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The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

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DVD-Besprechung - Centurion

Story:
Im Jahr 117 v.Chr. wird die neunte römische Legion unter General Titus Flavius Virilus (Dominic West) nach Schottland beordert um die seit langer Zeit aufrührerischen Pikten zu befrieden. Die Truppe gerät jedoch in einen Hinterhalt und wird bis auf sieben Männer komplett aufgerieben, während Virilus von den Pikten gefangengenommen wird. Centurio Quintus Dias (Michael Fassbender), selbst kürzlich erst aus deren Lager entkommen, kommandiert die verbliebenen Legionäre und versucht Virilus zu befreien. Bei dieser Aktion wird jedoch auch der Sohn des Piktenkönigs Ogrlacon (Ulrich Thomsen) getötet, der die Legionäre fortan zu Freiwild erklärt und seine blutrünstigste Kriegerin, Etain (Olga Kurylenko), auf ihre Fährte setzt.

Meinung zum Film:
"Centurion" stammt aus der Feder des britischen Regisseurs Neil Marshall ("Doomsday - Tag der Rache"), der spätestens mit dem gleichermaßen stimmungsvollen und blutrünstigen Horrorfilm "The Descent - Abgrund des Grauens" ein großes Ausrufezeichen in der Kinolandschaft setzte. Für sein neuestes, unabhängig produziertes Werk musste Marshall jedoch deutlich kleinere Brötchen backen, so schaffte es das mit einem Budget von lediglich rund 10 Millionen Dollar realisierte Historiengemetzel in Deutschland nichtmal auf die großen Leinwände, dafür aber immerhin aufs FFF 2010, und erhielt auch in den USA nur einen stark begrenzten Kinostart. Dabei hat Marshall hier einiges an Prominenz innerhalb der Darstellerriege versammelt. Ausgerechnet Charakterdarsteller Michael Fassbender ("Hunger") gibt den knallharten Centurio, Dominic West ("Die Vergessenen") darf sich als römischer General austoben, beide standen übrigens bereits gemeinsam für das Spartanerspektakel "300" vor der Kamera, das russische Bond-Girl Olga Kurylenko ("Ein Quantum Trost") verkörpert die stumme, von Römern geschändete Killermaschine, während der Däne Ulrich Thomsen ("Das Fest"), auch diese beiden absolvierten bereits in Xavier Gens "Hitman" einen gemeinsamen Auftritt, den desillusionierten Piktenkönig mimt.

Wer jetzt eine historisch akkurate Darstellung, zeitgenössische und tiefsinnige Dialoge, eine sorgfältig ausgefeilte Geschichte sowie vielschichtige Charaktere von "Centurion" erwartet, der braucht defintiv gar nicht weiter zu lesen, denn Marshalls neueste Schöpfung, die seine Altersfreigabe ab 18 Jahren wahrlich zurecht trägt, dürfte eher das testosterongesteuerte, männliche Publikum ansprechen, das gerne zwischen seinen "Bierchen" angemessen unterhalten werden möchte. Denn was bei diesem Titel so an Gliedmaßen gespalten, Köpfen abgetrennt oder an rotem Lebenssaft vergossen wird, das dürfte so manchem selbsternannten Jugendschützer die Sorgenfalten auf die Stirn treiben. Bei der handwerklichen Umsetzung setzt Marshall glücklicherweise auf die gute alte Handarbeit, lediglich in wenigen Massenszenen kommt offenkundig schlecht einkopiertes CGI-Blut zum Einsatz, und steht hier nicht hinter seinen bisherigen, blutrünstigen Werken zurück. Wo allerdings die 3000 Legionäre der 9. Legion gewesen sein sollen, wird sich auch nach Sichtung des Films nicht erschließen, konzentriert er sich doch auch budgetbedingt auf zahlenmäßig eher begrenzte Scharmützel. Jedoch handelt es sich hier keineswegs um ein bluttriefendes Dauerschlachtfeld, der Film präsentiert sich vielmehr als Verfolgungsfilm im historischen Gewand, und konzentriert sich im Grunde nur auf etwa fünf längere Kampfsequenzen.

Dazwischen geht es bei "Centurion" aber auch durchaus mal ruhiger zu, damit sich die eindimensionalen Charaktere chauvinistische Sprüche an den Kopf werfen, oder einen Logikfehler nach dem anderen begehen können. Statt sich nämlich z.B. den zahlenmäßig nur leicht überlegenen Verfolgern zu stellen, lässt man sich lieber nach dem "Zehn Kleine Negerlein"-Prinzip langsam dezimieren, obwohl ein Entkommen eh unmöglich erscheint, und stellt sich erst als kleines Häufchen Elend im großen Finale. Wirklich langweilig wird es bei "Centurion" aber nie und die lebendige Inszenierung im dreckigen Look, nebst atmosphärischen Landschaftsaufnahmen der schottischen Hochebene, bietet stets gute Unterhaltung für geneigte Genrefreunde, auch wenn hin und wieder leichte Budgetrestriktionen erkennbar sind.

