.2010

Vertrieb Schweiz :
ClearVision
Verkaufsstart Schweiz :
16.07.2010