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Kino-Besprechung - Fish Tank

Story:
Die 15jährige Mia (Katie Jarvis) liegt mit ihrer gesamten Umgebung im Clinch. Schon vor Wochen wurde sie von der Schule verwiesen, mit ihrer allein stehenden Mutter und der kleinen Schwester streitet sie sich ständig und wenn ihr ein Mädchen aus der Nachbarschaft dumm kommt, wird ihr schon einmal die Nase gebrochen. Nur wenn sie allein ist und tanzt, fühlt sie sich frei. Das beginnt sich zu ändern, als Connor (Michael Fassbender), der neue Freund ihrer Mutter, bei ihnen einzieht. Zum ersten Mal erlebt sie so etwas wie eine Vaterfigur, denn er macht einen Ausflug mit ihnen und unterstützt Mia mit ihrem Tanzen. Doch der attraktive Mann weckt auch noch ganz andere Gefühle in ihr und umso näher sie sich kommen, umso stärker werden diese.

Meinung zum Film:
„Fish Tank“ ist der zweite Spielfilm von Andrea Arnold („Red Road“), die hier nicht nur die Regie führte, sondern auch das Drehbuch verfasste. Den Durchbruch schaffte sie mit ihrem Kurzfilm „Wasp“, für den sie einen Oscar erhielt. Ihre Stärken liegen in einer genauen Beobachtung der englischen Gesellschaft und einer realistischen Darstellung menschlicher Charaktere und ihrer Beziehungen.

Katie Jarvis liefert hier ein sensationelles Debüt ab. Sie wurde während der Vorbereitungen des Films auf der Straße entdeckt und direkt verpflichtet worden. Sie ist echt, rau und realistisch. Ein wenig erinnert sie damit an die junge Michelle Rodriguez („Resident Evil“), die für ihre erste Hauptrolle in „Girlfight“ auch praktisch keine Schauspielerfahrung mitbrachte. Katie Jarvis hat einen ähnlichen aggressiven Charme zu bieten. Aber auch Michael Fassbender („Centurion“) liefert eine grandiose Leistung ab, indem er Connors Ambivalenz brillant verkörpert. Und wahrscheinlich hätte sich nicht jeder Schauspieler getraut, diese Rolle überhaupt zu übernehmen.  

Auch der Rest des Casts muss sich nicht verstecken. Kierston Wareing („It’s a free World“) macht den Zuschauer als Mias Mutter einerseits wütend über die Art, wie sie ihre Kinder behandelt. So erzählt sie Mia in einer Szene, dass sie sie eigentlich abtreiben lassen wollte. Andererseits wirkt sie aber auch unheimlich verletzlich. Rebecca Tyler, die Mias kleinere Schwester Tyler spielt, hat mit diesem Film ebenso wie Katie Jarvis ihr Filmdebüt. Es sind diese Darsteller, aber auch die Bilder der trostlosen Wohnsilos in Essex, die diesem Film seine Authentizität verleihen. Leider wird man in der deutschen Fassung die englischen Akzente nicht hören, die ebenfalls sehr zur Echtheit des Films beitragen.

Fazit:
„Fish Tank“ besticht besonders durch Authentizität und Realismus. Das verdankt er vor allem der Hauptdarstellerin Katie Jarvis in einem tollen Debüt, aber auch der Rest der Schauspieler überzeugt. Obwohl es keine große, weltbewegende Geschichte ist, macht es einfach Spaß zuzuschauen.

Fish Tank - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Fish Tank
Fish Tank

Bild unseres Mitarbeiters Martin Asbach
Eine authentische Coming-of-Age-Geschichte


Autor der Besprechung:
Martin Asbach

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Großbritannien, 2009
Regie:
Andrea Arnold
Drehbuch:
Andrea Arnold
Darsteller:
Katie Jarvis, Michael Fassbender, Kierston Wareing, Rebecca Griffith, Harry Treadaway

Verleiher:
Kool Filmdistribution
Kinostart Deutschland :
23.09.2010