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DVD-Besprechung - South Park - Staffel 13
Story:
Die vier Jugendlichen Stan Marsh, Kyle Brofslovski, Eric Cartman und Kenny McCormick verbringen die mehr oder weniger glücklichen Jahre ihrer Jugend nach wie vor in dem beschaulichen US-Bergkaff South Park. Trotz ihres kindlichen Alters bleiben auch sie von "erwachsenen", gesellschaftlichen Problemen und Umwälzungen, als Folgeerscheinung eines deutlich liberaleren Zeitgeistes, nicht verschont. In der 13. Staffel versucht sich Cartman als Piratenkapitän in Somalia, während Ike vom Geist des toten Michael Jackson besessen ist, Butters zum Pimp der Schule aufsteigt und Stan es sich zur Aufgabe macht, als militanter Umweltschützer die Meeressäuger vor den blutgierigen Japanern zu schützen.
Meinung zum Film:
Fast genau ein Jahr ist seit der DVD-Veröffentlichung der 12. Staffel von "South Park" ins Land gegangen. Doch mit der vorliegenden deutschen DVD-Premiere der 13. Staffel von Paramount hat das lange Warten für die Fans der Kultserie nun endlich ein Ende gefunden. Die 13. Staffel umfasst wieder vierzehn Folgen mit einer Laufzeit von jeweils rund 23 Minuten auf 3 DVDs und wurde in den USA vom 11. März bis zum 18. November des Jahres 2009 ausgestrahlt. In Deutschland begann die Fernsehpremiere dieser Staffel Anfang Februar 2010 beim deutschen Ableger des Produzenten "Comedy Central" und wurde im Mai abgeschlossen. Bis zur DVD-Veröffentlichung vergingen also auch nochmal sechs Monate. In den USA lief in der Zwischenzeit auch schon die 14. Staffel an, von der bisher sieben Folgen ausgestrahlt wurden. Ende April diesen Jahres legte die Serie daraufhin eine Pause ein, die Staffel soll aber in diesen Tagen, nach der Sommerpause, mit der zweiten Hälfte fortgesetzt werden. Die Synchronisationsarbeiten für die 14. Staffel beginnen im Herbst, allerdings steht zu befürchten, dass die deutschen Fans diesmal mit nur 12 Folgen abgespeist werden, da zwei Folgen zunächst nachträglich und eigenmächtig vom Sender Comedy Central zensiert und dann auch noch komplett vom Markt/Netz genommen wurden. Der Grund dafür waren wiedermal Kontroversen über die Darstellung des Propheten Mohammed und nachfolgende Morddrohungen islamischer Extremisten.
Auch die 13. Staffel von "South Park" bemüht sich wieder um die zeitnahe, satirische Aufarbeitung politisch, kulturell und gesellschaftlich relevanter Phänomene, wirkt insgesamt aber nicht ganz so subtil, brisant oder gegenwartsrelevant wie vergangene Staffeln. Auch qualitativ erlaubt sich die vorliegende Staffel doch einige erhebliche Ausreißer nach unten. So beschäftigt sich z.B. Folge 3 mit dem Queefen von Frauen und tritt für die Gleichberechtigung vaginaler Flatulenzen und männlicher Fürze ein. Und entsprechend geistlos, bzw. als rein geistige Flatulenz höchster Flüchtigkeit verläuft diese Folge dann auch. Ebenfalls schwach performen die Folgen 12-14, also der Abschluß dieser Season. Zwar besitzen die Folge 12, die mit rücksichtslosen, selbstverliebten Harleybikern abrechnet, und Folge 13, welche einen coolen Schlumpfcartoonlook offeriert, zumindest noch nette Ansätze, bieten allerdings insgesamt keinen wirklich schlüssigen Aufbau und ergehen sich innerhalb ihrer eigentlichen Stories nur weitgehend in pubertären Unflätigkeiten. Tiefpunkt der Staffel ist dann allerdings die extrem pubertäre Folge 14, bezeichnenderweise "Pipi Park" genannt, in der dem Zuschauer, neben altbekannten rassistischen Ressentiments Cartmans, lediglich hektoliterweise "gelber Saft" offeriert wird, in dem hier nicht nur herumgeplanscht, sondern der sogar mit dem Mund konsumiert wird, wenn man sich nicht gerade wortwörtlich gegenseitig ans Bein oder andere Körperteile pinkelt...
