Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  Killer Grizzly
Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.899 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

DVD-Besprechung - Killer Grizzly

Story:
Ein ausgewachsener Grizzlybär sorgt in einem Nationalpark in Nordamerika für große Unruhe. Park Ranger Michael Kelly (Christopher George) würde zum Schutz der Besucher den Park am liebsten schließen lassen, solange das gefährliche Tier nicht erlegt werden konnte. Doch finanzielle Interessen und Angst um den guten Ruf des Parks halten die Leitung davon ab, den Park zu schließen. Eine Entscheidung, die sich für einige der Besucher als tödlich herausstellen soll.

Meinung zum Film:
Es dauerte kein Jahr bis nach dem Überraschungserfolg „Der weiße Hai“ mit der kleinen Independent Produktion „Grizzly“ ein weiterer Tierhorrorfilm den Weg in die Lichtspielhäuser fand. Dieser bot inhaltlich im Grunde eine Verlegung der groben Story des Hai-Thrillers in einen US-Nationalpark und machte aus der knorpelfischigen Titelfigur einen felligen Killer mit Pranken. Die Drehbuchautoren Harvey Flaxman und David Sheldon („The Evil - Die Macht des Bösen“) machen aber auch gar keinen Hehl daraus, dass ihnen der Erfolg des weißen Hais sehr gelegen kam. Allerdings betonen sie dabei auch, dass ihre Story bereits vor dem Hai-Erfolg in weiten Teilen ausgearbeitet war und durch Erinnerungen von Flaxman Form annahm, der als Kind tatsächlich eine Begegnung mit einem Bären während eines Campingausflugs hatte. Dies allerdings weitaus unspektakulärer, verglichen mit dem Aufeinandertreffen von Wildtier und Mensch im nun auf DVD unter dem Namen „Killer Grizzly“ erschienenen Film.

In der Hauptrolle des Park Rangers Michael Kelly ist Christopher George zu sehen, der Horrorfreunden vor allem durch seinen Auftritt in Lucio Fulcis Schocker „Geisterstadt der Zombies“ bekannt sein dürfte, der daneben aber auch mit Filmen wie „Graduation Day“, „Der Exterminator“ oder „Die Rache des Ninja“ das Genre-Kino bereicherte. An seiner Seite sind noch Andrew Prine („Amityville II - er Besessene“) und Richard Jaeckel („Pat Garrett jagt Billy the Kid“) als Bärenjäger zu sehen. Der Titelheld selbst darf sich ebenfalls oftmals in imposanter Pose vor der Kamera bedrohlich aufbauen. Während der Grizzly in den Szenen, in denen er seine Opfer packt und von hinten gezeigt wird, alles andere als ein Wunder der Tricktechnik ist, kann der leibhaftige Grizzly in den Nahaufnahmen durchaus für kalte Schauer auf den Rücken der Zuschauer sorgen. Dass die Angriffe des Bären aber trotz der nicht gerade gelungenen Bärenattrappe für Spannung sorgen liegt vor allem in der kompromisslosen Art, in der diese vorgetragen werden. Abgetrennte Gliedmaßen und Blut gehören hier zum Standard und selbst vor Kindern wird nicht halt gemacht.

Regisseur William Girdler („Der Manitou“), der mit nur 30 Jahren bei einem Unfall während eines Helikopterfluges ums Leben kam, lässt bei der Geschichte durchscheinen, dass er ein anerkennender Naturschützer war. Denn als möglichen Grund für die Angriffe des Bären nennt er die immer weiter in die Natur eindringenden Menschen, die anderen Lebewesen dadurch ihren natürlichen Lebensraum nehmen. Hinzu gesellen sich dann noch eine ungesunde Mischung aus Übermut und Gier bei den Machthabenden, denn der Park wird natürlich nicht geschlossen, selbst nachdem es die ersten Todesfälle gibt. Seine Liebe zur Natur kann Girdler auch in den teils wunderbaren Aufnahmen zum Ausdruck bringen, die ihm beim Filmen in der Natur gelungen sind. Die Story pendelt wie bei den meisten Tierhorrorfilmen üblich zwar immer wieder zwischen banal und albern, dies aber nie in einem Maße, dass es dem eigentlichen Kern eines Tierhorrorfilms schaden könnte. Das pelzige Monster mit den Klauen sorgt dafür, dass kurze Spannungshänger gleich wieder behoben werden und bis zum Ende für angemessene Unterhaltung gesorgt wird.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist für eine Independent-Produktion aus den 70er-Jahren in Sachen Bild durchaus in Ordnung. Die Schärfe schwankt ein wenig und ab und an überstrahlen die Konturen auch schon mal, insgesamt wird aber immer ein Wert erreicht, der zufriedenstellen kann. Verschmutzungen und Defekte sind eher selten zu finden. Der deutsche Ton in Dolby Digital 2.0-Mono ist durchweg gut zu verstehen, wirkt ab und an aber schon mal ein wenig blechern oder rauscht dezent.

Das Bonusmaterial ist informativ und für eine solch kleine Produktion sogar überraschend ausführlich. Allerdings gibt es den großen Nachteil, dass es lediglich in englischer Sprache ohne Untertitel vorliegt. Das geht gleich bei dem gelungenen Audiokommentar los, der eine Mischung aus Anekdoten, Hintergrundinfos und guter Unterhaltung bietet - aber leider nur dann, wenn man des Englischen mächtig ist. In der „Jaws with Claws“-Dokumentation erzählen u.a. die beiden Drehbuchautoren über die Entstehung der Story zum Film erfahren, während das sehr interessante „Making Of“ sich vor allem ausführlich mit den Bedingungen beim Dreh beschäftigt. Wer die Worte versteht dürfte sich nicht weiter an der schlechten Bildqualität, die an abgenudelte Videokassetten erinnert stören. Der „Reflections“- Beitrag zur Wiederaufführung des Films ist mit 2008 angegeben, da am Ende jedoch ein Copyright von 2006 zu sehen ist, dürfte diese jedoch schon eher stattgefunden haben. Ist aber nicht weiter tragisch und inhaltlich gibt es hier nur ein paar belanglose Fan-Schwärmereien zu hören. Abgerundet werden die Specials durch Radiospots, eine Bildergalerie und dem Trailer zum Film.

Fazit:
„Killer Grizzly“ ist ein optisch ansprechender Tierhorror-Vertreter, den man sich als Anhänger des Subgenres unbedingt ansehen sollte. Die Story wirkt zwar nur wie eine entwässerte Version des weißen Hais und kann ansonsten auch nicht gerade mit Innovationen glänzen, doch die wunderbaren Naturaufnahmen, der imposante Grizzly und der ein oder andere Effekt machen dieses Manko spielend wieder wett.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,35:1
2,35:1
86:54 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar mit Produzent David Sheldon und Darstellerin Joan McCall, Moderiert von Walt Olson
  • Making Of
  • Jaws with Claws-Doku
  • Reflections
  • Bildergalerie
  • Radiospots
  • Trailer
Killer Grizzly - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Grizzly
Grizzly

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Empfehlenswerter Tierhorror


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1976
Regie:
William Girdler
Drehbuch:
Harvey Flaxman, David Sheldon
Darsteller:
Christopher George, Andrew Prine, Richard Jaeckel, Joan McCall, Joe Dorsey, Charles Kissinger, Kermit Echols

Label Deutschland :
Voulez Vous Film
Verkaufsstart Deutschland :
27.08.2010