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Blu-ray-Besprechung - 12 Meter ohne Kopf

Story:
Klaus Störtebeker (Ronald Zehrfeld) und sein Kumpel Gödeke Michels (Matthias Schweighöfer) treiben im 15. Jahrhundert als Piraten ihr Unwesen auf der Nord- und Ostsee. Dies gelingt den beiden und ihrer Mannschaft mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Als Störtebeker und Co jedoch eines Tages eine Kanone entdecken, fängt die Zeit der großen Beute an. Dummerweise hat sich Störtebeker inzwischen verliebt und denkt darüber nach, dem Piratenleben abzuschwören. Das passt Gödecke jedoch gar nicht.

Meinung zum Film:
Regisseur Sven Taddicken („Braams - Kein Mord ohne Leiche“) versuchte sich mit „12 Meter ohne Kopf“ an einer Komödie, die sich locker an dem Leben des berühmten, norddeutschen Piraten Klaus Störtebeker orientiert. Der Darsteller Ronald Zehrfeld („Die Grenze“) leistet als Störtebeker eine gute Arbeit. Matthias Schweighöfer („Zweiohrküken“) als sein Kumpel und Kompagnon Gödeke Michels ebenfalls, jedoch sieht er ein wenig zu jugendlich aus, um überzeugend einen gestandenen Piraten zu spielen. Dies kann er durch sein überzeugendes und engagiertes Aufspielen aber gut kaschieren.

Nicht jedermanns Geschmack wird die Sprache des Films sein. Zwar wurde glücklicherweise über die meiste Zeit darauf verzichtet, den Personen all zu coole Sprüche in den Mund zu legen, dennoch muss man den im 14. Jahrhundert agierenden Freibeutern dabei zuhören, wie sie erzählen, irgendwas „am Start“ zu haben oder ähnliches. Dennoch muss man zugeben, dass diese „normale“ Sprache einen gewissen Charme im Film versprüht. Eine Komödie muss sich letztendlich aber daran messen lassen, wie witzig sie ist, und da sieht es leider mau aus. Glücklicherweise wird auf billigen Bully- und Waalkes-Klamauk verzichtet, das ist aber nicht genug, wenn dafür nichts anderes geboten wird. Eine Handvoll schaler Gags reichen leider nicht aus, um darüber hinwegzutäuschen, dass „12 Meter ohne Kopf“ im Grunde ziellos ist und inhaltlich wie so ziemlich jede andere Beziehungskomödie aus deutschen Landen daherkommt – bis auf das immer gelungene maritime, mittelalterliche Setting versteht sich.  

Gelungen sind die Gastauftritte. Der Hamburger Sänger Achim Reichel („Kuddeldaddeldu“) spielt einen Scharfrichter und ein weiterer Gast aus dem Musikbereich spielt ein Crew-Mitglied auf Störtebekers Schiff, nämlich Rapper Ferris MC. Simon Gosejohann („Comedy Street“, „Operation Dance Sensation“) gibt sich ebenfalls kurz die Ehre. Last but not least hat es sich Darsteller und Regisseur Detlev Buck (“Wir können auch anders”) nicht nehmen lassen, in einem Film aus seiner Heimatgegend zumindest kurz mitzuwirken. Insgesamt hätte man aus diesem Film wesentlich mehr machen können, sogar ohne dann ersatzweise auf billigen Klamauk zurückgreifen zu müssen. Was letztendlich bleibt, sind ein gelungenes Setting, sehr gute Darsteller und eine Komödie mit leider nur wenig Humor. Nordlichter können gern mal reingucken, sollten aber nicht zuviel erwarten.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild dieser Blu-ray ist sehr gut geworden. Der Kontrast bewegt sich auf sehr gutem Niveau und die Farben wirken frisch. Auch in dunklen Szenen behält man den Überblick. Ebenfalls überzeugend ist der Detailreichtum des Bildmaterials, hier kann das Medium seine Stärken ausspielen. Der deutsche Ton liegt in Dolby True HD 5.1 vor. Die Dialoge sind gut verständlich und der Sound ist sehr dynamisch abgemischt. Die hinteren Lautsprecher werden meistens für den Soundtrack, aber auch für Effekte genutzt.

An Extras gibt es zunächst ein Making of, das mit einer knappen halben Stunde Laufzeit relativ ausführlich und auch recht informativ ausgefallen ist. Weiter geht es mit einem Audiokommentar, eingesprochen von Regisseur Sven Taddicken und den Hauptdarstellern Ronald Zehrfeld und Matthias Schweighöfer, der sehr launig geworden ist. Wer mag, kann sich dann noch einige geschnittene Szenen ansehen, eine Fotogalerie genießen und sich schlussendlich auf die „Suche nach Klaus Störtebeker“ machen. In diesem knapp 5-minütigem Beitrag kann man sich einige unkommentierte Probeaufnahmen zum Film ansehen.

Fazit:
„12 Meter ohne Kopf“ ist eine Komödie, bei der es leider nur selten wirklich etwas zu lachen gibt. Setting, Ausstattung und die Darsteller sind hingegen überzeugend. Leider reicht es nicht für 100 Minuten lange gute Unterhaltung, wenn das Gebotene allein daraus seinen Unterhaltungswert bezieht. Die Blu-ray ist technisch sehr gut.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
2,35:1
2,35:1
102:38 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby True HD 5.1
Dolby True HD 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Making of
  • Audiokommentar von Regisseur Sven Taddicken und den Hauptdarstellern Ronald Zehrfeld und Matthias Schweighöfel
  • Deleted Scenes
  • Bildergalerie
  • Featurette "Auf den Spuren von Störtebeker"
12 Meter ohne Kopf - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
12 Meter ohne Kopf
12 Meter ohne Kopf

Bild unseres Mitarbeiters Andreas Schultz
Störtebeker kommt leider nicht richtig in Fahrt


Autor der Besprechung:
Andreas Schultz

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2009
Regie:
Sven Taddicken
Drehbuch:
Matthias Pacht, Sven Taddicken
Darsteller:
Ronald Zehrfeld, Matthias Schweighöfer, Oliver Bröcker, Hinnerk Schönemann, Jacob Matschenz

Label Deutschland :
Warner Home Video Germany
Verkaufsstart Deutschland :
27.08.2010

Vertrieb Schweiz :
Warner Home Video Switzerland
Verkaufsstart Schweiz :
27.08.2010