Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  Tierterror in der Sierra Nova
Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.899 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

DVD-Besprechung - Tierterror in der Sierra Nova

Story:
Steve Buckner (Christopher George) ist der Führer einer Gruppe Großstädter durch die unberührte Wildnis. Fernab von der Zivilisation lassen sie sich von Hubschraubern absetzen, um 14 Tage in der noch unberührten Natur zu erleben. Doch schon bald merken sie, dass etwas nicht stimmt, als sie von einem Wolf angegriffen werden. Doch es soll nicht bei diesem Angriff bleiben, denn durch ein Loch in der Ozonschicht werden alle Tiere äußerst aggressiv und greifen alles an, was sich ihnen in ihre Nähe begibt.

Meinung zum Film:
Mit „Grizzly“ gelang Independent-Regisseur William Girdler („Der Manitou“) 1976 nicht nur ein Achtungserfolg bei den Fans des Tierhorror-Films, er konnte auch hinsichtlich der Einnahmen an den Kinokassen damit punkten. Grund genug also, gleich im nächsten Jahr mit „Panik in der Sierra Nova“ noch einmal nachzulegen und ein weiteres Kapitel im Kampf Mensch gegen Natur aufzuschlagen. Diesmal legte er sich aber nicht auf eine Spezies als Angreifer fest, sondern inszenierte diesmal einen allgemeinen Aufstand der Tierwelt gegen ihre Eindringlinge. Auch in Sachen Öko-Horror legte er diesmal deutlich zu. Waren es bei „Grizzly“ noch Andeutungen, die auf den Menschen als Auslöser für die Angriffe deuteten, wird diesmal gleich zu Beginn eine längere Anklage an die Verbrechen der Menschheit gegen die Natur in einem Fließtext präsentiert. Leider hat es der Anbieter „Voulez Vous Film“, der den Titel nun unter dem Namen „Tierterror in der Sierra Nova“ veröffentlicht, verpasst, diesen Text zu übersetzen oder mit Untertiteln zu verstehen. Dadurch dürfte manchem Filmfreund die zentrale Aussage des Films im Verborgenen bleiben. Ein Versäumnis, das der Verständlichkeit des Films sicher nicht unbedingt schadet, aber zumindest eine dem Regisseur offensichtlich sehr wichtige Kernaussage ein wenig unter den Tisch fallen lässt  

Was aber für jeden Zuschauer offensichtlich sein dürfte, sind die erneut wunderbaren Naturaufnahmen, die Girdler in seinem Film unterbringen konnte. Lud bei „Grizzly“ schon die eine oder andere Landschaftsaufnahme zum Verweilen ein, gibt es bei der „Tierterror in der Sierra Nova“ noch einmal kräftig Nachschub. Teile des Films könnten problemlos und ohne weitere Nachbearbeitung in einem Werbefilm zum Schutz der Natur genutzt werden. Vorbei mit der Schönheit ist es dann natürlich bei den Angriffen der verschiedenen Tierarten auf die Menschen. Neben dem schon erwähnten Grizzlybären aus Girdlers erstem Tierhorror wird hier eine bunte Mischung weiterer Angreifer geboten. Von Schlangen über Ratten bis hin zu Adlern und Geiern gibt es einiges zu sehen, was Anhängern von Tierhorror-Filmen so manche Freudenträne in die Augen treiben dürfte. Vor allem die Tatsache, dass hier fast ausschließlich echte (Wild)-Tiere zum Einsatz kamen und man nicht wie heutzutage üblich auf oftmals billig aussehende CGI-Effekte zurück greifen konnte, verleihen dem Film einen mehr als nur nostalgischen Glanz.

