Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  The Treasure Hunter
Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.899 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

DVD-Besprechung - The Treasure Hunter

Story:
Irgendwo in der Wüste ist ein Schatz versteckt, dessen geheime Lage nur Meister Tu (Kenneth Tsang) kennt. Eine Gaunerbande entführt deshalb Tus Tochter Lan Ting (Chiling Lin), um von dem Archäologen die Karte zu erpressen. Doch die Schurken wissen nicht, dass noch andere Gangster hinter dem Kleinod her sind und Tu mittlerweile umgebracht haben. Vor seinem Tod konnte Tu die Karte allerdings an seinen Schüler Qiao Fei (Jay Chou) weiterreichen und nachdem Lan Ting wieder frei ist, machen sich die beiden selbst auf die Suche nach dem Schatz.

Meinung zum Film:
Lan Ting, die Tochter von Meister Tu ist Schriftstellerin aus Leidenschaft und schreibt Abenteuer-Fantasy-Romane, die in der Wüste spielen. Als mal wieder ein Manuskript-Abgabetermin bevorsteht, bekommt sie einen Anruf von ihrem Vater, der sie zum Essen einlädt. Doch als sie sich auf den Weg dorthin begibt, fährt ihr ein LKW ins Auto und sie wird entführt. Zu ihrer Rettung eilt Qiao Fei, ein Archäologie-Experte, begnadeter Martial Artist und Schüler von Meister Tu. Es stellt sich heraus, dass Lan Ting entführt wurde, weil die Gaunerbande um den berühmten Archäologen Meister Hua (Daoming Chen, "Hero") hinter einer geheimnisvollen Schatzkarte her ist, die sich im Besitz ihres Vaters befindet. Doch Qiao Fei hat schlechte Neuigkeiten: Noch jemand anders ist hinter der Karte her und scheut sich nicht davor, über Leichen zu gehen ... Meister Tu wurde nämlich am Vorabend ermordet. Doch zuvor konnte er die Karte noch Qiao Fei anvertrauen. Dieser will sie nun gegen Lan Ting eintauschen, doch plötzlich taucht im Gaunerversteck in der Wüste einer der Mörder von Tu auf und will sie an sich reißen. Dazu kommt es allerdings nicht, denn aus der Wüste zieht unerwartet eine Legion vermummter Gestalten auf, die alles in Schutt und Asche legt. Etwas später beschließen dann Qiao Fei und Lan Ting, mit den ehemaligen Entführern gemeinsame Sache zu machen und sich selbst auf die Suche nach dem Schatz zu begeben, der Lan Tings Vater das Leben gekostet hat.

"The Treasure Hunter" sieht sich selbst als eine Art Mischung aus "Indiana Jones" und "Die Mumie", schafft es aber weder die Gewitztheit des einen noch die Spannung des anderen zu erreichen. Der Film ist ein einziges, extrem wirres Chaos, dem man schon nach ein paar Minuten nicht mehr wirklich folgen kann, was daran liegt, dass hier hundert Nebenplots zu einer Gesamthandlung vermischt werden sollen. Dass Lan Ting von einer Gaunerbande entführt wird, um an die Karte zu kommen, ist ja noch halbwegs nachvollziehbar, doch statt sich auf diese Storyline zu beschränken, haben die diversen Autoren des Drehbuchs eine unüberblickbare Vielzahl an seltsamen Elementen eingebaut, die einfach nur chaotisch, wirr und unkoordiniert wirken. Hat jeder der Autoren ein eigenes Skript geschrieben und alle wurden dann zu einem einzigen zusammengesetzt? Warum sind Entführer und Entführte plötzlich die besten Freunde? Warum gibt es alle paar Minuten unrealistisch übertriebene Kung-Fu-Kämpfe, die man in einem eigentlichen Abenteuerfilm nicht erwartet? Warum tun sich alle paar Minuten neue Nebenplots auf, die dann irgendwie im Sand verlaufen (im wahrsten Sinne des Wortes)? So eine extrem undurchschaubare Handlung findet man nur selten bei Filmen.

