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Blu-ray-Besprechung - The Crazies

Story:
David Dutten (Timothy Olyphant) ist Sheriff eines kleinen Städtchens, in dem Falschparken zu den größeren Verbrechen zählt. Doch wie aus dem Nichts beginnen auf einmal die friedlichen Bewohner, blutige Taten zu begehen. Dutten vermutet, dass ein abgestürztes Militärflugzeug über das Trinkwasser die Menschen mit einem Art Virus infiziert. Bekräftigt wird sein Verdacht, als das Militär die Stadt abzuriegeln beginnt und die Einwohner unter Quarantäne stellt. Doch Dutten will sich der rigorosen Behandlung durch das Militär nicht ausliefern und flüchtet zusammen mit seiner Frau Judy (Radha Mitchell), ihrer Sprechstundenhilfe Becca (Danielle Panabaker) und seinem Hilfssheriff Russell (Joe Anderson). Fortan wird er von Militär und Infizierten in gleicher Weise gejagt.

Meinung zum Film:
1973 entstand unter der Regie von George A. Romero der Film „Crazies“, in dem sich friedfertige Menschen in rasende Bestien verwandelten. Das Militär trug dabei durch sein Eingreifen weniger zur Beruhigung der Lage bei, sondern verschärfte diese noch. Die Idee zum Film war gut und mit George Romero, der zuvor mit „Die Nacht der lebenden Toten“ für Aufsehen sorgte und der später mit „Zombie – Dawn of the Dead“ einen Meilenstein setzen würde, war auch ein fähiger Regisseur am Werk. Allerdings litt der Film deutlich an seinem geringen Budget. Immer wieder entstand beim Sehen der Eindruck, dass George A. Romero die große Vision im Kopf hatte, diese aber auf den finanziellen Rahmen herunterschrauben musste. Mit Breck Eisner („Sahara“) machte sich rund 25 Jahre nach dem Erscheinen des Originals ein Regisseur daran, die Schreckensvision Romeros auf die heutigen Gewohnheiten zu übertragen. Das Drehbuch schrieben mit Scott Kosar („Michael Bay's Texas Chainsaw Massacre“) und Ray Wright („Fall 39“) zwei Autoren, die ihre Duftmarke im Genre bereits erfolgreich setzen konnten.

Auch wenn das Grundthema von Original und Remake identisch sind, ist die Herangehensweise an die Umsetzung komplett unterschiedlich. Romero erzählte eine ähnlich nüchterne Geschichte, wie er sie zuvor auch im ersten Teil seiner Zombie-Trilogie verwendete. Breck Eisner hingegen hält sich nur bedingt mit den Hintergründen auf. Er unternimmt erst gar keinen Versuch, die Vorgehensweise des Militärs näher zu erläutern. Abgesehen von wenigen Ausnahmen, in denen Angriffe der Verrückten oder Satellitenbilder zu sehen sind, wird der Film allein aus Sicht des Sheriffs gezeigt. Schon zu Beginn wird sich nicht lange mit großen Einleitungen aufgehalten. Es gibt gleich in der ersten Szene den ersten Verrückten zu sehen und es folgen mit immer höherer Schlagzahl weitere Angriffe der Infizierten. Der Nachteil bei der Häufigkeit der Angriffe ist jedoch, dass sich mit der Zeit ein gewisser Abnutzungsfaktor bemerkbar macht. Irgendwann fühlt sich der aktuelle Angriff nicht mehr neu an. Abgesehen von neuen Tötungsarten fehlt es ab einem bestimmten Punkt ein wenig an frischen Ideen und Abwechslung.  