Digitale Aufarbeitung:
Die DVD offeriert den Film im leinwandfreundlichen, anamorphen Widescreenformat 2,35:1 und mit einer zumindest bei Nahaufnahmen wirklich guten Bildschärfe. Leider fällt dieser Eindruck bei Aufnahmen wie Totalen deutlich negativ ab, hier wirkt das Bild eher weich. Farblich wurde der Film durch Filter deutlich verfremdet, was mal mehr und mal weniger gelungen wirkt, denn stellenweise fällt der Gesamteindruck einfach zu gekünstelt aus. Auch die Kontrastwerte können nicht immer überzeugen, so liegen bei Tageslichtaufnahmen teils deutliche Überstrahlungen vor, die nur zum Teil gewollt sind, bei Nachtaufnahmen oder dunkleren Innenaufnahmen gehen hingegen einige Details verloren. Ein deutliches Bildrauschen ist ebenfalls nicht zu übersehen. Alle Tonspuren überzeugen mit guter Verständlichkeit und einer ausgewogenen Abmischung. In den Actionsequenzen gibt es auch effektiv eingesetzte Raumklangeffekte, allerdings hätten diese durchaus etwas druckvoller klingen können. Die DVD verfügt über deutsche Untertitel für Hörgeschädigte.

Das Bonusmaterial firmiert unter dem Motto "Masse statt Klasse". Der englische Originaltrailer wird von einer werbenden Featurette (3:52) flankiert, die auch O-Töne enthält, die sich jedoch nochmal in ausführlicherer Form unter dem Punkt "Interviews" finden. Neben den sechs Deleted Scenes (8:09) befinden sich auf der DVD auch noch überflüssige Outtakes (6:14) und die bereits angesprochenen Interviews, die jedoch mit einer Gesamtlaufzeit von lediglich 23:46 Minuten bei sechs Gesprächspartnern (Regisseur Neil Marshall, Produzent Robert Jones sowie die Darsteller Michael Fassbender, Dominic West, Olga Kurylenko und Neal Clarke) erwartungsgemäß sehr oberflächlich und entbehrlich ausfallen. Auch der Blick hinter die Kulissen (11:11) enttäuscht und bietet lediglich unspektakuläre, unkommentierte Szenen von den Dreharbeiten. Das gesamte Bonusmaterial im Originalton verfügt über deutsche Untertitel. Auf der DVD befinden sich auch noch mehr als knappe Darstellerinfos im Umfang von je lediglich einer Texttafel, die sich auch in dem der DVD beiliegenden vierseitigen Inlay finden, das auch noch eine Kapitelübersicht enthält. Die DVD besitzt außerdem unvorteilhafterweise kein Wendecover.

Fazit:
"Centurion" ist ein brachial-blutiges Machowerk im Gewand eines Verfolgungsfilms vor historischem Hintergrund. Die Action kann dabei voll überzeugen und wird äußerst blutrünstig sowie gewalttätig in Szene gesetzt, während an das abgedroschene Drehbuch, die platten Dialoge und die eindimensionalen Charaktere besser nicht zuviele Gedanken verschwendet werden sollten. Die DVD macht technisch einen etwas durchwachsenen Eindruck, während das Bonusmaterial auf ganzer Linie enttäuscht und deutlich hinter der britischen DVD von Pathé! zurückbleibt, die beispielsweise auch einen Audiokommentar von Neil Marshall enthält.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
2,35:1
2,35:1
93:44 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte
Bonusmaterial:
  • Originaltrailer
  • Featurette
  • Deleted Scenes
  • Outtakes
  • Interviews mit Regisseur und Drehbuchautor Neil Marshall, Produzent Robert Jones sowie den Darstellern Michael Fassbender, Dominic West, Olga Kurylenko und Noel Clarke
  • Blick hinter die Kulissen
Centurion - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Centurion
Centurion

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Brachial, blutig und dreckig - Ein Film für echte Männer und ein Umsatzbringer für die einheimische Gerstensaftfabrikation


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Großbritannien, 2010
Regie:
Neil Marshall
Drehbuch:
Neil Marshall
Darsteller:
Michael Fassbender, Olga Kurylenko, David Morrissey, Dominic West, Ulrich Thomsen, Noel Clarke, Liam Cunningham

Label Deutschland :
Constantin Film
Verkaufsstart Deutschland :
30.09.2010