Bei den Darstellern griff William Girdler auf altbewährtes zurück. Neben dem Titelhelden aus „Grizzly“ sind u.a. auch Richard Jaeckel („Pat Garrett jagt Billy the Kid“) und Christopher George („Geisterstadt der Zombies“) wieder mit an Bord. George dürfte es dabei gefreut haben, dass diesmal auch seine Frau Lynda Day George („Ameisen - Die Rache der schwarzen Königin“) eine Rolle bekam. Die Rolle des ungeliebten Bösewichts wurde rückblickend gegen den Charakter besetzt. Denn der vor allem durch die „Nackte Kanone“-Klamotten und andere Spoofs bekannt gewordene Leslie Nielsen hat diesen Part im Film inne. Es ist schon ein wenig komisch zu sehen, wie er mit nacktem Oberkörper den Bad Guy in der Wildnis gibt. Sein Ringen mit dem Grizzlybären hingegen war sicherlich auch schon bei der Uraufführung des Films nicht für echten Horror geeignet. Aber so sind sie nun einmal die Filme aus dem Genre des Tierhorrors. Selten perfekt, inhaltlich nicht immer ganz ernst zu nehmen und mit kaum zu übersehenden Schwächen in der Logik. Doch davon abgesehen bietet „Tierterror in der Sierra Nova“ alles, was man sich von Filmen aus diesem Subgenre erhofft. Anhänger derartiger Filme sollten sich dieses Kleinod von daher keinesfalls entgehen lassen.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild wirkt durchweg ziemlich weich gezeichnet und helle Fläche neigen zum Überstrahlen. Zusätzlich ist auch die gesamte Zeit über Rauschen vorhanden. Im Vergleich zur alten Veröffentlichung von e-m-s wurden lediglich die analogen Defekte und das Rauschen ein wenig ausgebessert. Das zu weich erscheinende Bild könnte von daher dadurch entstanden sein, dass hier aggressiv mit Rauschfiltern gearbeitet wurde. Der deutsche Ton in Dolby Digital 2.0 ist gut verständlich, klingt insgesamt aber ein klein wenig dumpf.

Auch wenn auf dem Cover keine weiteren Extras angegeben werden, gibt es durchaus welche auf der DVD zu finden. Zunächst wäre da der leider ohne Untertitel vorliegende Audiokommentar, in dem sich die Darsteller Jon Cedar und Lynda Day George an die Dreharbeiten erinnern und dabei von Scott Spiegel geleitet werden. Desweiteren gehört zu den Extras auch der Film in der alten Kinofassung im Original Cinescope-Format, allerdings ist dieser nicht überarbeitet worden und weist von daher einige überdeutliche analoge Defekte und Verschmutzungen auf. In Sachen Schärfe versteht er es aber deutlich mehr zu überzeugen als die für den Hauptfilm genutzte Vorlage. Desweiteren gibt es noch rund 20 Minuten Interviews, die allerdings lediglich in englischer Sprache ohne Untertitel vorliegen. Abschließend folgen noch der US Trailer und eine Bildergalerie.

Fazit:
„Tierterror in der Sierra Nova“ gehört zum Pflichtprogramm für Anhänger des Tierhorror-Films. Nach „Grizzly“ weitete Regisseur William Girdler die Auswahl an tierischen Angreifern aus, machte die schwindende Ozon-Schicht für ihr Ausrasten verantwortlich und bescherte dem Zuschauer dadurch ein tierisches Öko-Horrorvergnügen. Wer Tierhorror mag, sollte sich diesen Film unbedingt ansehen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
93:57 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar mit den Schauspielern Jon Cedar und Lynda Day George, moderiert von Scott Spiegel
  • Unbearbeitete Kinofassung im Cinemascope-Format
  • Interviews
  • US-Trailer
  • Bildergalerie
Tierterror in der Sierra Nova - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Panik in der Sierra Nova
Day of the Animals

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Oko-Tierhorror vom Feinsten


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1977
Regie:
William Girdler
Drehbuch:
William W. Norton, Eleanor E. Norton
Darsteller:
Christopher George, Lynda Day George, Leslie Nielsen, Richard Jaeckel, Michael Ansara, Ruth Roman, Jon Cedar, Paul Mantee, Walter Barnes, Andrew Stevens

Label Deutschland :
Voulez Vous Film
Verkaufsstart Deutschland :
27.08.2010