Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  Chen Sing - Der Superhammer
Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.899 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

DVD-Besprechung - Chen Sing - Der Superhammer

Story:
Chen Sing (Chen Sing) muss in Erfüllung des Wunsches seiner jüngst verblichenen Mutter den familiären Goldschatz einem Waisenhaus übergeben. Dummerweise hat sein Bruder Fang Ming (Yasuaki Kurata), das schwarze Schaf der Familie, etwas dagegen und will Chen den Goldschatz unbedingt abjagen. Schnell kommt es zu einer ernsthaften Auseinandersetzung der beiden Brüder, in deren Verlauf Fang, nebenbei auch noch Großdealer im Drogenmilieu, Chen zum Abschuss freigibt. 

Meinung zum Film:
"Chen Sing - Der Superhammer" ist der Starttitel für die neue Eastern-Reihe des MiG-Sublabels "Voulez Vous" mit dem Namen "Vergessene Eastern". Der Titel ist bisher weltweit noch nicht in ernstzunehmender Qualität auf DVD erschienen und präsentiert in der Hauptrolle den sogenannten "chinesischen Charles Bronson", Chen Sing ("Die Stahlharten Vier"), der Genrefans durchaus ein Begriff sein sollte. Sein Filmbruder und Gegenspieler, der Japaner Yasuaki Kurata ("Bloodfight") ist ebenfalls kein Unbekannter und stand auch schon gemeinsam mit Jet Li ("Fist of Legend") und Jackie Chan ("Tokyo Powerman") vor der Kamera. Regisseur Kim Lung wurde am ehesten durch "Wang Yu - Stärker als tausend Kamikaze" bekannt.  

Vor mehr als 30 Jahren schaffte es ein Titel wie "Chen Sing - Der Superhammer" tatsächlich noch in den regulären deutschen Kinoverleih und fernöstliche Kampfkünstler ließen in den Lichtspielhäusern die Handkante kreisen. So ist der vorliegende Titel durchaus auch ein Nostalgietrip für ältere Semester, bei dem jedoch auch deutlich wird, dass früher nicht alles besser war und gerade Dutzendware nicht notwendig gut altern muss. Typisch für dieses Genre ist der Versuch regelmäßige Keilereien in eine Art Storygerüst einzubinden, das aber nicht notwendigerweise wirklich einen Sinn oder eine runde Dramaturgie ergeben muss. So ist Chen Sing, der aufgrund seiner begrenzten Mimik eher den Titel chinesischer Seagal verdient hätte, ein holzschnittartiger Charakter beinahe ohne Charisma, der sich hier mehr schlecht als recht durch eine Alibistory prügelt, die als Drehbuch mit Sicherheit auf einen Bierdeckel passen würde. Die eher spärlichen Dialoge sind ebenfalls zum Wegrennen, die Geschichte wird so vorhersehbar wie unglaubwürdig vorgetragen und die vielen Außenaufnahmen in eher trostlosen Umgebungen deuten auf ein extrem überschaubares Produktionsbudget hin.  

Aber gerade diese typischen Genreschwächen machen den Film heutzutage schon beinahe wieder sympathisch, denn in Zeiten komplexer Zusammenhänge kehrt hier auch wieder eine gehörige Portion Einfalt auf den Bildschirm zurück. Wieso Chen Sing und seine Freundin beispielsweise immer wieder auf den das Unschuldslamm mimenden Fang Ming und seine Tricks hereinfallen, wird spätestens beim dritten Mal wohl niemand mehr ernsthaft nachfragen wollen. Und wieso der Film heutzutage immer noch ein rotes Siegel trägt oder überhaupt geschnitten wurde, kann heute auch nicht mehr wirklich nachvollzogen werden. Wo der vorliegende Titel allerdings weniger verzeihlich versagt, das ist ausgerechnet bei seinem Kernstück, den Kampfsequenzen. Zwar brennt der Kameramann hier gerade zu Beginn ein wirkliches Feuerwerk ab und überzeugt mit dynamischen Schnitten, Close-Ups oder Ego-Perspektiven, kann aber trotzdem nicht über das eigentlich recht maue Kampfgeschehen hinwegtäuschen. Chen Sing fällt hier mal wieder durch sein enorm eingeschränktes Repertoire, das im Grunde nur einfachste Schlag- und Tritttechniken umfasst, negativ auf und läßt jegliche Akrobatik vermissen. Dabei leidet die Choreographie auch deutlich darunter, dass ausbleibende Treffer oder nicht voll durchgezogene Angriffe offensichtlich zu erkennen sind. Im Zusammenspiel mit schlichten Locations, die auch kaum in die Kämpfe einbezogen werden, ergibt sich hier kein besonders überzeugendes Bild. Die Schnitte im Verlauf der Kämpfe sind übrigens durchaus erkennbar, nach Sichtung der Langfassung wird jedoch auch deutlich, dass hier teilweise auch einfach nur extrem schlecht getrickst wurde und sich durch die erweiterten Szenen nicht automatisch ein Mehrwert ergibt. 

