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DVD-Besprechung - Deliver us from evil
Story:
Lars (Jens Andersen) ist LKW-Fahrer und überfährt auf dem Weg nach Hause eine Frau aus seinem Dorf. Statt den Unfall der Polizei zu melden, versteckt er die Leiche am Straßenrand und begibt sich heim. Dort kommt ihm eine teuflische Idee: er überredet einen örtlichen, bosnischen Flüchtling, seinen LKW ins Depot zu fahren und ihn so zum Tatverdächtigen zu machen. Johannes (Lasse Rimmer) nimmt den Verdächtigen, nachdem Einwohner die Leiche entdeckt haben, mit nach Hause, um ihn dort von der Polizei abholen zu lassen und ihn vor Übergriffen zu schützen. Der Ehemann der verstorbenen Frau, Ingvar (Mogens Pedersen) sinnt aber auf Selbstjustiz und belagert mit betrunkenen Einwohnern das Haus.
Meinung zum Film:
Geschrieben und inszeniert wurde „Deliver us from evil“ von Ole Bornedal und ist eine dänisch-schwedisch-norwegische Co-Produktion. Bornedal konnte schon vor einigen Jahren Erfolge mit dem dänischen Thriller „Nachtwache“ erzielen. Drei Jahre später im Jahr 1997 durfte er dann sogar in den USA sein eigenes Remake seines Erfolges drehen („Nightwatch“). Im vorliegenden Film bietet Bornedal dem Zuschauer einen in die dänische, bzw. jütländische Landschaft eingebetteten Thriller, in dem es aber nur vordergründig um einen vertuschten Unfall mit Todesfolge geht.
Die Geschichte der vom Truckerfahrer Lars (Jens Andersen) versehentlich überfahrenen und anschließend in den Straßengraben geworfenen Anna ist nur der Aufhänger. Die Leiche wird auch erst nach 50 Minuten Laufzeit gefunden und auch erst kurz vorher vermisst. Eigentlich geht es um die Einwohner des dänischen Dorfes, über kaputte Familienverhältnisse, gescheiterte Existenzen und Fremdenhass. Und damit hat sich Bornedal insgesamt ein wenig übernommen, denn der Film wirkt zuweilen ein wenig überfrachtet und bei allem Bemühen, etwas anspruchsvolles zu schaffen, geriet der Realismus ein wenig ins Hintertreffen. Ein im Dorf übermächtiger Mann, dessen Frau überfahren wurde und der es schafft, die Bewohner in einer sektenführerartigen Rede zur Selbstjustiz aufzustacheln ist nicht besonders glaubwürdig. Sieht man darüber aber hinweg, erwartet den Zuschauer nach ca. einer Stunde Laufzeit spannende Unterhaltung, die zuvor langsam aufgebaut und mit einer mehr oder weniger gelungenen Sozialstudie aufgepeppt wurde.
Wer die dänische Vegetation mag, wird im ersten Teil des Films mit Bildern typischer Flachlandschaften verwöhnt, die sehr schön und optisch teilweise verspielt von den Kameras eingefangen wurden. Dazu passt auch der durchgängig farblich kühle Look des Films. Die Optik wandelt sich dann, nachdem Ingvar sich entschließt, das Gesetz selbst in die Hand zu nehmen und der Film wird von einer Gesellschaftsstudie in einen explosiven Thriller verwandelt. Darstellerisch muss hierbei vor allem der hierzulande unbekannte Jens Andersen als Lars genannt werden, der den schmierigen, betrunkenen und der sozialen Unterschicht angehörenden Trucker mehr als überzeugend spielt. Die weibliche Hauptrolle wird von Lene Nystrøm verkörpert. Wer genau hinguckt, wird in ihr die Sängerin der dänischen Plastik-Pop-Combo „Aqua“ („Barbie Girl“) erkennen. In „Deliver us from evil“ ist von der „Barbie“ nichts mehr zu spüren, und sie spielt in ihrem Spielfilm-Debüt die zweifache Mutter und Ehefrau ebenfalls sehr überzeugend. Wer auf Thriller steht, die sich auch erst mal in Ruhe entwickeln dürfen, kann „Deliver us from evil“ unbesorgt ansehen.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist sehr gut gelungen, die Bildschärfe ist hervorragend und auch der Kontrast kann überzeugen. Die Farben halten sich zurück, aber das ist beabsichtigt. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 besitzt eine gute Dynamik und ab und zu werden auch die hinteren Lautsprecher mit Effekten bedient.
An Extras gibt es zunächst den Trailer. Weiter geht es mit dem 30-minütigen Featurette „Bornedal und das Böse“, in der die Macher in interessanten Interviews zu Wort kommen. „Lars und Scarlett“ widmet sich ca. 3 Minuten lang dem Pärchen und ihrer Psychologie. Das gleiche ist dem Paar „Johannes und Pernille“ gegönnt. In „Schicksal“ geht es eine Minute um Lars’ Tat. Alle Features sind mit deutschen Untertiteln versehen.
Fazit:
„Deliver us from evil“ ist ein Thriller, der sich eine Stunde Zeit nimmt, bis er plötzlich von Null auf 100 dreht. Davor hat sich Regisseur Ole Bornedal mit seiner Gesellschaftsstudie und der –kritik ein wenig übernommen, echte Langeweile kommt jedoch nie auf. Die DVD ist technisch sehr gut.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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93:09 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Dänisch Dolby Digital 5.1 | Deutsch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Trailer
- Featurette "Ole Bornedal & das Böse"
- Featurette "lars & Scarlett"
- Featurette "Johannes & Pernille"
- Featurette "Schicksal"
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Deliver Us from Evil
Fri os fra det onde
Unterhaltsamer, streckenweise aber zu bemühter Thriller, der am Ende aufdreht
Autor der Besprechung:
Andreas Schultz
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Dänemark / Schweden / Norwegen, 2009 Regie: Ole Bornedal Drehbuch: Ole Bornedal Darsteller: Lasse Rimmer, Lene Nystrøm, Jens Andersen, Fanny Bornedal, Jacob Ottensten, Mogens Pedersen
Label :
Senator Home Entertainment
Verkaufsstart : 24.09.2010
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