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Blu-ray-Besprechung - Plan B für die Liebe

Story:
Zoe (Jennifer Lopez) hat die Hoffnung aufgegeben, den richtigen Mann fürs Leben zu finden. Da sie aber trotzdem nicht auf Nachwuchs verzichten möchte, lässt sie sich aus einer Samenbank künstlich befruchten. Doch kaum hat sie die Arztpraxis verlassen, lernt sie Stan (Alex O'Loughlin) kennen, in den sie sich verliebt und welcher der ersehnte Mann fürs Leben zu sein scheint. Aber wie bringt sie ihrem Traummann bei, dass sie von einem Unbekannten schwanger ist, ohne dadurch die gerade erst entstandene Beziehung zu gefährden?

Meinung zum Film:
Bei „Plan B für die Liebe“ führte Alan Poul Regie, der bislang eher als Produzent auf sich aufmerksam machte. In dieser Funktion war er u.a. für erfolgreiche Produktionen wie „Black Rain“, „Candymans Fluch“ und der TV-Serie „Six Feet Under – Gestorben wird immer“ verantwortlich. Als Referenz für die Arbeit auf dem Regiestuhl kann er aber lediglich eine handvoll Folgen für TV-Serien wie „Six Feet Under - Gestorben wird immer“ und „Rom“ vorweisen. Das Drehbuch zum Film wurde von Kate Angelo verfasst, die ebenfalls neu im Kinogeschäft ist und bislang nur zu TV-Serien wie „The Bernie Mac Show“ und „Will & Grace“ ein paar Arbeiten beisteuerte. Auch vor der Kamera sind einige Künstler aus der TV-Szene zu finden. So wurde die männliche Hauptrolle mit Alex O'Loughlin besetzt, der u.a. den Helden in „Moonlight“ verkörperte und Melissa McCarthy, bekannt aus „Gilmore Girls“ und „Samantha Who?“ darf eine esoterische Therapiegruppenleiterin mimen. Für Kinoglanz sorgt vor allem Hauptdarstellerin Jennifer Lopez („Darf ich bitten?“) und auch Anthony Anderson („Transformers“) dürfte zu den bekannteren Gesichtern im Geschäft gehören. Es stellt sich aber trotzdem die Frage, ob TV-Serien-Routine ausreichend ist, um für gute Film-Unterhaltung zu sorgen.

Zu Beginn macht „Plan B für die Liebe“ noch den Eindruck einer lockeren Liebeskomödie. Das gesamte Szenario wirkt zwar von der ersten Minute an reichlich flach, was aber zumindest so eben noch dem minimal erforderlichen Rahmen für Liebeskomödien entsprechen dürfte. Doch umso länger der Film läuft, umso weiter bewegt sich die ohnehin schon flache Niveaukurve stetig weiter nach unten, bis sie am Ende als Nulllinie endet. Vor allem die Geschehnisse und Dialoge sind selbst für eine seichte Komödie viel zu platt, als dass man einfach darüber hinwegsehen könnte. So kennen sich Zoe und Stan zwar erst wenige Woche, unterhalten sich aber als hätten sie bereits eine langjährige Beziehung mit reichlich Höhen und Tiefen hinter sich. Selbst bei kleinsten Problemen flippt einer der Beiden aus oder reagiert fast schon traumatisch auf vergleichsweise harmlose Dinge. Die Krönung des Überdrehten ist eindeutig die Singlemütter-Selbsthilfegruppe. Wie die Darsteller sich hergeben konnten, um so einen albernen Humbug zu drehen, ist selbst mit hohen Gagen nicht zu erklären. Die vorgeführte Geburt eines Kindes im Planschbecken dürfte aber mit ziemlicher Sicherheit zu den Tiefpunkten der Kinogeschichte gehören.  