Digitale Aufarbeitung:
Für diese neue Reihe setzt der Hersteller auf eigene Neuabtastungen alter, deutscher Kinorollen und der Aufdruck "Digital Remastered" hat hierdurchaus seine Berechtigung. Zwar weist das Bild im korrekten Widescreenformat viele Verschmutzungen auf, und auch hin und wieder deutliche Bildfehler, die Bildschärfe und die Farbwiedergabe bewegen sich aber auf einem erfreulich guten Niveau, fernab der üblichen Ramschkistenreleases vergleichbarer, älterer Eastern. Die Kontrastwerte sind hingegen deutlich weniger überzeugend ausgefallen, oft wirkt das Bild zu dunkel und schluckt Details, aber das dürfte Easternfans eher weniger überraschen. Der Hauptfilm verfügt über drei auswählbare Tonspuren. Zusätzlich zur regulären deutschen Originaltonspur (Dolby Digital 1.0) wird diese auch noch in einer aufgewerteten, restaurierten Fassung (Dolby Digital 2.0) mitgeliefert. Diese restaurierte Fassung klingt dabei deutlich kräftiger. Insgesamt überzeugen allerdings beide deutschen Tonspuren mit guter Verständlichkeit und verschonen den Zuschauer auch mit größeren Alterserscheinungen. Zudem stammt der Film noch aus seligen Zeiten, in denen selbst Dutzendware aus Fernost noch professionell vertont wurde. Die englische Tonspur (Dolby Digital 1.0) klingt hingegen nicht besonders kräftig, ziemlich verzerrt und auch die Synchronisation klingt qualitativ wenig überzeugend.  

Im Rahmen des Bonusmaterials der DVD befindet sich auch die ungekürzte, rekonstruierte Langfassung des Films (79:07), wahlweise in deutscher oder englischer Sprache. Die wieder eingefügten Sequenzen, in schlechterer Bildqualität, verfügen jedoch nur über englischen Originalton und werden deutsch untertitelt. Hier handelt es sich vor allem um eigentlich relativ harmlose, aber in der gekürzten Fassung nicht zu übersehende Gewaltschnitte. Zudem enthält die DVD auch noch eine Bildergalerie, die den deutschen Werberatschlag und deutsche Aushangfotos beinhaltet. Die Veröffentlichung besitzt außerdem ein Wendecover.

Fazit:
Mit der neuen Reihe "Vergessene Eastern" könnte Voulez Vous Genrefans noch die ein oder andere Freudenträne bescheren, wenn man weiterhin soviel technischen Aufwand in vergleichbare, in Vergessenheit geratene Eastern investiert. "Chen Sing - Der Superhammer" war jedoch bereits zu seiner Entstehungszeit kein Highlight des Genres und bietet trotz des aufwallenden Nostalgiebonus selbst für eisenharte Fans bestenfalls durchschnittliche Unterhaltung. Bestimmte Schwächen des Titels sind dabei durchaus liebenswert, die monoton inszenierten Fließbandkämpfe ohne große Schauwerte sind allerdings nicht wegzudiskutieren.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
2,35:1
2,35:1
75:45 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Untertitel:
Keine Untertitel vorhanden.
Bonusmaterial:
  • Ungekürzte, rekonstruierte Langfassung
  • Bildergalerie mit deutschem Werbematerial
Chen Sing - Der Superhammer - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Chen Sing - Der Superhammer
Foo Kuen

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Technisch gelungener Einstand der neuen Eastern-Reihe, der Starttitel ist allerdings leider kein Highlight


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Hongkong, 1974
Regie:
Kim Lung
Drehbuch:
Kim Lung
Darsteller:
Chen Sing, Yasuaki Kurata, Lung Fei, Liu Ping, Chan Wai-Lau, Gam Ming

Label Deutschland :
Voulez Vous Film
Verkaufsstart Deutschland :
10.09.2010