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DVD-Besprechung - Harpers's Island

Story:
Trish Wellington (Katie Cassidy) und Henry Dunn (Christopher Gorham) sind nur noch wenige Tage von ihrer Hochzeit entfernt. Thomas Wellington (Richard Burgi), der reiche Vater der Braut spendiert für alle Gäste einen Ausflug auf die kleine Insel Harper’s Island, wo die große Hochzeitsfeier stattfinden soll. Für Abby Mills (Elaine Cassidy) wird die Rückkehr auf die Insel, auf der sie aufgewachsen zu einer harten Probe, da hier vor 6 Jahren ihre Mutter von einem Serienkiller ermordet wurde. Und auch die Vermählung scheint unter keinem guten Stern zu stehen, da von der ersten Minute an jemand beginnt, die Zahl der Hochzeitsgäste nebst Einheimischen auf blutige Weise zu dezimieren.

Meinung zum Film:
Bei „Harper’s Island“ handelt es sich um eine US-TV-Serie, die von ihrem Erschaffer Ari Schlossberg als eine Mischung aus „Scream“ und Agatha Christies „Da waren's nur noch Neun“ beschrieben wird. Eine Umschreibung, die dem Inhalt durchaus gerecht wird. Denn wie in dem beliebten Christie-Roman befinden sich die Personen auf einer Insel und Einer nach dem Anderen stirbt. Zu „Scream“ passen wiederum die kreativen Morde gepaart mit einem leichten Einschlag Soap-Opera. Inhaltlich dürfen bei so natürlich keine tiefgreifenden Dialoge erwartet werden und auch die einzelnen Verbindungen verschiedener Personen sind nicht unbedingt von künstlerischer Brisanz. Das ist aber nur bedingt tragisch, da die Serie durch ihre düstere Atmosphäre und den Thriller-Part zu überzeugen versteht. Manche Kinofilme haben ein Problem damit, die Spannung über 90-120 Minuten aufrechtzuerhalten, „Harper’s Island“ gelingt dieses Kunststück fast über die komplette Staffel. Es gibt zwar durchaus den einen oder anderen kleineren Durchhänger in Sachen Spannung, dieser wird aber recht schnell wieder aufgefangen. Sobald die Pilotfolge, die von Regisseur Jon Turteltaub („Das Vermächtnis der Tempelritter“) gedreht wurde gelaufen ist, ist man als Freund von Filmen wie „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“ ziemlich sicher von der Serie gefangen und kommt er nach der letzten Folge wieder davon los.  

Für reichlich Spannung sorgt unter anderem der filmreife Soundtrack von David Lawrence („Jericho“), der die wunderbar eingefangenen Landschaftsaufnahmen mit einer feinen Gruselstimmung unterlegt. So kann fast durchweg eine Grundspannung in der Serie gehalten werden, die durch plötzliche Ereignisse, neue Erkenntnisse und natürlich den Auftritten des bis zum Ende unbekannten Killers immer wieder neue Spannungsspitzen bekommt. Die Morde an sich können in Sachen Kreativität durchaus mit modernen Slashern mithalten. Auch wenn diese nicht im Detail und in Großaufnahmen gezeigt werden, kommt dabei reichlich Kunstblut und Prothesen zum Einsatz. Zart besaitete Naturen werden deswegen die Augen sicherlich mehr als einmal verdecken oder gleich eine Decke über den Kopf ziehen. Es ist nicht zu verkennen, dass die Serie nicht nur inhaltlich an moderne Slasher-Filme angelehnt sein soll, sondern lässt dies eindeutig in der Vorgehensweise des Killers erkennen. Richtig dramatisch wird es in der Serie, nachdem das erste Opfer vor Zeugen ums Leben kommt und für es somit für jeden eindeutig wird, dass ein Killer sein Werk verrichtet.