Der Höhepunkt des schlechten Geschmacks ist dann aber die Grundhaltung des Films, demnach Kinder das Ende des eigenen Lebens darstellen. Es wird durchweg die Aussage vermittelt, dass der Nachwuchs für ein paar magische Momente den Rest des eigenen Lebens den Bach runtergehen lässt. Auch die Ansichten der Drehbuchautorin über Liebe und Zweisamkeit lässt kein gesundes Verhältnis ihrerseits zum Thema Beziehungen vermuten. Und wenn eine Liebeskomödie die Botschaft in die Welt hinausposaunt, dass Beziehungen ständigen Streit bedeuten und Kinder für ihre Eltern den finanziellen Ruin einläuten, dann ist das für den Unterhaltungswert gleichbedeutend mit einem Offenbarungseid. Einzig die vermutete Tatsache, dass Autorin Kate Angelo aus reiner Gewohnheit die Ereignisse eine komplette Staffel einer Sitcom in knapp 105 Minuten Kinofilm unterzubringen versuchte, kann ein wenig entschuldigen, wie schlecht, fragwürdig und langatmig „Plan B für die Liebe“ letzten Endes geworden ist. An der fehlenden Unterhaltung des Films kann diese Vermutung allerdings auch nichts ändern.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen durchschnittlich guten Eindruck. Schärfe und Detailfülle bieten gutes Mittelmaß ohne Aha-Momente, Farben, Kontrast und Helligkeit sind gut aufeinander abgestimmt. Der deutsche Ton in DTS-HD Master Audio 5.1 ist gut zu verstehen, spielt sich überwiegend jedoch in der Front ab. Lediglich der Soundtrack und vereinzelte Umgebungsgeräusche nutzen ab und an den Effektbereich.

Den Beginn bei den Extras macht das Making Of, das mit knapp 11 Minuten aber lediglich einen kurzen Einblick in die Entstehung des Films bietet und recht werbelastig herüber kommt, da die Künstler meist nur vom Film und den Dreharbeiten schwärmen. In "Keine gewöhnliche Lovestory" wird das Making Of dann weitergeführt, diesmal mit dem Fokus auf die Geschichte und die Charaktere. Ein wenig Abwechslung bieten rund 5 Minuten nicht verwendeter Szenen, bevor es in Interviews mit Jennifer Lopez, Alex O'Loughlin und Regisseur Alan Poul wieder zurück zu den Wurzeln der Extras geht. Déjà-vus ob der Frage, ob das eine oder andere nicht schon in den anderen Beiträgen genutzt wurde inbegriffen. Zum Abschluss wird noch der Trailer zum Film angeboten.

Fazit:
„Plan B für die Liebe“ sollte nicht einmal als Plan C für den romantischen Filmabend zu zweit ernsthaft in Betracht gezogen werden. Die Witze reichen lediglich von platt bis albern und die Kernaussage scheint zu sein, dass man sich besser keine Kinder anschaffen sollte und auch Beziehungen einem nichts als Ärger einbringen. Nur wer ein ähnlich verschobenes Weltbild sein Eigen nennt, könnte auch Gefallen am Film finden. Alle anderen sollten ihr Geld lieber sparen und ihre Zeit sinnvoller verbringen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
2,35:1
2,35:1
104:22 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Englisch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Keine gewöhnliche Lovestory
  • Entfallene Szenen
  • Interviews mit Jennifer Lopez, Alex O'Loughlin und Regisseur Alan Poul
  • Trailer
Plan B für die Liebe - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Plan B für die Liebe
The Back-up Plan

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Und die Moral von der Geschicht' - Beziehungen und Kinder kriegen lohnen sich nicht!


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2010
Regie:
Alan Poul
Drehbuch:
Kate Angelo
Darsteller:
Jennifer Lopez, Alex O'Loughlin, Michaela Watkins, Anthony Anderson, Melissa McCarthy, Eric Christian Olsen, Noureen DeWulf, Maribeth Monroe, Robert Klein, Linda Lavin, Tom Bosley

Label Deutschland :
Concorde Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
07.10.2010