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DVD-Besprechung - Downstream - Endzeit 2013

Story:
In naher Zukunft ist die menschliche Zivilisation weitgehend zusammengebrochen, die Erdölvorräte sind erschöpft und die Versorgung mit Lebensmitteln kann ebenfalls nicht mehr sichergestellt werden. Zudem wurde die weibliche Bevölkerung durch eine neue Art von Krebs beinahe vollständig ausgelöscht. In dieser Situation zieht der Einzelgänger Wes Keller (Jonathon Trent) durch öde Landstriche voller Krimineller und Perverser, auf der verzweifelten Suche nach der sagenumwobenen Stadt Plutopia, der letzten Zuflucht der Menschheit.

Meinung zum Film:
"Downstream - Endzeit 2013", oder im Original einfach "Downstream", ist ein billig produzierter US-Endzeitstreifen in der Tradition von "Mad Max" und Konsorten. In der imdb wird das Produktionsjahr auf dieses Jahr, also 2010, taxiert, die ofdb führt den Film als Erzeugnis des Jahres 2009, in den Filmcredits wird der Titel jedoch auf das Jahr 2008 festgelegt. Während der Dreharbeiten kam es zu Unstimmigkeiten zwischen dem Regisseur Neil Kinsella ("Ice Queen") und dem Produzenten, daher wurde Erstgenannter durch den bisher nur mit Kurzfilmen erfahrenen Simone Barthesagi ersetzt. Drehbuchschreiber und Debütant Philip Kim hatte als Co-Regisseur ebenfalls seine Finger im Spiel und hier gilt in dieser Hinsicht, dass zuviele Köche bekanntlich den Brei verderben. Die Darsteller sind weitgehend unbekannt und werden es nach ihren hier gezeigten, bescheidenen Leistungen wohl auch bleiben, lediglich Vorzeigefiesling Billy Drago ("Delta Force 2 - The Colombian Connection") ist sich mittlerweile wohl für nichts mehr zu schade und absolviert hier einen peinlichen Gastauftritt als durchgeknallter Prophet.

"Downstream" kann ohne Übertreibung als absoluter Bodensatz des Endzeitfilmgenres bezeichnet werden, gegen den selbst billigste italienische "Mad Max"-Kopien aus den 80er-Jahren noch als unterhaltsam und innovativ durchgehen. Storytechnisch bemüht der Film zunächst halbherzig gängige Parolen zu den fatalen Auswirkungen der ökologischen Maßlosigkeit und schickt den Helden dann auf die Suche nach einem sagenhaften Zufluchtsort, hier wenig einfallsreich "(Pl)Utopia" genannt, wo eben trotz der allgemeinen Zerstörung noch Milch und Honig fließen sollen. Und natürlich ist Jonathan nicht allein, denn er hat den besten Freund des Menschen mit an Bord, seinen Hund "Lugosi", tja, Bela kann sich ja auch nicht mehr wehren, und mit dem steht er zufällig auch noch telepathisch in Verbindung. Und wer jetzt schreit, "Das kenne ich doch irgendwoher!", der liegt genau richtig, denn das gabs alles schon, allerdings deutlich besser, bei "A Boy and His Dog" aus dem Jahr 1975. Das Hauptproblem ist aber noch nichtmal, dass er ständig große Vorbilder schlecht kopiert, sondern vielmehr, dass das Drehbuch einen völlig unfertigen Endruck hinterläßt und weder Höhepunkte enthält noch den Film halbwegs sinnvoll zusammenhält. Keine Idee wird zu Ende gedacht, wirkliche Actionsequenzen oder Wendungen existieren nicht, und letztendlich fährt Wes eigentlich nur völlig orientierungslos auf der Suche (?) nach Plutopia durch die Wüste und wird dabei immer wieder von den unvermeidlichen "Outlaws" gejagt.

Aber auch die handwerklichen Kniffe des Films sind ein Griff ins Klo, so besitzt sein als sparsamer Schlucker bekannter Jeep Cherokee eine Art Bio-Turbine, die mit so ziemlich allem betrieben werden kann. Und um dieses Wunderwerk der Technik anschaulicher zu machen, wird ständig ein nerviger, völlig unglaubwürdiger Turbinensound nachträglich eingespielt. Übrigens wird das Auto später auch mal mit Menschenblut angetrieben und ja, das gabs natürlich auch schon in "Blood Car". Leider wirkt das Geschehen auf dem Bildschirm nichtmal trashig, sondern einfach nur öde. "Downstream" schleppt sich ohne Höhepunkte durch monotone Wüstenlandschaften, ohne interessante Locations, zieht sich wie ein Kaugummi und präsentiert dann ein Ende, das den Zuschauer beinahe vom Sitz reißt. Leider nicht wegen der runden Auflösung, sondern weil hier vielleicht die schlechteste CGI-Sequenz der Filmgeschichte aufgefahren wird. Zum Thema Geiz ist geil passen in dieser Hinsicht auch noch die weitgehend fehlenden Actionsequenzen oder amateurhaft einkopiertes Mündungsfeuer bei Schusswaffen.

Digitale Aufarbeitung:
Für einen aktuellen Film ist die Bildqualität nicht gerade überragend ausgefallen. So bewegt sich die Bildschärfe lediglich auf einem durchschnittlichen Niveau. Weitere Details frisst auch noch das starke Rauschen vor allem in helleren Sequenzen sowie verbesserungswürdige Kontrastwerte, die bei nächtlichen Sequenzen nicht mehr viel erkennen lassen und bei Tageslicht zu stärkeren Überstrahlungen führen. Die Farbwiedergabe wirkt als wäre sie durch Filtereinsatz bewusst entsättigt worden, was allerdings nicht immer wirklich überzeugend wirkt. Egal welche Tonspur gewählt wird, eine gute Verständlichkeit ist stets gegeben, direktionale Effekte sind aber aufgrund ausbleibender, ernstzunehmender Actionsequenzen Fehlanzeige.  

Auf der DVD befindet sich lediglich ein Filmtrailer in englischer Sprache. Die Veröffentlichung besitzt ein Wendecover.

Fazit:
Wenn man "Downstream - Endzeit 2013" so betrachtet, fällt es eigentlich schwer, das hier vorliegende Endprodukt als fertigen Film einzuordnen, zudem gibt es eigentlich keine Kategorie, in welcher das (Mach-)Werk nicht versagen würde. Technisch präsentiert sich der Film extrem mau und billig, das Szenario der Geschichte wirkt unfertig und wird äußerst lückenhaft bebildert, die Musikuntermalung passt überhaupt nicht zum jeweiligen Filmgeschehen, ständig werden bessere Genrewerke dreist kopiert und die blassen Darsteller dürften weiterhin durch ihr Mitwirken ihre weitere Karriere zerstört haben. Auch technisch macht die DVD bestenfalls einen durchschnittlichen Eindruck, während das Fehlen von Bonusmaterial hier wohl ausnahmsweise mal einen Pluspunkt darstellt.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,78:1
1,78:1
96:31 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine Untertitel vorhanden.
Bonusmaterial:
  • Englischsprachiger Filmtrailer
Downstream - Endzeit 2013 - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
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Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Dieser Film hat keine Zukunft!


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2008
Regie:
Simone Bartesaghi, Philip Kim, Neil Kinsella
Drehbuch:
Philip Kim
Darsteller:
Jonathon Trent, Elizabeth Roberts, Jonno Roberts, Lenny von Dohlen, Mickey Jones, Billy Drago

Label Deutschland :
WGF
Verkaufsstart Deutschland :
23.09.2010