Doch nicht nur die außergewöhnlich dämliche Story nervt den Zuschauer ziemlich schnell, sondern auch die außerordentlich schlechten CGI-Effekte, die die Gegenspieler des Helden überaus lächerlich und albern wirken lassen. Wo "Die Mumie" zumindest noch ein bisschen gruselig war, kann man bei "The Treasure Hunter" nur ungläubig den Kopf schütteln. Detailarme Ritter, die aus dem Wüstenboden kommen und ein seltsam vermummter Typ, der an "The Spirit" erinnert und mit Mullbinden um sich schießt. Dann noch eine Horde Wüstenreiter mit Totenkopfmasken und Stimmenverzerrer. Was genau soll das? Zu allem Überfluss ist die Anführerin dieser Wüstenreiter, die ursprünglich eigentlich die Wüste beschützen sollten, die Schwester von Qiao Fei, die wütend auf ihn ist, weil sie ihn wohl ein paar Jahre nicht gesehen hat, obwohl er versprochen hatte, schnell zurückzukehren. Auch die Darsteller selbst sind keine große Offenbarung. Sowohl Jay Chou ("Der Fluch der goldenen Blume") als auch Chiling Lin bringen zwar keine extrem schlechte Darbietung, gutes Schauspiel ist allerdings trotzdem etwas anderes. Nun ja, zumindest sehen sie gut aus - und das war wohl auch der einzige Hintergedanke beim Casting. Wie in einem Interview von Model Chiling Lin zu hören war, wurde ihre Figur sogar extra unsympathisch angelegt, um die weiblichen Fans von Frauenschwarm Jay Chou nicht zu verärgern.

Digitale Aufarbeitung:
Technisch zeigt sich die DVD von "The Treasure Hunter" recht unspektakulär. Das Bild rauscht ziemlich stark, weist gelegentliche Doppelkonturen auf und hat mit einer extremen Weichzeichnung zu kämpfen, die Details - besonders in Totalen - ziemlich vermatscht wirken lässt. Die Farben sind hingegen kräftig und natürlich. Der Ton liegt auf Deutsch und Mandarin in Dolby Digital 5.1 vor. Die Dialoge sind jederzeit klar verständlich und erfreulicherweise gibt es zudem auch immer wieder mal räumliche Effekte, sodass man über die Rears nicht nur die Musik zu hören bekommt.

Als Bonusmaterial gibt es den Trailer, ein Musikvideo mit Szenen aus dem Film sowie ein knapp 24-minütiges Making Of, das ganz interessant ausgefallen ist und einen unterhaltsamen Blick hinter die Kulissen gewährt, ohne allerdings allzu tiefgründig zu sein.

Fazit:
"The Treasure Hunter" hat nicht nur mit äußerst schlechten CGI-Effekten zu kämpfen, sondern vor allem damit, dass die Handlung des Films bereits nach ein paar Minuten für den Zuschauer nicht mehr nachvollziehbar ist. Diverse Nebenplots greifen ineinander über und wer gerade noch der Böse war, ist in der nächsten Szene vielleicht schon der Gute, ohne dass dies irgendwie logisch schlüssig würde. Die DVD von Splendid zeigt den Film in annehmbarer Bildqualität und gutem Ton, das Bonusmaterial ist ganz interessant ausgefallen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
2,35:1
2,35:1
101:12 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Mandarin
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch, Niederländisch
Bonusmaterial:
  • Trailer
  • Musikvideo
  • Making Of
The Treasure Hunter - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
The Treasure Hunter
Ci Ling

Bild unseres Mitarbeiters Jano Rohleder
Verwirrendes Plotmosaik mit schlechten Effekten


Autor der Besprechung:
Jano Rohleder

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Taiwan, 2009
Regie:
Yen-ping Chu
Drehbuch:
Charcoal Tan u.a.
Darsteller:
Jay Chou, Chiling Lin, Eric Tsang, Daoming Chen, Chu-he Chen

Label Deutschland :
Splendid Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
27.08.2010