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Blu-ray-Besprechung - Resident Evil: Afterlife

Story:
Seit dem Ausbruch des T-Virus sind 4 Jahre vergangen und die ganze Welt ist ein einziger Zombiehaufen. Vereinzelte Überlebende haben von einer unverseuchten Enklave namens "Arcadia" gehört und sehen darin die letzte Hoffnung auf eine Oase des Friedens. Auch Einzelgängerin Alice (Milla Jovovich), die Eine-Frau-Armee im Rachefeldzug gegen die fiese Umbrella Corporation, ist auf der Suche danach. Freilich erst nachdem dem Konzern, der für den ganzen Schlamassel verantwortlich ist, ordentlich die Leviten gelesen wurden. Leider ist Arcadia nicht so leicht zu finden, so dass Alice bald in Hollywood bei einer handvoll Überlebender landet. Einem zombie-verseuchten Hollywood.

Meinung zum Film:
Die recht erfolgreiche Realfilm-Reihe auf Basis der beliebten Videospiele geht mit "Resident Evil: Afterlife" nunmehr nach "Resident Evil", "Resident Evil: Apocalypse" und "Resident Evil: Extinction" bereits in die vierte Runde. Viel geändert hat sich nicht - eine kleine Gruppe bis an die Zähne bewaffneter Sprücheklopfer und wandelnder Klischees, angeführt von einer wortkargen Killer-Lady, schnetzeln sich permanent dezimiert durch teils mutierte Zombiehorden von einer explosiven Action-Szene zur nächsten, umrahmt von einem dünnen Story-Gerüst. Aber warum sollte man auch am erfolgreichen Konzept etwas ändern? So hanebüchen und aufgesetzt die kaum vorhandene Story auch wirkt, so unwirklich die Dialoge der stereotypen Charaktere auch erscheinen, so willkürlich die einzelnen Settings - um nicht zu sagen "Levels" - miteinander verbunden sein mögen: Der Film rockt.

"Resident Evil: Afterlife" will keine Charakterstudie um Menschen in Extremsituationen, kein ergreifendes Drama sein, er will wahrscheinlich nicht mal wirklich eine richtige Geschichte erzählen. Das Werk will hübsche Frauen und Männer in coolen Posen und abgefahrenen Situationen auf eklige Zombie-Mutanten aus allen Rohren möglichst stylish rumballern lassen. Unter dieser Prämisse funktioniert der Film ausgezeichnet. Die wenigen ruhigen Szenen zwischen den Figuren wirken nahezu störend unter dem Feuerwerk, das im wahrsten Sinne des Wortes abgebrannt wird. Riesen-Zombies mit mannshohen Hämmern. Bullet-Time-Szenen im Matrix-Style alle naselang. Zu wummernden Bässen getaktete Martial-Arts-Einlagen. Von Kugeln durchsiebte Zombie-Heere. Alles nicht wirklich neu, aber nichtsdestotrotz beeindruckend und unterhaltend.

Die Schauspieler sind dabei wie zu erwarten eigentlich reine Zirkus-Artisten, allen voran Milla Jovovich ("Das fünfte Element") in ihrer Paraderolle als Action-Girl. Ali Larter ("Heroes") spielt Claire Redfield, Wentworth Miller ("Prison Break") Chris Redfield und Boris Kodjoes ("Surrogate") als Luther West runden das Kernteam ab, ohne dabei Zeit zu haben, Tiefe zu entwickeln. Der eigentliche Star ist die Inszenierung und dieser glänzt in der 3D-Variante des Filmes gleich um ein Vielfaches heller. Im Gegensatz zu vielen anderen Filmen, die auf der "3D-Welle" mitreiten wollten und auf eine nachträgliche Bearbeitung des 2D-Materials setzten, wurde "Afterlife" direkt mit James Camerons Kameratechnik in 3D gedreht. Somit bekommt der Zuschauer "echtes" 3D wie in "Avatar - Rückkehr nach Pandora" und keine "Pop-Up"-Effekte vorgesetzt. Im Kino war der Unterschied deutlich zu sehen. Und natürlich wimmelt es dann im Film auch nur so von ins Publikum gerichteten Schuss- und Wurfwaffen, von übertrieben hohen Stürzen und schwindelnden Kamerafahrten quer durch die bekämpften Zombie-Herden - ein wahres Fest fürs Auge, das auch in der 2D-Variante für das Heimkino nur wenig von seinem Reiz verliert.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen sehr guten Eindruck. Obwohl der Kontrast stellenweise recht tief angesetzt wurde, gehen nie Details darin verloren. Die allgemeine Schärfe ist sehr gut und auch der Detailgrad wird den Anforderungen an eine aktuelle Blu-ray-Veröffentlichung gerecht. Der deutsche Ton in DTS-HD High Resolution 5.1 ist durchweg problemlos zu verstehen und lässt es in den zahlreichen Actionszenen eindrucksvoll krachen. Von satten Tieftönen bis hin zu einer rundum Beschallung wird hier alles aufgefahren, was das Soundsystem hergibt.

Wer möchte kann sich einen Audiokommentar zum Film anhören, in dem Regisseur Paul W.S. Anderson zusammen mit den Produzenten Jeremy Bolt und Robert Kulzer aus dem Nähkästchen plaudert. Die durchaus interessanten Dinge, die dabei erzählt werden, sind aber leider nur Zuschauern zugänglich, die über gute Englischkenntnisse verfügen, da keine Untertitel vorhanden sind. Das Making Of zum Film besteht zu Beginn in erster Linie aus Worten der Beteiligten darüber, wie toll der 4. "Resident Evil"-Film ist. Erst später gibt es dann auch Hintergrundinformationen in dem knapp 15 minütigen Beitrag geliefert. Anschließend folgen noch rund 4,5 Minuten Outtakes, sowie Teaser und Trailer zum Film. (MT)

Fazit:
Wo "Resident Evil" draufsteht, ist auch "Resident Evil" drin. Wem die Vorgänger gefallen haben und Handlung und Charaktere zugunsten feinster Zombie-Action nicht so wichtig sind, dem kann auch "Resident Evil: Afterlife" wärmstens empfohlen werden. Die Umsetzung für das Heimkino ist sehr gut gelungen und sowohl Bild als auch Ton können voll überzeugen. Lediglich das Bonusmaterial fällt enttäuschend aus.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,40:1
2,40:1
96:50 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
DTS-HD High Resolution 5.1
DTS-HD High Resolution 5.1
Englisch
DTS-HD High Resolution 5.1
DTS-HD High Resolution 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar mit Regisseur Paul W.S. Anderson und den Produzenten Jeremy Bolt und Robert Kulzer
  • Making Of
  • Outtakes
  • Teaser
  • Trailer
Resident Evil: Afterlife - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Resident Evil: Afterlife
Resident Evil: Afterlife

Bild unseres Mitarbeiters Thomas Beckmann
Zombie-Geschnetzel, die 4te


Autor der Besprechung:
Thomas Beckmann

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2010
Regie:
Paul W. S. Anderson
Drehbuch:
Paul W. S. Anderson
Darsteller:
Milla Jovovich, Ali Larter, Kim Coates, Shawn Roberts, Wentworth Miller, Boris Kodjoe, Sergio Peris-Mencheta, Shawn Roberts, Spencer Locke, Kacey Barnfield, Norman Yeung, Fulvio Cecere

Label Deutschland :
Constantin Film
Verkaufsstart Deutschland :
10.03.2011