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Kino-Besprechung - Black Death

Story:
Es ist das 14. Jahrhundert. In Europa geht die Pest um und fordert zahllose Opfer. Plötzlich tauchen Gerüchte auf über ein abgelegenes Dorf, das von der Pest verschont werde. Da die Kirche hier Teufelswerk vermutet, schickt sie den Ritter Ulric (Sean Bean) mit einer Gruppe Söldner los, um diesen Fall zu untersuchen. Bei der Gruppe ist auch der Novize Osmund (Eddie Redmayne), der sich in dieser Gegend auskennt. Doch schon die Suche nach diesem Dorf entwickelt sich zu einem Horrortrip, der seine Opfer fordert.

Meinung zum Film:
„Black Death“ ist eine deutsch-britische Koproduktion. Während die meisten Schauspieler aus Großbritannien sind, wurde ein großer Teil des Films in Deutschland gedreht. Der bisher vor allem für Horrorthriller bekannte Regisseur Christopher Smith („Severance – Ein blutiger Betriebsausflug“) hat hier ausnahmsweise kein eigenes Drehbuch verfilmt, sondern stattdessen mit Dario Poloni („Wilderness“) zusammengearbeitet. Diese Erfahrung im Horrorgenre ist auch diesem neuen Film anzusehen, denn er mischt die Aspekte des Historienfilms mit vielen Zutaten, wie man sie eher aus Horrorfilmen kennt, und ist zudem ziemlich blutig.

Diese Mischung verschiedener Stilrichtungen ist eine Stärke des Films, denn sie macht ihn erst so interessant. Andererseits besteht dadurch auch eine Gefahr, dass er sein Publikum nicht findet. Für jemand, der einen anspruchsvollen und religionskritischen Film erwartet (und erhält), könnten die Gewaltszenen zu viel sein. Und für einen reinen Horrorfan sind die Actionszenen vielleicht nicht ausreichend. Immerhin sind diese Szenen gut gemacht, klassisch, anstatt alles nur am Computer zu kreieren. Auf jeden Fall kann man dem Film nicht vorwerfen, seine Zeit zu glorifizieren. Er ist ehrlich, bodenständig und hart – sehr hart. Auch für die Schauspieler dürfte es kein einfacher Dreh gewesen sein.

Die Rolle des Ritters Ulric ist Sean Bean („Der Herr der Ringe – Die Gefährten“) wie auf den Leib geschnitten. Er schafft es wunderbar, die verschiedenen Aspekte seines Charakters – den Kämpfer, den religiösen Fanatiker, den um seine Männer besorgten Anführer – rüberzubringen. Auch in den Actionszenen weiß er zu überzeugen. Das viele Kampftraining während der Dreharbeiten zum Herrn der Ringe dürfte hier noch nachhaltige Früchte getragen haben. Seine wichtigste Gegenspielerin ist Langiva, die von Carice van Houten („“Operation Walküre – Das Stauffenberg-Attentat“) gespielte Priesterin des Dorfes. Sie bleibt über lange Zeit im Film undurchschaubar: Ist sie gut oder böse? Hat sie gar übernatürliche Fähigkeiten oder ist sie nur eine Trickserin? Van Houten verkörpert geradezu diese Zwiespältigkeit, gleichzeitig verführerisch und bedrohlich. Im Vergleich zu diesen beiden fällt Eddie Redmayne („Die Schwester der Königin“) als Osmund etwas ab. Es ist schwierig, an ihm seine Charakterentwicklung zu spüren. Als weiterer bekannter Name spielt auch David Warner („Star Trek V – Am Rande des Universums“) in diesem Film mit. Aber seine Rolle ist eher nur eine Randfigur.

Fazit:
„Black Death“ ist eine interessante Mischung aus Historien- und Horrorfilm, getragen von einem durchaus sehenswerten Cast. Allerdings könnte er durch seine Mischung Probleme haben, ein größeres Publikum zu erreichen. Denn den Horrorfans könnte er zu wenig Action haben, während er für die Freunde anspruchsvoller Filme zu blutig und brutal sein mag.

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Black Death
Black Death

Bild unseres Mitarbeiters Martin Asbach
Ein knallharter Historienfilm am Rande des Horrorthrillers


Autor der Besprechung:
Martin Asbach

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
UK/Deutschland, 2010
Regie:
Christopher Smith
Drehbuch:
Dario Poloni
Darsteller:
Sean Bean, Eddie Redmayne, Carice van Houten, David Warner, Tim McInnerny, John Lynch, Jamie Ballard, Andy Nyman, Johnny Harris, Tygo Gernandt, Emun Elliott

Verleiher:
Central Film
Kinostart Deutschland :
09.09.2010