Langweilig wird es dabei aber zum Glück höchst selten. Spannungsspitzen wie ein Verrückter, der vom Militär ans Bett gefesselte Infektionsverdächtige der Reihe nach mit einer Mistgabel ersticht und an dessen Ende Judy auf ihren Tod wartet, verstehen es, den Puls ähnlich hochzutreiben wie die durch Militärpräsenz und Infizierten geprägte Stadt. Sah diese zu Beginn noch wie ein Ort voller Idylle aus, gleicht er einen Abend später schon einem postnuklearen Ödland. Die Effekte bei den Angriffen können sich dabei durchaus sehen lassen, wirken aber nie übertrieben oder zu selbstzweckhaft und bleiben immer im Rahmen. Hätte es ein bisschen mehr Abwechslung, ein bisschen mehr Tiefe in der Geschichte gegeben und nicht immer nur einen Angriff nach dem nächsten, „The Crazies“ wäre ein außerordentlich guter Horrorfilm geworden. So reicht es zwar nur zu einem leicht überdurchschnittlichen Spannungsvergnügen, was aber durchaus schon aller Ehren wert ist. Dem Original von George A. Romero wurde von vielen Kritikern vorgeworfen, stellenweise zu viele Längen und Leerlauf zu haben. Ein Vorwurf, der dem Remake sicherlich nicht gemacht werden kann, da es hier von der ersten Minute an spannend zu Sache geht und bis zum zynischen Ende ein zügiges Tempo beibehalten werden kann.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild hinterlässt einen guten, wenn auch nicht überragenden Eindruck. Details und Schärfe liegen die meiste Zeit über in einem guten Bereich, werden stellenweise aber immer mal wieder vom etwas tiefen Kontrast in ihrer Detailzeichnung gedrückt. Der deutsche Ton in DTS-HD Master Audio 5.1 ist durchweg gut zu verstehen und setzt sehr gezielt und effektvoll die Effektlautsprecher ins Geschehen ein.

Im etwas unübersichtlichen Extras-Menü gibt es auch nach dem Film noch einiges zu sehen, bzw. zu hören. Letzteres durch den Audiokommentar mit Regisseur Breck Eisner, in dem er einiges über die Entstehungsgeschichte und die ein oder andere Lobhudelei an sein Team zum Besten gibt. Bei den Bildbeiträgen kümmern sich die Features “Make-Up Effects: Rob Hall in Action“ und “Visual Effects” um die Masken- und Effektarbeiten für den Film. Einen generellen, aber sehr werbelastigen Einblick in den Film bietet „Making Of: Paranormal Pandemics”. Äußerst interessant stellt sich der Beitrag „Die Vorlage von George A. Romero“ heraus, der sich nicht unbedingt um den originalen „The Crazies“ kümmert, sondern mehr auf den Kultregisseur an sich eingeht und Statements der Künstler, die am Remake beteiligt waren, sowie weiterer Personen aus dem Horrorbereich wiedergibt. Als weitere Special Features stehen noch eine „Storyboard Galerie”, ein paar “Behind the Scenes”-Aufnahmen, „Probeaufnahmen für Kampfszenen“ und zwei „The Crazies Motion Comics“ zur Verfügung. Bei letzteren handelt es sich um rund 15-minütige animierte Comics, die weitere Einblicke rund um die Geschehnisse in „The Crazies“ bieten und sehenswert sind. Zur Abrundung liegt noch der Trailer zum Film vor.

Fazit:
„The Crazies“ ist ein gelungenes Remake des alten George-A.-Romero-Klassikers, das aber deutlich mehr auf den Horroraspekt des Plots setzt. Gleich von der ersten Minute an richtet sich das Hauptaugenmerk auf Action und Horror, was zum Ende hin zwar ein wenig Ermüdungserscheinungen mit sich bringt, insgesamt aber für einen gelungenen Horrorabend sorgen dürfte.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
2,40:1
2,40:1
101:03 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Englisch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar mit Regisseur Breck Eisner
  • Making Of: Paranormal Pandemics
  • Make-Up Effects: Rob Hall in Action
  • Featurette “Visual Effects”
  • Die Vorlage von George A. Romero
  • Storyboard Galerie
  • Behiond the Scenes
  • Probeaufnahmen für Kampfszenen
  • Storyboard Galerie
  • The Crazies Motion Comics – Episode 1 & 2
  • Trailer
The Crazies - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
The Crazies
The Crazies

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Ein gelungenes, spannungsgeladenes Remake mit kleineren Schwächen


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA / VAE, 2010
Regie:
Breck Eisner
Drehbuch:
Scott Kosar, Ray Wright (basierend auf dem Original von George A. Romero)
Darsteller:
Timothy Olyphant, Radha Mitchell, Joe Anderson, Danielle Panabaker, Christie Lynn Smith, Brett Rickaby, Preston Bailey, John Aylward, Joe Reegan, Glenn Morshower, Larry Cedar

Label Deutschland :
Kinowelt Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
04.11.2010