Lichtblicke der 13. Staffel sind hingegen Cartmans bereits erwähnter Ausflug nach Somalia, wo er die Einheimischen zu "echten" Piraten formt, oder die Gründung einer eigenen Backyard-Wrestling-Liga, mit deren Hilfe die Kids vor allem die übertriebenen Backgrounds und die extrem unterschichtorientierten Rededuelle der Starwrestler auf gelungene Weise karikieren. Interessant und sehr eigen ist auch die ursächliche Interpretation für die Blutrünstigkeit der Japaner gegenüber Meeressäugern wie Walen und Delphinen in Episode 11, "Der Sündenwal", die außerdem noch trefflich vergiftete Pfeile gegen Reality-TV-Documentaries wie "Whale Wars" verschießt. Auch Butters darf endlich einmal zeigen, was in ihm steckt und legt in Folge 9, kurz nach seinem ersten gekauften Kuss, einen steilen Aufstieg zum einflussreichsten Zuhälter der Gegend hin. Eine Klasse für sich ist vor allem die Einstandsfolge, in der die verlogene Doppelmoral des Disneykonzerns hinsichtlich seiner Keuschheitsgebote äußerst zutreffend parodiert wird. Und natürlich steckt niemand anders als Micky Maus höchstpersönlich, der nach wie vor im Konzern die Fäden zieht, hinter dem perfiden Plan, Sex an kleine Mädchen zu verkaufen!
Digitale Aufarbeitung:
Mit der vorliegenden 13. Staffel beginnt für "South Park" in Deutschland eine neue Ära, denn die Serie liegt nun erstmals nicht mehr im Vollbildformat, sondern im anamorphen Widescreenformat 1,78:1, vor. In den USA gab es dieses Formatsumstellung hingegen schon im März 2009, als die Serie dort mit Season 12 ihre Blu-ray-Premiere bestritt, während die DVD-Fassung, wie in Deutschland, weiter im Vollbildformat erschien. Technisch hat sich diese Umstellung positiv ausgewirkt, denn die Bildschärfe hat sich nochmal deutlich verbessert und auch die Farben wirken noch etwas frischer. Das Blockrauschen im Hintergrund verbleibt gewohnt dezent. Bei den beiden Tonspuren gibt es wie gewohnt keinen Grund zur Klage und die Dialoge schallen weiter glasklar aus den Lautsprechern.
Die 13. Staffel wird wieder in einem sehr ansprechendend illustrierten Digipak im Schuber ausgeliefert. Der große FSK-Flatschen auf der Vorderseite des Schubers ist dieses Mal sogar nur geklebt und somit erfreulicherweise leicht ablösbar. Mit dem ziemlich reichhaltigen Bonusmaterial der 12. Staffelbox kann die vorliegende Veröffentlichung zwar nicht mithalten, für das ein oder andere Extra hat es aber trotzdem gereicht. Mit an Bord sind natürlich wieder die knappen, einleitenden Audiokommentare zu jeder Folge von Trey Parker und Matt Stone. Zudem gibt es das Kurzfeature "Inside XBox: Hinter den Kulissen der South Park Studios" (4:37), eine Art Mini-Making-Of der Serie als Werbung für den XBox LIVE Market Place. Deutlich interessanter sind da schon die insgesamt sieben "Entfernten Szenen" (7:14) aus verschiedenen Episoden der 13. Staffel.
Fazit:
Die 13. Staffel von "South Park" wirkt weniger kontrovers und provokant als vorherige Staffeln, bietet aber durchaus einige satirische Höhepunkte, wobei besonders Cartman wieder mächtig das Arschloch raushängen lässt, bzw. seinem eigenen, überlebensgroßen Ego huldigt. Getrübt wird der Eindruck dieser Season allerdings durch einige schwache Folgen, die in ihrer Faszination für die menschlichen Ausscheidungsprodukte, ob flüssig oder in Gasform, eher an das kranke Werk Spätpubertierender erinnern. Technisch hat die Veröffentlichung der Serie einen Sprung nach vorne gemacht und unterstreicht damit noch den seither positiven Eindruck der bisherigen Staffelboxen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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14 Folgen à ca. 23 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Niederländisch |
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Bonusmaterial:
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- Kurzer Episodenkommentar von Trey Parker und Matt Stone zu jeder Folge
- Entfernte Szenen
- Inside XBox: Hinter den Kulissen der South Park Studios
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South Park - Staffel 13
South Park - Season 13
Der Albtraum aller Spießer und politisch korrekten Opportunisten ist zurück!
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2009 Regie: Trey Parker Drehbuch: Matt Stone, Trey Parker, Brian Graden
Label :
Paramount Home Entertainment
Verkaufsstart : 07.10.2010
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