Für große Unterhaltung sorgt natürlich auch die Frage, wer denn nun hinter den ganzen Morden steckt. Nach dem in Slashern üblichen „10 kleine Negerlein“-Prinzip werden die Hochzeitsgäste Folge für Folge immer weiter dezimiert. Aber auch die Einwohner von Harper’s Island sind nicht vor der blutigen Mordserie sichern. In jeder Folge gibt es neue Todesfälle und so manche falsche Fährte auf den Täter wird gelegt. Weitgehend sind die Ideen für die Entwicklungen dabei passend gemacht, und nur wenige unpassende Einfälle stören den ansonsten guten Thriller-Rahmen. Am meisten enttäuscht leider die Auflösung der Morde, die es in ähnlicher Form bereits bei einem Primus des Genres gab, in der Serie aber nicht sonderlich überzeugend wirkt. Auch der Überraschungseffekt bei der Enttarnung befindet sich auf einem höchst überschaubaren Niveau. Der nachgeschobene Epilog wirkt zudem reichlich albern. Auch die Tatsache, dass die einzelnen Folgen im deutschen aussagekräftige Titel bekamen, während sie im englischen nur Laute wie „Bang“, „Slash“ oder „Sigh“ enthalten, ist ein wenig störend, da die deutschen Titel zumindest einen Spoiler enthalten. Doch diese Unschönheiten können am insgesamt spannenden Unterhaltungswert der Serie nichts ändern. Denn letzten Endes handelt es sich bei „Harper’s Island“ nur um eine TV-Serie mit Slasher-Motiven, die für die Spannung genreüblich, inhaltliche Zugeständnisse macht. Mission geglückt kann an dieser Stelle attestiert werden, da allerbestes Spannung in der Serie geboten wird.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist auf einem guten TV-Serien-Standard und bietet keinerlei Anlass zum Klagen. Egal ob Schärfe, Farbgebung, Helligkeit oder Kontrast, die Abstimmung passt. Auch der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 macht einen Eindruck und ertönt regelmäßig aus den Effektlautsprechern. Oft sind es der Soundtrack oder Umgebungsgeräusche, die den Raum mit Leben füllen.

Als Extra gibt es zu einigen Folgen nicht verwendete Szenen, die direkt in einem Menü vor dem Start der Folge angeboten werden. Auf der ersten DVD gibt es zudem noch ein „CBS Network TV Promo“, hinter dem sich eine Reihe Vorschauclips zur Serie verbergen. Auf der 3. Disk gibt es insgesamt 16 Webisodes, die unter dem Titel „Harper’s Welt“ auf der DVD geführt werden. Im Internet waren die englischsprachigen Episode, die einen weiteren Einblick in die Welt und das Leben auf Harper’s Island bieten unter dem Namen „Harper‘s Globe“ zu sehen. Auf der 4. DVD gibt es dann einige Featurettes. Den Beginn macht „Das Casting für Harper’s Island“, wo rund 20 Minuten lang auf die einzelnen Darsteller und ihre Charaktere näher eingegangen wird. „Eins nach dem anderen: Die Produktion von Harper’s Island“ bieten dann einen ausführlichen, halbstündigen Blick in die Entstehungsgeschichte der Serie, wobei dann u.a. auch ein ausführlicher Blick auf die Effekte geworfen wird. In „Raten Sie mal wer?“ stellen Darsteller und andere an der Produktion Beteiligte ihre Vermutungen an, wer hinter den Morden steckt. Da nur wenige in die Auflösung eingeweiht waren, gab es auch unter den Künstlern ein großes Rätselraten darüber, wer für das große Ableben auf der Insel sorgt. Abschließend gibt es noch „Der Sensenmann“ zu sehen, wo darüber berichtet wird, wie die Schauspieler immer erst 3 Tage vor dem Dreh der Szenen davon erfuhren, dass der Tod sie in der Serie ereilen würde. Für eine TV-Serie ist das Bonusmaterial beispielhaft und informativ. Allerdings sollte man sich dies keinesfalls vor dem Sehen der letzten Folge ansehen, da einige Geheimnisse darin gelüftet werden.

Fazit:
„Harper’s Island“ ist eine gelungene Umsetzung von Teenie-Slashern der Marke „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“ für den TV-Serien-Markt. Düster, spannend, kreativ in den Morden und ohne nennenswerte Durchhänger präsentiert Serienschöpfer Ari Schlossberg dem Zuschauer ein fesselndes Serienformat. Lediglich die ideenlose Auflösung passt zum ansonsten guten Eindruck. Anhänger von „Scream“ & Co. sollten hier unbedingt zugreifen!

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,78:1
1,78:1
13 Episoden a cà 41 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Surround
Dolby Surround
Französisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Italienisch
Dolby Surround
Dolby Surround
Untertitel:
Dänisch, Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte, Finnisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Norwegisch, Schwedisch
Bonusmaterial:
  • Entfernte Szenen
  • CBS Network TV Promo
  • 16 Webepisoden „Harper‘s Welt“
  • Das Casting für Harper’s Island
  • Eins nach dem anderen: Die Produktion von Harper’s Island
  • Raten Sie mal wer?
  • Der Sensenmann
Harpers's Island - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Harper's Island
Harper's Island

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Ich weiß noch immer was du letzten Sommer auf Harper's Island getan hast


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2009
Regie:
Jon Turteltaub, Sanford Bookstaver, Rick Bota, Steve Boyum, Guy Norman Bee
Drehbuch:
Elaine Cassidy
Darsteller:
Elaine Cassidy, Christopher Gorham, Matt Barr, Gina Holden, Katie Cassidy, Cassandra Sawtell, Richard Burgi, Brandon Jay McLaren, C.J. Thomason, Jim Beaver, Cameron Richardson

Label Deutschland :
Paramount Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
14.10.2010